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Glyphosat reduzieren statt verbieten?

17.04.2018

Glyphosat

Foto: Sabine Rübensaat

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner hat sich skeptisch über ein Glyphosat-Verbot geäußert, dennoch will sie schon bald konkrete Vorschläge zur Reduzierung des Unkrautvernichters vorlegen.

Die Bundesregierung will den Einsatz von Glyphosat beschränken. Die zuständige Ministerin hat angekündigt, schon bald Vorschläge dafür vorzulegen. Ein mögliches nationales Verbot bleibt aber weiterhin umstritten.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD heißt es zum weiteren Vorgehen im Bezug auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und damit auch auf den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat, dass deren Einsatz reduziert werden soll. Die Bundesregierung möchte dazu die Forschung verstärken, um die Bandbreite innovativer Pflanzenschutzmitteln zu erweitern.

Glyphosat-Einsatz soll reduziert werden

Diese Pläne hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) nun konkretisiert und dabei eine etwas widersprüchliche Haltung in Bezug auf ein mögliches nationales Verbot des Totalherbizids gezeigt. So kündigte sie einerseits an, dass sie schon in den nächsten Tagen einen Vorschlag vorlegen möchte, wie die Anwendung eingeschränkt werden könne. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll der Vorschlag sowohl Personengruppen betreffen, für die dann eine Einschränkung beim Einsatz von Glyphosat gelten solle, als auch die Oberflächenanwendung generell.

Gleichzeitig äußerte sich Klöckner skeptisch, ob ein nationales Verbot des Pflanzenschutzmittels, wie es derzeit in Österreich diskutiert wird, dem EU-Recht entsprechen könne. "Verbote haben nicht immer Bestand", sagte sie laut Süddeutscher Zeitung. Für diese Äußerung musste sie sich nun rechtfertigen, denn sie wurde als Hinweis darauf interpretiert, dass die Landwirtschaftsministerin gegen eine langfristigen Ausstieg aus der Glyphosat-Anwendung sei. Klöckner betonte jedoch, dass sie sich strikt an die Vorgaben des Koalitionsvertrags halten wolle.

Glyphosat vernichtet Bienennahrung

Eindeutiger ist die Haltung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Sie fordert, dass Deutschland ein nationales Glyphosat-Verbot beschließen solle, so dass der Ausstieg bis 2021 durchgesetzt sei.

Im November 2017 hatten die EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich dafür gestimmt, dass Glyphosat eine weitere Zulassung für fünf Jahre bekommt. Das Unkrautvernichtungsmittel steht jedoch im Verdacht krebserregend zu sein. Zudem verschlechtert der Einsatz von Glyphosat die Nahrungsbedingungen für Bienen und alle blütenbesuchende Insekten.

Ein ausführliches Interview mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner lesen Sie in der kommenden Ausgabe des Deutschen Bienen-Journals.

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