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Glyphosat-Einsatz bekommt Auflagen

13.07.2016

Getreidefeld

Foto: Sabine Rübensaat

Wenn das Getreidefeld kurz vor der Ernte mit Glyphosat besprüht wird, sterben auch viele Blühpflanzen ab.

Strengere Kontrollen, ein Verbot für Beistoffe und die Bitte, Glyphosat nicht mehr in Parks und auf Spielplätzen einzusetzen  mit diesen Mitteln will die EU den Einsatz des Herbizids beschränken.

Nachdem die EU-Mitgliedsstaaten die EU-Kommission im Alleingang über die weitere Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat entscheiden ließen, bekommt der Einsatz des umstrittenen Mittels nun schärfere Auflagen.

Weniger Glyphosat auf Spielplätzen

Bis Ende 2017 wurde die Zulassung verlängert. Danach muss neu verhandelt werden. Bis dahin soll die europäische Chemikalienagentur ECHA eine Neubewertung des Wirkstoffs vornehmen, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein.

Mehr zu der Entscheidung über die befristete Verlängerung der Zulassung lesen Sie hier.>>>

Am Dienstag haben die EU-Mitgliedsstaaten über die Auflagen entschieden, die nun rückwirkend seit 1. Juli für den Einsatz von Glyphosat gelten. Geeinigt haben sie sich einem Bericht des Internetportals topagrar.com auf folgende Einschränkungen:

  • Die sogenannten POE Tallowaminen, die Glyphosat als Beistoffe zugesetzt werden, sind nun europaweit verboten. Sie sorgen dafür, dass das Herbizid besser auf den mit Glyphosat behandelten Pflanzen haftet. In Deutschland sind diese Beistoffe bereits seit 2011 verboten.

  • Strenger geprüft werden soll zudem, ob Glyphosat in jedem Einzelfall wirklich kurz vor der Ernte auf Feldern verwendet werden muss – die sogenannte Sikkation. Dabei wird die Abreifung von Kulturpflanzen kurz vor der Ernte künstlich beschleunigt. Gleichzeitig werden alle Pflanzen vernichtet, die zwischen den Feldfrüchten oder am Rande der Felder wachsen. Doch damit gehen auch viele Blühpflanzen kaputt, die Bestäuberinsekten Nahrung bieten könnten. Zwar ist die Sikkation in Deutschland – zumindest im großflächigen Einsatz – bereits verboten. Doch genau das soll nun strenger kontrolliert werden.

  • Als dritten Punkt haben sich die Länder darauf festgelegt, dass Glyphosat in öffentlichen Parks und auf Spielplätzen weniger eingesetzt wird. Doch dafür gilt kein Verbot, sondern lediglich eine Aufforderung, den Einsatz zu reduzieren.


Grüne kritisieren Glyphosat-Auflagen

Wie bereits bei der Abstimmung über die Verlängerung der Zulassung hat sich Deutschland auch bei der Entscheidung über die Auflagen enthalten. Negative Folgen des Einsatzes von Glyphosat hatten bereits im Vorfeld der Verlängerung auch die Imkerverbände geäußert. Dabei geht es vor allem um die Vernichtung wichtiger Nahrungsquellen für die Bienen, wenn an Feldrändern und beispielsweise zwischen den Getreideähren immer weniger Blühpflanzen wachsen.

Kritik kommt auch von den Grünen im Europäischen Parlament. So erklärt der Europa-Abgeordnete Martin Häusling, dass das Verbot der POE Tallowaminen zwar in Deutschland bereits seit langem gelte. Doch die Mittel seien durch andere Netzmittel, die die Wirksamkeit und damit die Giftigkeit verstärken, ersetzt worden. "Das Verbot greift ins Leere und ist Augenwischerei", so Häusling.

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