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Ein Riesenhotel für Wild- und Honigbienen

02.08.2016

"The Insect Societies (part 1)"

Fotos: Thorsten Arendt, Emscherkunst

Das Werk "The Insect Societies (part 1)" von Henrik Håkansson bietet in einem Kunstprojekt Lebensraum für Bienen.

Der schwedische Künstler Henrik Håkansson hat ein riesiges Insektenhotel gebaut: für Wild- und Honigbienen. Es ist Teil der Open-Air-Ausstellung Emscherkunst.

Fast vier Meter hoch ragt das weiße Gerüst in den Himmel. Ein Kubus auf einer grünen Wiese, umschwirrt von Bienen. Zwischen den Metallstreben haben sie ihre Nester in Holzkästen. 16 an der Zahl. Acht davon sind mit passendem Nistmaterial für Wildbienen gefüllt. Die anderen acht lassen sich wie große Schubladen herausziehen. Darin sind Holzbeuten mit Honigbienen untergebracht – Trogbeuten, die extra für das Kunstprojekt umgebaut bzw. an die Kubuskonstruktion angepasst wurden.
 

Bienenkunst: Kritik am Artensterben

Der Bienen-Kubus heißt "The Insect Societies (part 1)" und stellt ein Werk des schwedischen Künstlers Henrik Håkansson dar. Zu sehen ist er auf einer Wiese in Holzwickede bei Dortmund. Er gehört zur Emscherkunst, einer Open-Air-Ausstellung im Ruhrgebiet, die entlang des Flusses Emscher in Städten und in der Natur verschiedene Kunstprojekte zeigt. Diese sind noch bis zum 18. September 2016 zu sehen.

(Henrik Håkansson bei den Arbeiten an "The Insect Societies (part 1)".)

"The Insect Societies (part 1)" ist eines von 25 Kunstwerken, die man entlang einer 50 Kilometer langen Ausstellungsstrecke zu besuchen kann. Henrik Håkansson möchte mit seinem Werk auf das Artensterben hinweisen und die Bedeutung der Insekten für die Bestäubung hervorheben.

Ursprünglich wollte der Künstler in den Holzkisten nur Wildbienen ansiedeln. Doch da es sehr lange dauern kann, bis Wildbienen eine neue Behausung annehmen und der Erfolg für ein ausgiebiges Summen und Ein- und Ausfliegen während den Ausstellungstagen somit ungewiss war, holten die Ausstellungsmacher örtliche Imker mit ins Boot. In der Hälfte der Kisten leben nun Honigbienenvölker, die von der Hobbyimkerin Rita Breker-Kremer betreut werden.

Kunstschwärme in Trogbeuten

Acht Kunstschwärme sind in die Trogbeuten eingezogen und leben darin auf Deutsch-Normalmaß-Rähmchen. Wenn Rita Breker-Kremer nachschaut, wie sie sich entwickeln, zieht sie einfach eine der Riesenschubladen aus dem Gerüst und hebt den Deckel. Auch Lüftungsgitter und extra Einschübe zur Varroakontrolle haben die Beuten bekommen.

"Henrik Håkansson wollte eigentlich, dass wir überhaupt nicht an die Bienen rangehen, dass alles so natürlich und ohne Eingriffe bleibt wie möglich. Doch wir haben ihm dann erklärt, dass man das bei Honigbienen nicht machen kann", sagt die Demeter-Gärtnerin und Sozialpädagogin, die bereits bei verschiedenen Kunstprojekten mitgewirkt hat.

Für die Emscherkunst sollte sie eine Wildblumenwiese gestalten und kam dann mehr oder weniger zufällig dazu, das Projekt "The Insect Societies (part 1)" als Imkerin zu begleiten. Nachdem auch andere Imker aus der Umgebung bei den Planungen geholfen haben, kümmert sich Breker-Kremer während der Ausstellungszeit nun alleine um die Bienen.

Was danach geschieht, ist noch ungeklärt. Es könnte sein, dass die Ausstellungsmacher das Kunstwerk stehen lassen können und die Bienen dann von verschiedenen Imkern oder eventuell auch Schulklassen weiterbetreut werden. "Wir denken über Bienenpatenschaften nach oder so etwas Ähnliches", sagt die langjährige Hobbyimkerin, die selbst auch ein bis zwei Völker dauerhaft übernehmen würde. Ihre eigene Imkerei besteht derzeit aus sechs Bienenvölkern.

Bienenvölker am renaturierten Fluss

Wie dauerhaft der Bienen-Kubus an der Emscher zu bestaunen sein wird, muss sich zeigen. Dass entlang der Emscher ein guter Standort für Bienen ist, ist allerdings schon länger ein Thema: "Motiviert wurde dies bereits in den vergangenen Jahren von vielen Imkern aus der Region, die vorschlugen, im Rahmen der Renaturierung entlang der Emscher auch Bienenstände zu etablieren", sagt Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft, einem Kooperationspartner der Emscherkunst.

Das Kunstwerk solle darauf aufmerksam machen, dass die einst als Kloake genutzte Emscher mittlerweile wieder ein lebenswerter Fluss ist, an den auch die Natur zurückkehrt. "Dies wird durch die Bienen symbolisiert, die an der Emscher wieder einen Lebensraum erhalten", so Abawi.

Die Arbeiten an seinem ersten Bienenprojekt haben übrigens auch den Künstler zu mehr motiviert. Das zeigt schon der Titel "The Insect Societies (part 1)". Angeblich soll der Hinweis "Part 1" darauf hindeuten, dass der Bienen-Kubus nicht sein letztes Bienenbauwerk bleiben wird.

Mehr zur Emscherkunst und zu "The Insect Societies (part 1)" erfahren Sie hier.>>>


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