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Glyphosat: Neue Zulassung auf der Kippe?

06.10.2017

Glyphosat

Foto: dbj

So sieht ein mit Glyphosat behandeltes Feld aus: Im November soll entschieden werden, ob das Herbizid eine weitere Zulassung für zehn Jahre bekommt. Einige EU-Länder sind dagegen.

Die EU wird voraussichtlich im November über die Verlängerung der Zulassung des umstritten Herbizids Glyphosat um weitere zehn Jahre abstimmen. Aktuell zeichnet sich ab, dass einige Länder ins dagegen stimmen könnten.

Nachdem bekannt wurde, dass die Einstufung von Glyphosat als nicht krebserregend durch das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) auf einem Bericht beruht, bei dem Teile aus dem Zulassungsantrag der Hersteller stammen, ziehen einige Länder Konsequenzen: "Immer mehr EU-Mitgliedsstaaten lehnen eine Wiederzulassung ab", erklärt der grüne EU-Politiker Martin Häusling in einer offiziellen Mitteilung. Anlass dieser Mitteilung war das Nicht-Zustandekommen der Abstimmung zum jetzigen Zeitpunkt über die Wiederzulassung von Glyphosat. Die EU-Länder hatten sie am 5. Oktober von der Tagesordnung genommen und voraussichtlich auf November vertagt.

Häusling fordert, dass nun der gesamte Risiko-Bewertungsprozess neu aufgerollt werden müsse. "Das heißt, die EU-Kommission muss den BfR-Bericht ganz offiziell zurückweisen und die federführenden Risikobewertung neu vergeben", so der Grünen-Politiker.

Mehrere Länder gegen Glyphosat-Zulassung

Ein Sachverständigengutachten des Prüfers Dr. Stefan Weber hatte den BfR-Bericht als Plagiat bewertet. Es hatte ausgewählte Kapitel des BfR-Berichts zu den gesundheitlichen Risiken von Glyphosat mit entsprechenden Passagen aus dem Zulassungsantrag der Glyphosat-Hersteller verglichen. Das Urteil: Das BfR habe keine eigenständige Bewertung der vorhandenen Studien vorgenommen.

Derzeit zeichnet sich bereits ab, dass sich einige Länder einer Wiederzulassung entgegensetzen. So hat Österreich in dieser Woche sein "Nein" im Kabinett beschlossen und will auf EU-Ebene dagegen stimmen. Es beruft sich auf das in der EU geltende Vorsorgeprinzip. So darf ein Mittel eigentlich so lange nicht verwendet werden, solange nicht klar ist, dass es unschädlich ist.

Nach Angaben von Martin Häusling hat sich Italien diese Woche dieser Haltung angeschlossen und auch aus Schweden sei ein Nein zu erwarten. "Frankreich hat erklärt, mit Nein zu stimmen, wenn es kein Entgegenkommen bei der Verkürzung der Zulassungsdauer gibt", erklärt er. Die Haltung Deutschlands und Luxemburgs bleibt wegen den anstehenden Regierungsneubildungen noch offen.

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