So funktioniert die optimale Wintereinfütterung

01. August 2022

Futter ist nicht gleich Futter – Imkado lüftet das Geheimnis der bestmöglichen Wintereinfütterung.

Wenn Ende Juli die letzte Honigernte eingefahren wird, startet für Imker eine entscheidende Phase. Diese legt den Grundstein für den Erfolg Ihrer Bienenvölker im nächsten Jahr. Neben einer optimalen Varroabehandlung gilt es, die Völker mit ausreichend Futter für das Winterhalbjahr zu versorgen. Mangelndes Wissen über die Vor- und Nachteile der Futterarten kann zu fatalen Fehlern bei der Einfütterung führen. Wer hier falsch handelt, bezahlt dies mit schwachen Völkern im Frühjahr oder gar mit dem Totalverlust seiner Bienen.

Bis Mitte September sollten pro Volk mindestens 15kg Futter eingelagert sein. Bei stärkeren Völkern sind 18-22kg angeraten. Jedoch ist nicht nur die Menge, sondern auch die Art, die Fütterungsintervalle und Qualität des Futters entscheidend. Denn kristallisiert das Futter in den Waben, wird es fest und kann von den Bienen im Winter nicht aufgenommen werden. Somit verhungern sie trotz voller Futterwaben. Für die Wintereinfütterung stehen dem Imker verschiedene Futtermittel zur Auswahl:

Bienen füttern bei Wintereinfütterung Grafik Imkado
Futterteig, Stärkesirup, Zuckerwasser 1:1, Zuckerwasser 3:2, Invertzuckersirup (Quelle: Imkado GmbH)

Vor- und Nachteile der Futterarten für die Wintereinfütterung

Futterteig und Zuckerwasser 1:1 eignen sich nur für das Anfüttern direkt im Anschluss an die Honigernte. Für das massenweise Einlagern von Futter müssen die Bienen bei diesen Futtermitteln zu viel Arbeit aufwenden.

Stärkesirup wird auf Basis von Getreide- oder Maisstärke hergestellt. Der Zucker liegt hierbei vor allem in Form von Maltose (Malzzucker) vor. Mit Hilfe eines Enzyms, spalten die Bienen die Maltose in Glucose-Moleküle auf. Bekanntermaßen kann es bei zu hohem Glucosegehalt jedoch zu Kristallisation kommen. Denn vermischt sich das eingelagerte Futter auf Stärkebasis nun mit anderen Futtermitteln oder dem Nektar von spätblühenden Pflanzen, kann der Glucosegehalt auf ein kritisches Niveau steigen. Zudem enthält Stärkesirup oftmals etliche Stoffe die von den Bienen nicht verdaut werden können. Ähnlich wie beim Waldhonig, kann das zur Verkotung der Waben und der Ausbreitung von Krankheiten im Winter führen. Daher ist Stärkesirup zwar ein beliebtes und kostengünstiges Futtermittel, jedoch nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Erklärung Invertase
Erklärung Invertase (Quelle: Imkado GmbH)

Ein weiteres, v.a. aus Kostengründen populäres Futtermittel ist Zuckerwasser im Mischverhältnis 3:2. Als Imker kauft man über das Jahr hinweg Haushaltszucker günstig ein und löst diesen dann bedarfsgerecht in Wasser zu einem Flüssigfuttermittel auf. Hierbei liegt der Zucker in Form von Saccharose (Haushaltszucker) vor. Dieser Doppelzucker wird von den Bienen vor dem Einlagern in Glucose und Fructose aufgespalten. Die Aufspaltung wird allerdings nicht unter allen Umständen von den Bienen durchgeführt. Dazu später mehr.

Für die Bienen am einfachsten zu verarbeiten ist Invertzuckersirup. Dabei handelt es sich um eingedicktes Zuckerwasser, bei dem die Saccharose bereits zu mehr als 50% invertiert, also in Glucose und Fructose aufgespalten wurde. Industriell gefertigter Invertzuckersirup, wie Apiinvert, ist mikrobakteriell stabil und zeichnet sich somit durch vergleichsweise lange Haltbarkeit aus.

Warum ist Invertzucker besser als normales Zuckerwasser?

Das beim Zuckerwasser notwendige Aufspalten von Saccharose in Glucose und Fructose ist eine für die Bienen energieintensive Arbeit. Liegt der Zucker bereits invertiert, also aufgespalten, vor, können die Bienen das Futter einfacher einlagern. Gerade bei jungen Winterbienen ist der Energieverbrauch im Spätsommer jedoch entscheidend für die gesamte Lebenserwartung. Hinzu kommt, dass mit kälter werdenden Temperaturen im September die Bienen die im Zuckerwasser gelöste Saccharose immer weniger aufspalten. Stattdessen wird die Saccharose direkt in die Waben eingelagert und kann dort relativ schnell kristallisieren. Da Bienen, zum Verarbeiten von kristallinem Futter, Wasser benötigen, können sie das Futter im Winter nicht aufnehmen. Überwintert ein Volk auf auskristallisiertem Futter, wird es verhungern. Daher ist das Füttern mit Invertzucker normalem Haushaltszucker vorzuziehen. Dies gilt besonders für die späte Wintereinfütterung.

Wie man Invertzucker selbst herstellt

Invertofix für Wintereinfütterung Imkado
Invertofix (Quelle: Imkado GmbH)

Der Imkereibedarfshändler Imkado bietet seit diesem Jahr das Produkt Invertofix in seinem Online-Shop an. Durch Zugabe von Invertofix zu Zuckerwasser wird die darin enthaltene Saccharose in Glucose und Fructose aufgespalten. Somit können Sie als Imker das Futter mit günstig eingekauftem Haushaltszucker anmischen. Zugleich nutzen Sie die Vorteile von vorinvertiertem Zucker.

So gehen Sie bei der Anwendung von Invertofix vor:

  1. 3 Teile Haushaltszucker in 2 Teilen Wasser auflösen. Das Wasser sollte warm (max. 45°C) sein, damit sich der Zucker besser löst.
  2. Mehrmals rühren, bis der Zucker vollständig gelöst ist
  3. Pro 1kg Zucker, 5ml Invertofix hinzugeben. Eine Flasche mit 250ml Invertofix reicht demnach für 50kg Zucker.
  4. 16-24h warten. In dieser Zeit wird die Saccharose invertiert.
  5. Die Invertzuckerlösung umgehend an die Bienen verfüttern

Das so hergestellte Futter hat einen ähnlichen ph-Wert wie Honig und unterstützt somit die natürliche Darmflora der Bienen.

Anwendung Invertofix für Wintereinfütterung Imkado
Anwendung Invertofix (Quelle: Imkado GmbH)

Set zur Eigenherstellung von Invertzucker

Stefan Seifert, Geschäftsführer Imkado GmbH
Stefan Seifert, Geschäftsführer Imkado GmbH

„Bereits im vergangenen Jahr haben wir Verfügbarkeitsengpässe bei manchen Verpackungseinheiten des industriell hergestellten Invertzuckersirups gesehen. Auch in diesem Jahr sind manche Produktvarianten beim Hersteller bereits nicht mehr verfügbar.“ sagt Stefan Seifert, Geschäftsführer der Imkado GmbH. Daher bieten wir in unserem Online-Shop, neben Invertofix als Einzelprodukt, ein Set zur Eigenherstellung einer Invertzuckerlösung an. Enthalten ist Haushaltszucker und die entsprechende Menge Invertofix. Das Ganze ist in einem praktischen Eimer mit Lochdeckel verpackt. Dieser kann zum direkten Verfüttern der fertigen Lösung verwendet werden. „Somit verschicken wir nicht unnötig Wasser quer durch Deutschland, was den Versandprozess insgesamt umweltfreundlicher gestaltet.“ ergänzt Christine Kiening, Mitgründerin von Imkado. Als Imker müssen Sie nur noch Wasser hinzufügen und das Gemisch verrühren.

Das Set gibt es optional in einer Variante mit ApiForte, einem konzentriertem Bienenfuttermittel zum Aufbau eines maximal dichten Brutnestes. Das darin enthaltene Proteinextrakt mit idealer Aminosäurenzusammensetzung verbessert die Entwicklung der Larven. Zudem erhöht es die Hygiene des Brutnests.

Sichern Sie ein gesundes Überwintern Ihrer Bienen. Stellen Sie kostengünstig und umweltschonend ihr eigenes Invertzucker-Futter zur Wintereinfütterung her.


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