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Indirekte Folgen von Pestiziden zu wenig berücksichtigt

10.12.2017

Blühstreifen

Foto: Sabine Rübensaat

Das Umweltbundesamt fordert strengere Umweltauflagen für das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und eine generelle Reduzierung. Zudem braucht Deutschland mehr Blühflächen.

Pflanzenschutzmittel werden in der Landwirtschaft großflächig und häufig an selber Stelle ausgebracht. Das hat Folgen für die Äcker und auch für angrenzende Flächen. Das Umweltbundesamt hat nun ein Gutachten zu den indirekten Folgen der Breitbandpestizide vorgelegt.

Dass Landwirte Blüh- und Brachflächen anlegen müssen, soll der Artenvielfalt dienen. Wenn dort jedoch sowohl Pflanzenschutzmittel versprüht werden als auch der Einsatz der Mittel auf den Äckern auf diese Flächen abdriftet, tötet dies viele Tier- und Pflanzenarten – und nicht nur die unerwünschten Schädlinge. Zwar hat das Europäische Parlament erst kürzlich einem Verbot der Pflanzenschutzmittel auf ökologischen Vorrangflächen ab 2018 zugestimmt, dennoch hat der großflächige und intensive Einsatz von Breitbandpestiziden Folgen für die Biodiversität. Er führt insgesamt zu einem immer größeren Rückgang von Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten auf Feldern und Wiesen und in der Agrarlandschaft insgesamt.

Zu viele Breitbandpestizide auf den Äckern

"Feldlerchen und andere Vögel, Schmetterlinge und Wildbienen finden keine Nahrung mehr", benennt das das Umweltbundesamt (UBA) im Zusammenhang mit einem neuen Rechtsgutachten, das es über die indirekten Folgen des Einsatzes der Breitbandpestizide erstellt hat. Das UBA rät daher dazu, den Einsatz besonders biodiversitätsschädigender Mittel stärker unter Vorbehalt zu stellen.

"Das bedeutet, dass die Anwendung von Mitteln mit starken indirekten Auswirkungen nur noch erlaubt ist, wenn der Betrieb einen Mindestanteil an Flächen vorweisen kann, auf denen auch Ackerwildkräuter wachsen", teilte dazu UBA-Präsidentin Maria Krautzberger mit und verwies auch darauf, dass es mehr Blühstreifen, Brachflächen oder unbehandelte Dünnsaaten bedürfe als sogenannte ökologische Ausgleichsflächen.

Zudem sollte aus Sicht von Maria Krautzberger der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln insgesamt deutlich reduziert werden. Derzeit würden Mittel großflächig und in einem Umfang von rund 100.000 Tonnen pro Jahr in Deutschland von der konventionellen Landwirtschaft ausgebracht.

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