1 Half Banner Top

2 Full Banner Top / 3 Super Banner Top

Bald neue Insektengifte im Einsatz?

28.07.2017

Bienen und Hummeln auf einer Distel

Foto: Sabine Rübensaat

Bienen und Hummeln auf einer Distel: Kaum erforscht sollen die Insektengifte Flupyradifuron und Cyantraniliprol bislang sein. Trotzdem wird über ihre Zulassung diskutiert.

Das Umweltinstitut München hat das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verklagt, um Auskunft über die Zulassung der Insektengifte Flupyradifuron und Cyantraniliprol zu bekommen. Diese gelten als bienengefährlich.

Die Wirkstoffe Flupyradifuron und Cyantraniliprol sind umstritten. Das Umweltinstitut München wertet sie als hochgiftig für Bienen und andere Bestäuber; gleichzeitig geht es davon aus, dass die Herstellerfirmen derzeit die Zulassung der Stoffe für die Anwendung im Pflanzenschutz planen. Bislang gelten für die Wirkstoffe keine regulären Zulassungen in Deutschland. Die Europäische Lebensmittelbehörde sieht erheblichen Forschungsbedarf unter anderem, was die Folgen der Anwendung von Flupyradifuron und Cyantraniliprol für wilde Insekten betrifft.

Das zuständige Bundesamt (BVL) möchte dazu keine Stellung nehmen und hält alle Angaben zu möglichen geplanten Zulassungen unter Verschluss. Es seien Geschäftsgeheimnisse der Hersteller.

Gesetzliche Auskunftspflicht durchsetzen

Genau deshalb möchte das Umweltinstitut gerichtlich durchsetzen, dass die Öffentlichkeit über die Vorgänge informiert wird und sich gegen mögliche Zulassungen wehren kann. Im März hat es eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Braunschweig eingereicht und fordert die Herausgabe der Information, ob Zulassungsverfahren angestoßen sind und was die Hersteller genau planen. Das Institut beruft sich auf Auskunftspflichten nach dem Umweltinformationsgesetz.

Vor einigen Tagen hat die beteiligte Anwältin Akteneinsicht erhalten und nun wartet das Umweltinstitut auf eine Antwort des Gerichts, wie es in diesem Verfahren weitergeht.

Notfallzulassungen schon genehmigt

Doch es ist nicht das einzige Zulassungsverfahren, das den Wissenschaftler in diesem Jahr Sorgen bereitet. So berichtet das Umweltinstitut von sieben sogenannten "Notfallzulassungen" in Deutschland für das Insektengift Cyantraniliprol, die das BVL angeblich bereits genehmigt hat. Im Unterschied zu Notfallzulassungen kann das Umweltbundesamt bei den regulären Verfahren ein Veto einlegen.

Das Umweltinstitut möchte mit der Klage nach eigenen Angaben auch durchsetzen, dass sich deutsche Behörden an die Verfahrensweise hält, die in anderen EU-Staaten praktiziert wird. Während das BVL die Herausgabe von Informationen über Zulassungsanträge verweigere, würden die Behörden anderer EU-Staaten diese in einer öffentlich zugänglichen Datenbank der EU bereitstellen.

Themen

Social Media

Folgen Sie uns auf Facebook   Folgen Sie uns auf YouTube   Folgen Sie uns auf Twitter.   Folgen Sie uns auf Google+.

Logo Hummeln im Arsch

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr