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Kanadische Honigräuber

22.02.2017

Hungriger Bär

Foto: Fotolia

Hungrige Bären freuen sich nach dem Winterschlaf, wenn sie auf Nahrungssuche auf Bienenvölker treffen. In Kanada schützen sich die Imker deshalb besonders.

In Ontario, einer Provinz im Südosten Kanadas, gehören elektrische Zäune mittlerweile zur Standardausrüstung der dort lebenden Imker. Denn das ist der beste Schutz vor hungrigen Honigdieben im dunklen Pelz.

Auf ihrer Suche nach Nahrung plündern Bären selbst junge Völker mit wenigen Honigvorräten, wie David Dubois aus Sudbury, einer Stadt 400 km nördlich von Toronto, am eigenen Leib erfahren musste. Er stellt seine neuen Bienenvölker ungeschützt auf, denn der bestellte Zaun sollte erst eine Woche später geliefert werden. Schon am nächsten Tag fand er alle Beuten zerstört vor. Ein Bär hatte jede einzelne geöffnet und den Honig darin geplündert.

Bären auf Nahrungssuche hinterlassen Schäden

Immer wieder kommt es in Ontario zu Schäden und Völkerverluste durch Bären wie die Daten des dortigen Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten zeigen. Von Anfang April 2014 bis Ende März 2015 waren Bären für die Verluste von 352 Bienenvölkern verantwortlich und zerstörten Beuten und Ausrüstung im Wert von 67.771 Kanadischen Dollar (48.678 Euro). Nur ein Jahr später stieg der Sachschaden 2015/2016 um mehr als 60 Prozent auf 111.166 Kanadische Dollar (79.848 Euro) und es wurden 518 Völkerverluste durch Bärenattacken gemeldet.

Aber es ist nicht nur Honig auf denen es die Allesfresser abgesehen haben. Auf ihrer Suche nach Nahrung plündern sie auch Vogelfutterhäuschen, Grillplätze, Mülltonnen und versuchen sogar in Gebäude einzudringen. Normalerweise meiden die Tiere Siedlungen. Aber sobald sie gelernt haben, dass es dort wo Menschen leben, etwas Fressbares gibt, kommen sie regelmäßig in Wohngebiete und Städte.

Viele Menschen haben Angst vor den Tieren, denn Bären sind eine imposante Erscheinung: Ein ausgewachsenes Männchen kann über 200 kg wiegen – abhängig von Alter, Jahreszeit und Nahrungsangebot. Die kleineren Weibchen bringen bis zu 150 kg auf die Waage.

Bärenschutz: Schilder auf den Highways

In Timmins, einer Stadt im Nordosten Ontarios, gibt es deshalb das Programm "Bear Beware" – zu Deutsch "Hüte dich vor Bären", in dem unter anderem Trillerpfeifen an die Anwohner verteilt werden. Der Schrille Ton soll dafür sorgen, dass der Bär einen beim Sammeln von Beeren oder Spaziergängen im Wald bemerkt und vor dem lauten Geräusch Reißaus nimmt. Außerdem stehen an jedem Highway Schilder, die darauf hinweisen, die Tiere nicht zu füttern.

Dass man sich mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen wirksam vor Bärenschäden schützen kann, zeigt das Beispiel von Trevor Laign. Er betreibt eine Farm außerhalb von Wawa, einer Gemeinde in der Region Algoma im Norden Ontarios, in deren Umfeld mehr als 50 Bären leben. Dort baut er nicht nur Blaubeeren an – eine der Hauptnahrungen von Bären im Sommer –, er mietet auch jedes Jahr Bienenvölker für die Bestäubung.

Schäden durch die großen Raubtiere hatte aber er noch nie. Denn im Gegensatz zu David Dubois schützt er die Bienenvölker mit einem stabilen Elektrozaun.

Originalartikel von Alan Harman aus BeeCulture, Januar 2017
Kürzung und Übersetzung aus dem Englischen: Saskia Schneider

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