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Diskussionen über Glyphosat im Honig

28.06.2016

Mohn und Kornblumen

Foto: Sabine Rübensaat

Mohn und Kornblumen in einem Getreidefeld: In solchen Fällen setzen Landwirte Glyphosat vor der Ernte ein.

Glyphosat hinterlässt Spuren in Lebensmitteln. Nachdem es bereits in Getreide und im Bier nachgewiesen wurde, tauchte nun auch belasteter Honig auf.

Die geltende Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat läuft am kommenden Donnerstag aus. Doch die EU-Kommission hat in Eigenregie entschieden, sie um 18 Monate zu verlängern. Auch nach mehreren Versuchen konnten sich die EU-Staaten nicht auf eine eindeutige Position einigen. Nun bleibt der umstrittene Wirkstoff für anderthalb Jahre weiter in der legalen Anwendung.

Glyphosat wurde von der Weltgesundheitsorganisation in einer Untersuchung als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft. Andere Behörden – darunter die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung – gehen dagegen von der Unbedenklichkeit des Wirkstoffs aus. Wird die Zulassung begrenzt verlängert, soll die europäische Chemikalienagentur ECHA in dieser Zeit eine Neubewertung vorlegen.

Glyphosat: Spuren im Honig

Glyphosat gilt allerdings auch als gefährlich für Bienen. Es wirkt sich schädlich auf ihr Orientierungsverhalten aus. Die Imkerverbände fordern daher schon lange ein Verbot des Wirkstoffes. Das Pflanzenschutzmittel hinterlässt zudem Spuren in Lebensmitteln - auch im Honig.

So sorgte eine Meldung in den vergangenen Tagen für Aufruhr, in der es hieß, dass eine Honigprobe aus dem Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg den geltenden Grenzwert für Glyphosat von 0,05 mg pro Kilo um mehr als das hundertfache überschritten hatte. Dabei handelt es sich allerdings um eine einzelne Probe, die der Imker im vergangenen Jahr selbst zur Untersuchung eingereicht hatte. Der zuständige Amtstierarzt bescheinigte dem Imker einen Wert von 5,11 mg Glyphosat in seinem Kornblumenhonig.

Anwendungshinweis für Landwirte

Das Landesamt für Ländliche Entwicklung in Frankfurt (Oder) hatte den Fall zum Anlass genommen, vor dem Einsatz von Glyphosat auf blühenden Pflanzenbeständen zu warnen und einen allgemeinen Anwendungshinweis für die Landwirtschaft herauszugeben. Der Grund: Im Getreide, das mit Glyphosat behandelt wird, wachsen für Bienen attraktive Pflanzen wie Kornblumen. Diese tragen auch noch rund zwei Tage nach der Behandlung mit dem Pflanzenschutzmittel, bevor sie absterben, Nektar und locken die Bienen an. So kann theoretisch Glyphosat in den Honig gelangen.

"Der Wirkstoff ist geschmacks- und geruchsneutral, so dass Bienen ihn nicht nur über Nektar, sondern im Falle von regelmäßigem im Sommer auftretenden Wasserbedarfs auch direkt durch Aufnahme von Tröpfchen des Herbizids in das Volk bzw. den Bienenstock einbringen", schreibt das Landesamt in einer Stellungnahme zum Thema.

Größere Untersuchungen zur Rückstandsproblematik von Glyphosat im Honig gibt es aus Deutschland allerdings noch nicht. Auch im Rahmen des Deutsche Bienenmonitorings sind derartige Analysen nicht vorgesehen. Die brandenburgische Behörde zitiert allerdings Studien aus den USA, die sowohl in konventionellen als auch in Bio-Honigen Glyphosat nachgewiesen haben.

Kein EU-weites Verbot

Sie rät zu konkreten Maßnahmen, um den Eintrag von Glyphosat in Imkereiprodukte zu vermeiden. Sowohl raum- und zeitbezogene Anwendungsbeschränkungen als auch komplette Verbote des Ausbringens von Glyphosat auf blühende Pflanzen sollten in Erwägung gezogen werden.

Auch ein EU-weites Verbot des Wirkstoffes würde die Risiken verhindern. Doch dazu haben sich weder Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt als auch seine Kollegen der anderen EU-Staaten mehrheitlich bekannt. Da es keine eindeutige gemeinsame Position gab, musste die EU-Kommission kurz vor Ablauf der Frist alleine eine Entscheidung treffen.

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