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Drachenkopf: Landwirt entdeckt Bienenweide

31.08.2016

Iberischer Drachenkopf

Fotos: Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft

Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft hat den Anbau des Iberischen Drachenkopfs erprobt und viele Insekten auf den Versuchsfeldern entdeckt.

Ölpflanzen wie Raps und Sonnenblumen sind bei Bienen beliebt. Auf der Suche nach Alternativen hat ein Bio-Bauer von der Schwäbischen Alb den Iberischen Drachenkopf entdeckt und angebaut. Das Ergebnis: eine dicke Honigernte.

Wolfgang Pfister ist Bio-Landwirt, Imker und kümmert sich gerne um alte, in Vergessenheit geratene Kulturpflanzen. Eigentlich baut er Lein und Buchweizen an. Doch er wollte mal etwas Neues ausprobieren und ist auf der Suche nach ertragreichen Ölpflanzen auf den Iberischer Drachenkopf aufmerksam geworden.

Der Iberische Drachenkopf (Lallemantia iberica) stammt ursprünglich aus Osteuropa. Er wurde in den Gebieten der GUS in größerem Umfang zur Ölgewinnung sowohl für technische Zwecke als auch als Lebensmittel angebaut. Die Pflanze gehört zu den Lippenblütlern und ist einjährig. Da sie sehr schnell wächst (Vegetationszeit von 90 bis 120 Tagen) ist eine Unkrautbekämpfung beim Anbau dieser Ölpflanze nicht erforderlich.

Gute Bedingungen für Bienen

Die Bedingungen, bei denen der Iberische Drachenkopf wächst und seine kleinen, weißen Einzelblüten zeigt, klingen einladend für Bienen. Das dachte sich auch Bauer Pfister und stellte Bienenvölker nahe der Pflanzen auf. Und siehe da: Er erntete hier mehr Honig als von den Völkern, die er an anderen Standorten mit Koriander-, Buchweizen-, Fenchel- oder auch Senffeldern zu stehen hatte. Der Iberische Drachenkopf entpuppte sich als sehr erstklassische Bienenweide.

Und ein doppelter Nutzen springt für ihn zusätzlich heraus: jetzt im Spätsommer kann er aus den Samen des Iberische Drachenkopfs Öl pressen. Doch er wird auch einige davon für eine neue Aussaat nutzen. Über die Entdeckung der Bienenweide "Iberischer Drachenkopf" durch den Bio-Bauern von der Schwäbischen Alb berichtet die Südwest-Presse in einem Online-Beitrag.

Seine ersten Samen bekam Wolfgang Pfister von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, die einige Jahre lang Versuchsfelder mit dem Iberischen Drachenkopf bepflanzt hat. "Ziel war es, hochwertige Pflanzenöle mit maßgeschneidertem Fettsäurespektrum für die chemische Industrie bereitzustellen. Gleichzeitig standen natürlich auch Fragen der Biodiversität und Fruchtfolgegestaltung im Fokus", erklärt Torsten Graf, Referatsleiter bei der Landesanstalt.

Versuchsfelder voller Insekten

Zwar wurde bei den Untersuchungen weder die Pollen- noch die Nektarwertigkeit der Pflanze direkt geprüft. Doch Graf bestätigt: "In den Beständen konnten während der Blüte zahlreiche Insekten beobachtet werden, darunter Wildbienen und Hummeln."Positiv bewertet er zudem, dass die Erträge des Anbaus von Iberische Drachenkopf mit 15 bis 25 Dezitonnen pro Hektar zufriedenstellend waren für eine züchterische nicht bearbeitete, also de facto Wildpflanze.

Die Pflanze im landwirtschaftlichen Anbau bekannter zu machen und zu etablieren, ist jedoch bislang gescheitert. Raps und Sonnenblumen bringen immer noch eine bessere ökonomische Leistung. Außerdem waren mögliche Abnehmer nicht bereit, den deutlich höheren Preis zu zahlen.

"Entscheidend wäre für eine weitere Ausbreitung die züchterische Bearbeitung der Pflanze, um unerwünschte Wildpflanzenmerkmale zu eliminieren, den Ertrag zu stabilisieren und die Krankheitsanfälligkeit zu vermindern", sagt Graf. Er freut sich über die doppelten Erfolge von Bio-Bauer Pfister, der Drachenkopf-Öl und Drachenkopf-Honig anbieten kann.

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