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Höherer Orientierungswert für PA-Eintrag in Honig

10.09.2018

Jakobskreuzkraut

Foto: Jana Tashina Wörrle

Jakobskreuzkraut kann sich schnell ausbreiten und große Flächen bedecken. Für Bienen ist es nur mäßig attraktiv.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat den Orientierungswert für Pyrrolizidinalkaloide (PA) in Lebensmitteln angehoben. Das Risiko, dass PA über Jakobskreuzkraut und andere Pflanzen in den Honig gelangen, gilt als gering.

Bereits im Juli 2017 hat die EU-Verbraucherschutzbehörde EFSA den Richtwert erhöht, unter dem eine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Pyrrolizidin-Alkaloide (PA) möglich ist. Dies hat nun auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigt und den bisherigen Orientierungswert angehoben.

So gehen die Behörden nun nicht mehr davon aus, dass ab einem Wert von 140 μg/kg PA Belastungen für die Gesundheit entstehen können, sondern erst ab etwa 474 μg PA/kg. Zwar gibt es noch immer keinen gesetzlichen Grenzwert für den PA-Gehalt in Honig. Dennoch geben EFSA und BfR einen Richt- bzw. Orientierungswert vor, der sich aus verschiedenen Forschungsergebnissen erschließt.

PA-Gehalt: Berechnungen zeigen geringere Gesundheitsgefährdung

Konkret bedeutet das: Die maximale tägliche Aufnahmemenge von 0,0237 μg PA/kg pro Kilo Körpergewicht sollte nicht überschritten werden. Das entspricht bei 60 kg Körpergewicht 1,42 μg pro Tag. Bezogen auf den durchschnittlichen Honigkonsum gilt: Bei einem Honigkonsum von 20 Gramm Honig pro Tag und einem Körpergewicht von 60 kg liegt danach der Richtwert bei max. 71 μg PA/kg Honig, bei einem Konsum von 10 Gramm bei 142 μg PA/kg Honig. Nach den Empfehlungen des BfR kann man davon ausgehen, dass für den durchschnittlichen Erwachsenen bezogen auf Honigkonsum und Körpergewicht erst bei einem Verzehr von Honig mit mehr als 474 μg/kg PA eine gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist.

"Die EFSA hat aufgrund von weiteren Daten die Gefährdung der Gesundheit durch PA beurteilt. Diese Daten haben eine geringere Gefährdung der Gesundheit ergeben als die vorherigen Berechnungen des BfR", sagt Dr. Werner von der Ohe, Leiter des LAVES Institut für Bienenkunde Celle, zur Änderung des Richtwerts. Außerdem erwähnt er, dass bei der toxikologischen Bewertung einer maximalen täglichen Aufnahmemenge von 0,0237 µg/kg Körpergewicht eine Sicherheitsmarge von 10.000 eingerechnet wurde.

Wer viel Honig isst, sollte zwischen den Sorten wechseln

Obwohl die meisten deutschen Honige keine PA aufweisen, empfiehlt das BfR Personen mit einem hohem Honigkonsum zwischen verschiedenen Sorten und auch Herkünften zu wechseln und sich nicht nur auf eine Sorte festzulegen. Werner von der Ohe erklärt dies so: "Der Handel kann den PA-Gehalt der Fertigware durch Mischungen von Honigen niedrig halten. Da es keinen Grenzwert gibt, ist der Verbraucher für sich selbst verantwortlich und erhält durch das BfR eine Konsumempfehlung. In Unkenntnis der PA-Gehalte von gekauften Honigen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass beim Wechsel zwischen diversen Honigsorten die Aufnahme von PA relativ gering ist."

Zwar werde in Imkerkreisen verständlicherweise über PA in Honig diskutiert, doch Untersuchungen hätten mehrmals gezeigt, dass die meisten in Deutschland geernteten Honige keine PA aufweisen. Nur bei vereinzelten Sommerhonigen wurden höhere Werte gemessen. "Höhere Belastungen als in Honig findet man aber zum Beispiel in Kräutertees", erläutert von der Ohe.

An der PA-Belastung von Honig wird derzeit dennoch weiter geforscht. So haben aktuelle Studien ergeben, dass in belasteten Honigen im Laufe der Zeit immer weniger PA nachgewiesen werden. Es findet ein Abbau statt.

Einen ausführlichen Beitrag von Werner von der Ohe über PA im Honig, über das Jakobskreuzkraut und die Auswirkungen auf die Imkerei lesen Sie in der September-Ausgabe des Deutschen Bienen-Journals.>>>

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