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Bestäubung: Was leisten Wildbienen?

23.04.2018

Wildbiene

Foto: Sabine Rübensaat

Wildbienen verschwinden: Die Uni Ulm will nun die Hintergründe genauer erforschen und geht der Frage nach, wie man die Bestäubungsleistung der Wildbienen wieder stärken kann.

Insektenforscher der Universität Ulm wollen genau wissen, wie man Wildbienen in unserer intensiv genutzten Landschaft fördern kann. An zwanzig Standorten in Deutschland haben sie Nisthügel angelegt und Wildbienenweide ausgesät. Nun beginnt das Monitoring.

Wildbienen sind wichtig für die Bestäubung von vielen Pflanzen und damit auch für die Artenvielfalt in Deutschland. Doch Wildbienen finden immer weniger Nahrung und Nistmöglichkeiten. "Früher gab es mehr natürliche Nistmöglichkeiten im Boden, da nicht alle Flächen so intensiv landwirtschaftlich genutzt wurden", erklärt Hannah Burger. Sie arbeitet gemeinsam mit Prof. Dr. Manfred Ayasse von der Universität Ulm im Forscherungsprojekt BienABest, das untersucht, wie man dem drastischen Rückgang von Wildbienenpopulationen entgegenwirken und so auch die Bestäubungsleistung der Wildbienen wieder stärken kann.

Wie hängen Landnutzung und Wildbienenvorkommen zusammen?

In der ersten Projektphase haben sie Orte ausgewählt mit großem Wildbienenvorkommen und auf naheliegenden landwirtschaftlichen Flächen regionale Samenmischung als Wildbienenweide ausgebracht. Zudem haben sie Nisthügel für bodenbrütende Arten eingerichtet. Diese machen mehr als 60 Prozent der Wildbienenarten aus. Insgesamt sind es zwanzig Standorte deutschlandweit. Sie befinden sich meist innerhalb von Naturschutzgebieten, in direkter Nachbarschaft von Ackerflächen.

"An den ausgewählten Flächen wollen wir das Vorkommen der Wildbienen bestimmen, also ein Monitoring durchführen. Zusätzlich soll eine Vielzahl von Parametern der belebten und unbelebten Umwelt, darunter auch die Landnutzung in der Umgebung der Untersuchungsflächen, erfasst und in Relation zu den erhobenen Wildbienendaten gestellt werden", erklärt Hannah Burger. Ziel sei es, Informationen darüber zu erlangen, was unsere heimische Wildbienenfauna belastet und wie man sie am besten schützen und fördern kann.

Das Projekt mit dem Namen "BienABest – Standardisierte Erfassung von Wildbienen zur Evaluierung des Bestäuberpotenzials in der Agrarlandschaft" ist auf sechs Jahre angelegt und dauert noch bis April 2023. Die Untersuchungsergebnisse werden durch das Forscherteam an der Universität Ulm wissenschaftlich analysiert. "Wir hoffen mit den erlangten Erkenntnissen, Empfehlungen zur Förderung von Wildbienen geben zu können. Natürlich wäre es dann auch wichtig, dass diese erfolgsversprechenden Maßnahmen durch Politiker vermehrt deutschlandweit eingesetzt werden", sagt Forscherin Burger. Dabei könnte es um Begrünung von Straßenrändern, Verkehrsinseln usw. gehen.

Wildbienen verschwinden: Bevölkerung soll aufgeklärt werden

Aber auch die Bevölkerung soll einbezogen werden. Denn mehr Aufklärung über den Nutzen der biologischen Vielfalt von Wildbienen und wie man sie schützen kann, ist nach Angabe der Forscher nötig. So gehen sie mit ihrem Projekt und später mit den Ergebnissen gezielt an die Öffentlichkeit. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den sozialen Medien, um verstärkt junge Menschen anzusprechen. Die Ergebnisse des Projekts werden zudem in nationalen und internationalen Fachjournalen veröffentlicht.

Infos zum Verbundprojekt BienABest der Universität Ulm und der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences gibt es auch auf der Projektwebsite unter bienabest.de.

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