1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

Rückblick auf das Thema Imkern im Ausland

17.05.2017

Rotrückenspinne

Foto: Spiewok

Entdeckung beim Imkern: Rotrückenspinnen sitzen unter dem Bodenbrett der Bienenvölker.

Unterwegs mit Stich- und Beißschutz

In der Reihe "Rückblick auf 25 Jahre Deutsches Bienen-Journal" stellen wir Ihnen Beiträge aus dem vergangenen Vierteljahrhundert vor. In zweiten Beitrag erzählt Redakteur Dr. Sebastian Spiewok, was er bei Imkern in Südafrika, Australien und den USA erlebte und warum er teilweise nur mit Vollkörperschutz an die Bienen ging.

Bevor ich beim dbj als Redakteur anfing, hatte ich bereits einige Beiträge für das Journal geschrieben. Darunter waren auch Berichte über Länder, in die es mich aufgrund meiner Forschung am Kleinen Beutenkäfer verschlagen hatte. Es war spannend, über Südafrika, Australien und den USA zu berichten. Dies brachte mich den Tellerrand zu schauen und nicht nur die Situation im Umfeld meiner Forschungsarbeit zu betrachten.

Da ich die Bienenvölker auf der Suche nach Beutenkäfern auseinandernehmen musste, arbeitete ich stets mit Stichschutz. Das war in der Hitze des Hochsommers in Florida kein Genuss. Kaum hatte man die Weste übergezogen, war sie auch schon durchgeschwitzt. Im Grunde hatte man die ersten zwei Liter vom Wasservorrat schon heruntergestürzt, noch bevor man das erste Volk geöffnet hatte. Da machten sich sogar die Nieren aufgrund des ungewohnten Arbeitspensums nach einiger Zeit bemerkbar.

Schleier gegen Biene und Mücke

Wurde es während der Völkerdurchsichten angenehmer – was man, vertieft in die Arbeit, nicht immer gleich bemerkte –  hieß es, flugs die Sachen einzupacken: Die aufziehenden Wolken kündigten das tägliche Gewitter an, von dem man wahrlich nicht im Feld erwischt werden wollte. Der Stichschutz war aber auch aus einem anderen Grund notwendig: Gerade in den sumpfigen Gebieten wimmelte es nur so vor Mücken. Am Cape Canaveral wäre es kaum denkbar gewesen, sich ohne Schleier ins Freie zu wagen, auch wenn sich dort am frühen Morgen noch keine Biene regte - die Mücken waren äußerst rege.

Sind Handschuhe beim Imkern eher hinderlich, sorgen sie in Australien beim Verladen von Bienenbeuten für Sicherheit. Unter den Beutenböden hielten sich oft Rotrückenspinnen auf, deren Gift recht unangenehm werden kann. Dennoch vergisst man nach einiger Zeit, dass es sie gibt, und greift sorglos unter eine Beute. Da war es besser, sich gleich zu Beginn der Arbeit Handschuhe anzuziehen. Mit ihrem aggressiven Auftreten überraschten einen dagegen manchmal die teils handtellergroßen Riesenkrabbenspinnen: Wenn solch eine Spinne auf einen zusprintet, geht man doch lieber einen Schritt zur Seite.

Imkern nur mit Vollkörperschutz

In Südafrika waren es dann doch die Bienen, die mich zum Astronautenanzug greifen ließen. Zwar hatten wir auch friedliche Völker, die man problemlos mit nacktem Oberkörper bearbeiten konnte, aber man war sich vorher halt nie sicher. So habe ich für einen Imker den Honig geerntet, weil er sich nicht mehr an seine Völker traute. Und das waren echte Biester!

Meine Schuhe sahen anschließend aus wie ein gespickter Igel. Die Kühe auf der benachbarten Weide hatten bereits Reißaus genommen, nachdem ich das erste Volk aufgemacht hatte. Und der Imker wurde schließlich doch noch gestochen, obwohl er sich auf der anderen Seite des Hauses verschanzt hatte. Es war kein schmerzfreies Erlebnis, aber es war schon etwas Besonderes in einer surrenden Wolke derart aufgebrachter Bienen zu stehen – jedoch nur mit Vollkörperschutz.

Durch die Einschleppung des Beutenkäfers in Italien hat mich mein damaliges Forschungsthema wieder eingeholt. Inzwischen haben sich gute Kontakte nach Italien entwickelt, die dabei helfen, seriös über das Thema im dbj und in Vorträgen zu berichten – ohne Weltuntergangsszenarien, Mafiageschichten oder angebliche Militäreinsätze.

Themen

Social Media

Folgen Sie uns auf Facebook   Folgen Sie uns auf YouTube   Folgen Sie uns auf Twitter.   Folgen Sie uns auf Google+.

Logo Hummeln im Arsch

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr