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Die Wildbiene des Jahres 2019

30.12.2018

Wildbiene des Jahres 2019

Foto: Ronald Burge

Wildbiene des Jahres 2019: Die Senf-Blauschillersandbiene sammelt nur an Kreuzblütlern.

Die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) gilt deutschlandweit als gefährdet, oder sogar als stark gefährdet. Sie wurde zur Wildbiene des Jahres 2019 gewählt.

Der Lebensraum der Senf-Blauschillersandbiene ist eigentlich keiner, der in Deutschland nicht zu finden ist. Denn die Senf-Blauschillersandbiene kommt vor allem in Ackerbaugebieten vor, wo sie ihre notwendigen Pollenquellen findet. Allerdings werden die Nahrungsquellen dieser Wildbiene mittlerweile kaum mehr zu den Zeiten angebaut, wenn die benötigt werden. So braucht die Senf-Blauschillersandbiene vor allem Acker-Senf, aber auch Barbarakraut und Rauke, um genug Pollen für die eigene und die Ernährung der Nachkommen sicher zu stellen.

Waren diese Wildpflanzen früher sehr häufig an Wegrändern oder auf Ackerbrachen zu finden, so sind sie im Zuge der immer intensiveren Feldwirtschaft, die sich auf wenige Kulturpflanzen verlässt und deshalb auch viele Herbizide einsetzt, vielerorts verschwunden. Zwar zählt Andrena agilissima eigentlich auch zu den Wildbienen, die helfen könnten Rapsfelder zu bestäuben, doch auch hierbei kollidiert der Zeitpunkt der Blüte mit der Hauptflugzeit der Biene. So ist die Rapsblüte heutzutage meist schon vorüber ist, wenn die Senf-Blauschillersandbiene von Mitte Mai bis Ende Juni hauptsächlich in der Bestäubung aktiv ist.

Senf-Blauschillersandbiene braucht besseres Angebot an Kreuzblütlern

Das Kuratorium aus Wildbienenexperten, das jedes Jahr die Wildbiene des Jahres wählt, weisen deshald darauf hin, dass die Landwirtschaft stärker darauf achten sollte, das Angebot an Kreuzblütlern, die während der Flugzeit von Andrena agilissima blühen, zu verbessern. Insbesondere Ansaaten mit Acker-Senf aber auch Barbarakraut, Hederich, Ölrettich oder Weiß-Senf würden das Pollenangebot bereichern bzw. machen Nahrung in ausgeräumten Feldfluren erst wieder verfügbar. Eine Aussaat sollte im März erfolgen, damit die Pflanzen rechtzeitig zur Flugzeit der Senf-Blauschillersandbiene blühen.

Andrena agilissima gilt deutschlandweit deshalb bereits als gefährdet, in Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist sie sogar als stark gefährdet eingestuft.

Ein ausführliches Porträt der Wildbiene des Jahres 2019 lesen Sie in der aktuellen Januar-Ausgabe des dbj. >>>

Weitere Infos: Seit 2013 wählt ein Kuratorium aus Wildbienenexperten jährlich eine besonders interessante Wildbienenart aus. Auch die in den Vorjahren gekürten Wildbienen finden Sie auf www.wildbienen-kataster.de. Um die aktuelle Verbreitung zu erfassen, sind alle Interessierten dazu aufgerufen, von Anfang Mai bis Anfang Juli nach Senf-Blauschillersandbienen an Wegrändern, Brachen und Wildkrautfluren mit Ackersenf, Hederich oder anderen Kreuzblütlern zu suchen. Am besten ist es, wenn Sie ein Foto der Tiere machen können. Funde melden Sie bitte an: bdj@remove-this.wildbienen-kataster.de.

Infos gibt es zudem unter wildbienen-kataster.de

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