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European Bee Award: Bienenschonende Spritztechnik gewinnt

18.12.2017

Dropleg-Technik

Foto: Klaus Wallner

Dropleg-Technik in der Praxis: Die Düsen an den beweglichen Stangen tauchen in den Rapsbestand ein, ohne die Pflanzen bei der Durchfahrt zu beschädigen.

Auch in diesem Jahr wurden wieder innovative und praktische Ideen zum Schutz von Bestäubern in der europäischen Landwirtschaft auf dem vierten European Bee Award ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 5. Dezember im Europäischen Parlament in Brüssel statt. Schirmherr war der slowenische Abgeordnete Franc Bogovič, der in seiner Ansprache die Bedeutung des European Bee Award betonte. Der Preis gebe Projekten, die zeigen, dass es ein gemeinsames Engagement für den Schutz von Bestäubern in der europäischen Landwirtschaft gibt, die notwendige Anerkennung.

Aus elf EU-Mitgliedsstaaten kamen insgesamt 18 Bewerbungen in die engere Wahl. "Es gab einen harten Wettbewerb um den Preis, der es schwierig machte, einen Gewinner auszuwählen", sagte Thierry de l'Escaille, Jurymitglied und Generalsekretär der Organisation europäischer Landbesitzer (ELO). Die hohe Zahl und Qualität der eingereichten Projekte sei jedoch ein Zeichen für die engagierten Bemühungen, die in ganz Europa unternommen würden, um den Rückgang der Bienenbestände aufzuhalten und die biologische Vielfalt zu fördern.

(Bild: Dr. Klaus Wallner (l.) von der Universität Hohenheim und Dr. Robert Heinkel von der Lechler GmbH bei der Preisverleihung durch EU-Kommissarin Mariya Gabriel. Foto: ELO)

Die Jury, bestehend aus Prof. Sir Charles Godfray von der University of Oxford, Gilles Dryancour, Ehrenpräsident vom europäischen Landtechnikverband, Maria-Luisa Paracchini von der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Komission, Walter Haefeker, Präsident des Europäischen Berufsimkerverbands, Franc Bogovi , Mitglied des Europäischen Parlaments, Ladislav Miko, Stellvertretender Leiter der Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der EU-Kommission und Thierry de l'Escaille, Generalsekretär der ELO, wählte daraus folgende Gewinner:

Steinbrüche für Wildbienen

Das Projekt des belgischen Bergbaukonzerns Sibelco ist der Gewinner des Preises für "Landmanagementpraktiken". Es entstand im Rahmen eines Programms zum Schutz der Artenvielfalt des Unternehmens und umfasst mehrere Instrumente, um Steinbrüche vor, während und nach dem Abbau nachhaltig zu bewirtschaften. Steinbrüche bilden sehr unterschiedliche Landschaften und locken Solitärbienen an, die in trockenen, kieselsäurehaltigen Lebensräumen an südlich ausgerichteten Hängen nisten wollen.

Die Sensibilisierung für die Bienenvielfalt im Unternehmen ist eine Priorität des Projektes. Die Menschen, die in den Steinbrüchen arbeiten, sollen verstehen, was Solitärbienen sind und warum sie in den Steinbrüchen gefunden werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erkennung und Schaffung von guten Lebensräumen für Wildbienen und deren Erhalt. Dafür wurden Richtlinien für das Schaffen von Nistmöglichkeiten und das Überwachen von Bienenvorkommen eingeführt.

Bienenfreundliche Spritztechnik

Das Forschungsprojekt der Universität Hohenheim zur Entwicklung einer bienenschonenden Spritztechnik erhielt den Preis in der Kategorie "Innovative & Technologische Lösungen". Beim sogenannten Dropleg-Verfahren wird das Pflanzenschutzmittel nicht von oben in die Blüte gespritzt, sondern unterhalb der Blüte auf Blätter und Stiele der Pflanzen ausgebracht. Die Bienen können sich auf der Blüte an Nektar und Pollen bedienen, ohne dass Rückstände im Honig zu befürchten sind (siehe auch dbj 5/2017).

Die technischen Möglichkeiten hat das Forschungsteam der Universität Hohenheim im Rahmen des Projektes FIT BEE entwickelt und auf den Markt gebracht. Die Metzinger Firma Lechler GmbH konstruierte dafür eine Unterblüten-Spritzeinrichtung mit spezieller Düsenanordnung. Mittlerweile ist die Technik vom Julius Kühn-Institut anerkannt und entspricht damit den Richtlinien für Pflanzenschutzgeräte des Bundesinstituts. Es ist zu hoffen, dass das Dropleg-Verfahren, durch die mit dem Bee Award verbundene Aufmerksamkeit jetzt vermehrt in der Praxis zu Einsatz kommt.

Weitere Gewinner des European Bee Award

Marek Nowakowski wurde für seinen Beitrag zum Schutz der Bestäuber als Privatperson mit dem Preis "Freund der Bestäuber" ausgezeichnet. Die Organisation "Terras de Mondalva" erhielt eine Auszeichnung für ein integriertes Bienenzuchtprojekt zur Entwicklung des ländlichen Raums in Portugal.

Insgesamt kamen zur Preisverleihung über 100 Gäste zusammen. Darunter Imker, Politiker, Landbesitzer, Wissenschaftler und Vertreter der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Sie tauschten sich über die besten Praktiken aus und genossen einen feierlichen Networking-Abend zum Thema Bienen und Biodiversität. Neben dem Gastgeber Franc Bogovič waren auch weitere Parlamentarier aus dem Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung gekommen: Aus Deutschland war die SPD Europaabgeordnete Maria Noichl vor Ort. Sie setzt sich seit Jahren sehr für die Bienen und die Interessen der Imker ein.

Mit dem European Bee Award werden EU-weit Projekte ausgezeichnet, die sich mit bienenfreundlicher Landwirtschaft befassen. Die Auszeichnung wird durch die Organisation europäischer Landbesitzer (ELO) und dem europäischen Landtechnikverband (CEMA) vergeben. Das Preisgeld wird vom Landmaschinenhersteller John Deere zur Verfügung gestellt. Bewerbungen für den nächsten European Bee Award werden voraussichtlich ab Juni 2018 vom Büro der ELO entgegengenommen.

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