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Blühflächen fehlen auf dem Land

22.06.2016

Wicken

Foto: Sabine Rübensaat

Wicken bieten Bienen Nektar und Pollen. An Feldrändern während mehr solche Blühstreifen nötig.

Seit dem Jahr 2014 gelten EU-weit die sogenannten Greening-Regelungen. Sie sollen für Artenvielfalt sorgen. An Bienenfreundlichkeit mangelt es jedoch noch.

Die Honigbiene hat es heute auf dem Land schwer: "Raps und Obst sind die einzigen Massentrachten im Frühjahr. Danach fehlt vor allem in den Sommermonaten ein ausreichendes und vielfältiges Pollen- und Nektarangebot für Blütenbestäuber, das die Grundlage für gesunde und vitale Bienenvölker ist", schreibt der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) in einer aktuellen Mitteilung und weist darauf hin, dass eine flächendeckende Bestäubung auf dem Land gefährdet sei.

Greening: Auflagen für Landwirte

Um das Nahrungsangebot für Bienen und andere Bestäuber zu verbessern und die Artenvielfalt zu fördern, hat die EU im Jahr 2014 die Greening-Regelungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) beschlossen. Seit dem Jahr 2015 erhalten konventionell wirtschaftende Landwirte dadurch nur noch dann die volle Förderung der EU, wenn sie bestimmte Auflagen erfüllen. 30 Prozent der Direktzahlungen sind an konkrete Umweltleistungen gebunden.

Doch bei der Umsetzung der Maßnahmen steht die Bienenfreundlichkeit selten im Mittelpunkt. Der D.I.B. wertet die Greening-Regelungen zwar als " Weg in die richtige Richtung", doch er mahnt auch, dass es darauf ankomme, diese auch bienenfreundlich auszugestalten.

Zu Greening-Maßnahmen sind all jene Landwirte verpflichtet, die mehr als 15 Hektar Ackerfläche besitzen. In Deutschland betrifft das mit 46 Prozent weniger als die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem die Umgestaltung von mindestens fünf Prozent der bewirtschafteten Ackerfläche zur ökologischen Vorrangfläche. Konkret bedeutet das, dass Landwirte für blühende Wiesen und Randstreifen sorgen oder Hecken pflanzen müssen.

Bienen gehen leer aus

Was gut klingt und den Bienen Nahrung bieten könnte, bleibt jedoch vielfach Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass viele Betriebe die Vorrangflächen vor allem nach wirtschaftlichen Interessen gestalten. Eine Aufstellung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zeigt, dass zwei Drittel der möglichen ökologischen Vorrangflächen zum Zwischenfruchtanbau und für Grasuntersaaten genutzt wurden. Auch dann bekommen die Landwirte die Förderung, doch die Bienen gehen leer aus.

Dann wenn die Trachtlücken auftreten und blühende Nahrung benötigt wird, bleibt es weiter kahl an den Feldern. Stattdessen blühen die meisten Zwischenfrüchte sehr spät wie etwa der Gelbsenf. Dadurch entsteht ein Trachtangebot zu einer Zeit, in der sich die Bienen eigentlich schon auf die Winterruhe vorbereiten.

Brachliegende Felder, auf denen sich Wildkräuter ausbreiten können oder blühende Randstreifen, die den Bienen und Wildbienen während der Vegetationsperiode ausreichend Pollen und Nektar zur Verfügung stellen, werden im Rahmen des Greenings vergleichsweise viel seltener angelegt. Sie machen nur etwa 16 Prozent der umgesetzten Maßnahmen aus.

Ökolandbau könnte helfen

Weiterhin mangelt es oft an passenden Wiesenmischungen, wenn die Landwirte Ackerland in Grünland umwandeln. Zudem könnte sich mehr ökologischer Landbau positiv auswirken, denn dieser beinhaltet keine Eingriffe, die Bienen gefährden.

Wer mehr über den aktuellen Stand beim Greening erfahren möchte, wo die Probleme im Detail liegen und was Imker dagegen tun können, bekommt einen ausführlichen Bericht von Kornelia Marzini von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Bienen-Journals (Seite 6 bis 8).





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