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EU-Kommission will Glyphosat für weitere zehn Jahre zulassen

21.07.2017

Glyphosat

Foto: Sabine Rübensaat

Felder im voller Blüte: In Deutschland kommt Glyphosat bei der Vorerntebehandlung zwar nur noch selten zum Einsatz, dennoch kann es zu Einträgen im Honig kommen.

Die EU-Kommission hält das umstrittene Herbizid Glyphosat für nicht krebserregend und empfiehlt eine weitere Zulassung für zehn Jahre.

Im September oder spätestens im Oktober soll es soweit sein und ein extra dafür eingesetzter Expertenausschuss der EU will eine Neubewertung dazu abgeben, ob das Totalherbizid Glyphosat als krebserregend einzustufen ist oder nicht. Dann müssen die Länder entscheiden. Es geht um die weitere Zulassung des Herbizids. Zu erwarten ist, dass sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt für die Verlängerung der Zulassung ausspricht, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist jedoch dagegen. Damit würde sich Deutschland der Stimme enthalten.

Die EU-Kommission – genauer gesagt EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis – hat dem Ausschuss nun eine Verlängerung der Zulassung von zehn Jahren empfohlen. Am Mittwoch dieser Woche hat die EU-Kommission dazu einen Vorschlag veröffentlicht. Andriukaitis damit will Medienberichten zufolge die Debatte um die gesundheitsschädigende Wirkung von Glyphosat beenden.

Der Streit um die Wirkung von Glyphosat

Das Totalherbizid Glyphosat gilt als umstritten, da nicht eindeutig geklärt ist, ob es gesundheitsschädigend wirkt oder nicht. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) kam im März zu dem Schluss, dass Glyphosat nicht als krebserregend zu bewerten sei. Die Forscher stufen Glyphosat zwar als Augen reizend und schädigend für im Wasser lebende Organismen ein, jedoch nicht als krebserregend, mutagen oder reproduktionsschädigend. Doch dieser Einschätzung widersprechen andere Wissenschaftler und werfen den EU-Ämtern vor, die aufgetretenen Krebserkrankungen in Tierversuchen zu unterschätzen. Der Streit um die wissenschaftliche Einschätzung des Krebsrisikos dauert bereits über zwei Jahre.

In Deutschland kommt Glyphosat derzeit vor allem im Frühjahr zur Anwendung, um die Felder von Unkräutern zu säubern. Kritiker verlangen ein Verbot jeglichen Einsatzes und weisen immer wieder medienwirksam auf die Folgen von Glyphosat hin und dass unabhängige Analysen die krebserregende Wirkung des Mittels bestätigt hätten. Vor dem Sitz des EU-Kommission kam es in dieser Woche zu einer Kundgebung gegen eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat.

Einen ausführlichen Bericht über Glyphosat-Funde im Honig lesen Sie in der Juli-Ausgabe des dbj.

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