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Verlagsbienen: Wie alles begann

16.11.2017

Verlagsbienen

Foto: Sabine Rübensaat

Silke Beckedorf, Sebastian Spiewok und Benedikt Polaczek beim Aufstellen der ersten Bienenvölker auf dem Verlagsdach.

Zurzeit stehen fünf Bienenvölker auf der Dachterrasse des Verlagshauses. Dort fliegen die Bienen bereits seit acht Jahren ein und aus. Doch wie hat alles begonnen? Ein weiterer Rückblick im Zuge des 25. Geburtstags des dbj.

Am 28. April 2009 war es so weit: Das erste Bienenvolk zog auf das Dach unseres Verlagshauses. Bereits am frühen Morgen brachte Dr. Benedikt Polaczek, heutiger Vorsitzender des Berliner Imkerverbandes, ein Bienenvolk zu uns, das wir mit dem Fahrstuhl auf die Dachterrasse im fünften Obergeschoss transportierten. Seither machen uns die Verlagsbienen viel Freude. Sie stehen uns immer wieder als Fotomodelle zur Verfügung, schenken uns leckeren Honig und liefern so manche Anekdote.

Unvergesslich ist der Tag, an dem das erste Mal ein Schwarm abging und sich die Kolleginnen und Kollegen der anderen Redaktionen und Abteilungen die Nasen an den Fensterscheiben platt drückten. Wir mussten damals einigen Aufwand betreiben, um den Schwarm wieder einzufangen, der sich in einer hohen Linde niedergelassen hatte.

Verlagshonig als Weihnachtsgeschenk

Den Verlagshonig schleuderten wir anfangs noch in der Küche der benachbarten Lankwitzer Werkstätten, doch mittlerweile haben wir unseren eigenen Schleuderraum im Verlagshaus eingerichtet. Dort hilft auch der eine oder andere neugierige Kollege gerne mal bei der Ernte. Der Honig geht an die Mitarbeiter im Verlag, die ihn nicht nur mit Genuss selbst essen, sondern auch als beliebtes Weihnachtsgeschenk weitergeben.

Um auch unsere Leser an den Verlagsbienen teilhaben zu lassen, installierten wir schon bald eine Stockwaage unter einem Volk. An den Daten, die sich auf bienenjournal.de abrufen lassen, orientiert sich nun so mancher Berliner Imker. Zudem kann jeder das Treiben der Bienen am Flugloch – sofern sie sich denn vor die Tür begeben – live auf unserer Internetseite verfolgen. So schauen auch wir Redakteure ab und zu bei den Bienen vorbei, wenn wir im Urlaub sind. Auf diese Weise werfen wir gleichzeitig einen Blick auf das heimische Wetter und ziehen Rückschlüsse auf die Entwicklung der eigenen Völker.

Im Jahr, bevor es mit der Dachimkerei bei uns losging, besprachen wir in der Redaktion die Idee, Bienen aufs Verlagshaus zu stellen. Doch den Vorschlag mussten wir der Verlagsleitung damals erst gar nicht machen – die Geschäftsführer hatten bereits denselben Gedanken. Vielleicht hatte auch der Beitrag im dbj 10/2008 über Bienenvölker auf dem Palais Garnier, der alten Pariser Oper, die Geschäftsleitung auf den Geschmack gebracht?

Stadtimkerei gibt es schon lange

Doch generell war die städtische Bienenhaltung im Grunde nichts Neues – gerade die Westberliner Imker konnten ihre Bienen während der Mauerjahre ja nur innerhalb der Stadt halten. Und bereits in den 1940er-Jahren hatten Strohkörbe auf dem Preußischen Landtag gestanden. Doch 2009 war die Stadtimkerei gerade erst dabei, aus ihrem Dornröschenschlaf aufzuwachen.

Ab 2011 erregte die Initiative "Berlin summt", die von uns unter- stützt wurde, große Aufmerksamkeit, als sie Bienenvölker auf bekannte Gebäude Berlins stellte (dbj 6/2011). Schließlich begann die Stadtimkerei regelrecht zu explodieren – ein Trend, der bis heute anhält. Dieser stellte die Imkervereine in den Städten vor neue Herausforderungen, doch profitiert die Imkerei im gesamten Land davon, wenn sich auch in den Städten viele Menschen kritisch mit der modernen Landwirtschaft und den Problemen der Bestäuber auseinandersetzen.

Dass die Imkerzahl in den Städten überproportional anwuchs, liegt neben der Arbeit der dortigen Imker natürlich auch an den höheren Einwohnerzahlen und dem damit verbundenen größeren Reservoir an potenziellen Neuimkern. Man sollte aber darauf achten, dass in manchen Regionen nicht nur die Städte die Gesamtimkerzahlen maßgeblich ansteigen lassen. Gerade auf dem Land muss die Imkerei gute Voraussetzungen finden. Ohnehin sollten Stadt- und Landimkerei nicht immer als Gegensätze herhalten müssen – schließlich sind sie Teile einer großen Gemeinschaft, zu der neben den Bienenhaltern im Schwarzwald, in der Lüneburger Heide oder an den Rapsfeldern Mecklenburg-Vorpommerns eben auch die Stadtimker gehören.

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