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Gentech-Mais bald wieder auf dem Acker?

03.04.2017

Mais

Foto: Sabine Rübensaat

Naturbelassen oder gentechnisch verändert? Sehen kann man die Unterschiede nicht. In der EU wird derzeit über neue Zulassungen von Genetik-Mais beraten.

Die EU-Staaten müssen aktuell über die Zulassung von drei gentechnisch veränderten Maissorten entscheiden. Befürchtungen werden laut, dass es bald wieder Gentech-Pflanzen auf den Äckern geben wird.

Deutschland arbeitet an einem neuen Gentechnik-Gesetz. Zwar werden auf deutschen Feldern schon seit einigen Jahren keine gentechnisch veränderten Pflanzen mehr angebaut. Das Aus für die Maissorte MON810 kam schon im Jahr 2009 und im Jahr 2011 folgte das Verbot für den Anbau der Stärkekartoffel Amflora. Nun stehen allerdings neue Anbauzulassungen auf dem Prüfstand und mit ihnen wird auch über die derzeitige Gesetzeslage diskutiert.

So soll mit dem neuen Gentechnik-Gesetz festgelegt werden, dass künftig Bund und Länder gemeinsam über Verbote von gentechnisch veränderten Pflanzen entscheiden müssen. Derzeit ist der Bund alleine zuständig und es gilt eine Übergangsregelung, die den Gentech-Anbau verbietet. Das neue Gesetz muss noch vom Bundestag verabschiedet werden. 

Gentechnik: Kritiker befürchten vereinfachte Zulassungen

Kritiker befürchten nun, dass es künftig dazu kommen könnte, dass jedes einzelne Bundesland in Deutschland seine eigenen Gentechnik-Anbau-Regeln umsetzt. Alle 16 Bundesländer haben laut Gesetzesentwurf die Pflicht, jedes Verbot schlüssig zu begründen – ansonsten wären die Äcker freigegeben für den Anbau der genmanipulierten Pflanzen. Des Weiteren bestehen große Bedenken – die auch der Deutsche Imkerbund (D.I.B.) äußert – hinsichtlich des bürokratischen Aufwands der Verfahren zu Anbauverboten.

Mit dem neuen Gesetz soll zudem die sogenannte Opt-out-Regelung in Kraft treten. Diese besagt, dass einzelne Mitgliedsstaaten der EU über nationale Gentech-Anbauverbote selbst entscheiden dürfen. Doch auch dazu gibt es Kritik: So äußert der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Vermutung, dass durch das Opt-Out Zulassungen von gentechnisch veränderten Pflanzen in der EU leichter zugestimmt werden könnten, da die Nationalstaaten dann selbstständig Verbote erlassen können.

Ganz aktuell geht es in der EU um die Zulassung von drei gentechnisch manipulierte Maissorten: MON 810 der Firma Monsanto (Wiederzulassung), 1507 von Pioneer (Erstzulassung) und Bt11 von Syngenta (Erstzulassung). Bisher kam unter den EU-Staaten zwar noch keine qualifizierte Mehrheit dafür zustande. Doch das bedeutet, dass die EU-Kommission alleine entscheiden kann – ähnlich wie bei der befristeten Zulassung von Glyphosat. Deutschland enthielt sich bei der Abstimmung.

Gentech-Mais produziert Insektengift

Alle drei Maislinien produzieren nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ein Insektengift. Außerdem seien sie resistent gegen das Totalherbizid Glufosinat. So könnte beispielsweise das vom Bt-11-Mais produzierte Gift nicht nur den Maiszünsler, den es abwehren soll, töten, sondern auch andere Insekten.

Mehrere Umweltverbände warnen nun vor dem aktuellen Geschehen, dass dazu führen könnte, dass erstmals seit 2010 wieder eine Gentech-Pflanzen zugelassen werden. Zwar gelte derzeit in Deutschland ein Anbauverbot, doch mit der Enthaltung habe das deutsche Bundeslandwirtschaftsministerium verhindert, dass auch EU-weit der Anbau von Gentechnik weiter eingeschränkt bleibt.

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