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Ableger bilden in zwei Varianten

05.05.2016

Ableger bilden

Foto: Sebastian Spiewok

Wird es zu voll im Bienenstock, steigt die Gefahr, dass die Bienen schwärmen. Jetzt sollten Ableger gebildet werden.

Endlich ist es warm, fast schon sommerlich. Die Natur scheint förmlich zu explodieren. Alles blüht und die Bienen denken vermutlich schon ans Schwärmen. Schwarmstimmung kann man dämpfen, indem man Ableger bildet. So geht's.

Die Brutflächen in den Bienenvölkern wachsen nun stetig und die ersten Schwärme sind in diesem Jahr schon ausgezogen. Nun steht alle sieben Tage eine Schwarmkontrolle an. Durch Schröpfen der Bienenvölker gibt man der Königin Platz zum Stiften und die Gefahr sinkt, dass sich diese mit einem Teil des Bien auf den Weg macht, um sich eine neue Behausung zu suchen. Schröpfen bedeutet, Bienenmasse zu entnehmen und daraus Ableger zu bilden. Das dämpft nicht nur eine sich ankündigende Schwarmstimmung, sondern ist auch ein Mittel, die Varroabelastung im Bienenvolk zu reduzieren.

Ableger kann man in zwei unterschiedlichen Varianten bilden – als einfachen Brutwabenableger oder als Sammelbrutableger, eventuell sogar mit integrierter Königinnenzucht. Wie das geht, erläutert Dr. Otto Boecking vom LAVES Institut für Bienenkunde Celle im aktuellen Infobrief des Instituts. Er geht dabei folgendermaßen vor:

Einfacher Brutwabenableger

Für einen einfachen Brutwabenableger entnimmt man dem Bienenvolk ein oder zwei Waben mit verdeckelter und etwas offener Brut (frischen Stiften). Aus der offenen Brut können sich die Bienen innerhalb der kommenden drei Woche eine neue Königin nachziehen. Das geschröpfte Wirtschaftsvolk erhält dafür entsprechend eine oder zwei Mittelwände zum Ersatz.

Sitzen auf der Wabe bzw. den Waben, die den Ableger bilden nicht genügend Bienen, kann man die Bienen einer weiteren Wabe zusätzlich in die neue Zarge (oder einen speziellen Ablegerkasten) stoßen. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Königin nicht im Ableger landet. Diese sollte im Ursprungsvolk verbleiben.

Die Ablegerwabe(n) wird/werden zusammen mit einer Futterwabe und einem Leerrähmchen (ausgebaut oder mit Mittelwand) an den Rand einer Zarge bzw. in einen Ablegerkasten gehängt. Die Reihenfolge sollte wie folgt aussehen: Brutwabe, Leerrähmchen, Futterwabe. Dann wird der Ableger an einen Ort außerhalb des Flugradius der Bienen gebracht, damit die Flugbienen nicht wieder zurück zum Wirtschaftsvolk fliegen.

Am Ablegerstand angekommen, wird das Flugloch nur gut eine "Bienenbreite" weit geöffnet, damit das kleine Bienenvolk vor räubernden Bienen geschützt ist. Drei Wochen später erhält der dann brutfreie Ableger eine Sprühbehandlung mit Milchsäure gegen die Varroamilbe.

Sammelbrutwabenableger mit integrierter Königinnenzucht

Laut Otto Boecking eignet sich das Verfahren des Sammelbrutablegers für Imker mit mehr als fünf Bienenvölkern. Man entnimmt mehreren Völkern jeweils ein bis zwei Brutwaben und achtet wiederum darauf, dass keine Königin im Sammelbrutableger landet. Die Brutwaben werden in einer Zarge vereint. Diese sollte dann mitsamt einer Futterwabe gut gefüllt sein.

So hat man einen "normalen" Sammelbrutableger, der sich wie der einfache Ableger verhält, aber viel schneller stark ist und zum Wirtschaftsvolk wird.

Möchte man nun die Königinnenzucht integrieren, muss man einen strikten Ablauf einhalten: Der Tag, an dem der Sammelbrutableger erstell wird, ist der Tag X. Neun Tage später (Tag X+9) müssen laut Böcking alle Nachschaffungszellen auf allen Brutwaben gebrochen und dann sogleich ein belarvter Zuchtrahmen mittig eingehängt werden.

Am Tag X+19 werden dann die Königinnenzellen auf dem Zuchtrahmen "verschult". Das heißt, mit entsprechendem Schutz versehen, damit nicht die erstgeschlüpfte Königin die anderen töten kann. Am Tag X+21 wird der Sammelbrutwabenableger in so viele Begattungsvölkchen aufgeteilt werden, wie Königinnen geschlüpft sind bzw. geschlüpfte Brutwaben mit ansitzenden Bienen vorhanden sind.

Jedes dieser Begattungsvölkchen bekommt jetzt mindestens eine ehemaligen Brutwabe mit den vielen ansitzenden geschlüpften jungen Bienen, eine Mittelwand, eine Futterwabe und eine unbegattete Königin. Beim Verteilen der mit Bienen besetzten Waben in die vorbereiteten Begattungseinheiten sollte nach Angaben des Fachmanns eine Sprühbehandlung mit Milchsäure gegen die Varroamilbe erfolgen.

Auch die Begattungsvölkchen werden außerhalb des Flugradius aufgestellt und nur eine "Bienenbreite" geöffnet. Böcking rät dazu, die Begattungsableger zunächst einen Tag an einem kühlen Ort mit verschlossenem Flugloch stehen zu lassen, damit die Bienen mit der unbegatteten Königin eine Einheit bilden.

Die Erfolgsquoten dieser Verfahren zur Völkervermehrung, Dämpfung der Schwarmstimmung und Varroa-Bekämpfung sind hoch. Voraussetzung: das Wetter muss mitspielen!

Mehr zum Thema Schwarmverhinderung können Sie in unserem Film zu diesem Thema erfahren:

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