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Gen-Biene soll resistent gegen Insektizide sein

25.05.2016

Biene an einer Blüte

Foto: Sabine Rübensaat

Genmanipuliert oder nicht? Ansehen wird man das den Bienen nicht. In Zukunft könnten sie resistent gegen Insektizide sein, wenn die Genforschung weiter vorangetrieben wird.

Das Genom der Bienen wurde bereits 2006 entschlüsselt. Im Jahr 2014 gelang es Wissenschaftlern der Universität Düsseldorf erstmals, ein fremdes Gen ins Erbgut der Honigbiene einzuschleusen. Das Ziel: eine insektizidresistente Biene. Der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) sieht das Thema "Gen-Biene" kritisch.

Bislang geht es angeblich nur um Grundlagenforschung und die Untersuchung des komplexen Sozialverhaltens der Honigbienen. Wissenschaftler sind schon seit einigen Jahren dabei das Genom der Bienen zu analysieren und auch zu verändern.

Eines des Forschungsziele gibt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) vor, denn in Dokumenten der Behörde findet man die Angabe, dass die gentechnische Veränderung von Apis mellifera mit dem Ziel vorangetrieben wird, eine insektizidresistente Linie zu schaffen.

Gelangen Gen-Bienen ins Freiland?

Bis es soweit ist, wird es zwar noch dauern, denn bisher finden nur Tests zu Transformationen über das Sperma statt. Doch irgendwann soll die Gen-Biene, die nicht mehr oder nicht mehr so stark auf Insektizide reagiert, die die Landwirte auf ihren Feldern ausbringen, auch hierzulande leben.

Der D.I.B. sieht das, was derzeit geplant ist, kritisch. Er hat deshalb Mitte Februar eine Anfrage an das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) geschickt und gefragt, inwieweit das Ministerium Risiken durch Gen-Bienen sieht. Zudem will der Verband wissen, welche Maßnahmen getroffen werden, damit genmanipulierte Bienen aus der Forschung nicht ins Freiland gelangen und welche Haftungsregelungen bestehen.

Die Antwort fällt bislang noch sehr dürftig aus. Darin heißt es, dass das BMEL derzeit keine Gefahren sehe, die von genveränderten Bienen ausgehen können. „Es handle sich bisher nur um geschlossene, wissenschaftliche Versuche im Labor und die derzeit existierenden Gen-Bienen seien nicht vermehrungsfähig“, teilt das Ministerium mit.

Doch der Imkerbund bleibt skeptisch und Präsident Peter Maske pocht weiterhin auf die Position, dass eine ausführliche, rechtliche Darlegung zu den gestellten Fragen zugesagt sei. Er möchte das auch zukünftig gegenüber dem Ministerium klar zum Ausdruck bringen und die weitere Entwicklung im Sinne der Imkerschaft mit dem wissenschaftlichen Beirat des D.I.B. im Auge behalten.

Bienen blockieren Zulassung von Pflanzenschutzmitteln

Das Vorankommen bei der Erforschung des Bienen-Genoms und seine gezielte Veränderung spielt nach Angaben von Walter Haefeker, Leiter der Arbeitsgemeinschaft Gentechnik bei der Apimondia und Präsident der Vereinigung der Europäischen Berufsimker, vor allem den großen Konzernen der Agrarchemie in die Hände. Denn Bienen seien eine große Hürde bei der Zulassung und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

„Es geht nicht nur um die Resistenz gegen Krankheiten, sondern auch um die Schaffung einer Biene, die sich resistent zeigt gegen den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Haefeker gegenüber dem Deutschen Bienen-Journal bereits als die Forschungsziele bekannt wurden.

Einen ausführlichen Beitrag dazu gab es im dbj 4/2015. Ein E-Paper davon ist hier erhältlich.>>>

Die Forscher setzen für das Erreichen der Ziele angeblich daran an, dass Bienen genau die Gene fehlen, die helfen Gifte im Körper abzubauen. Deshalb reagieren sie sehr sensibel auf viele Insektizide. Viele andere Insekten besitzen diese Gene – vor allem bestimmte Pflanzenschädlinge.

Zur Schädlingsbekämpfung müssen deshalb oft sehr hohe Konzentrationen von Pflanzenschutzmitteln eingesetzt werden, die für Bienen schnell gefährlich werden können. Werden den Bienen nun per Genmanipulation genau diese fehlenden Gene „nachgerüstet“, können weiterhin viele intensiv wirkende Insektizide ausgebracht werden.

Kritisch wird die Gen-Forschung an den Bienen auch deshalb gesehen, da dadurch die herkömmliche Bienenzucht Probleme bekommen könnte – nämlich dann, wenn auf die Biene als solche ein Patent angemeldet werden würde. Der D.I.B. fragt deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium, wie das Züchten mit der Honigbiene als Gemeingut der Imker weltweit gesichert werden kann. Auch darauf gab es bisher keine Stellungnahme.

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