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Kirschessigfliege: Gefahr für Bienen

29.08.2016

Weintrauben

Foto: Sabine Rübensaat

Weintraubenernte in Gefahr: Winzer setzen gehen die Kirschessigfliegen unter anderem das Kontaktgift SpinTor ein. Das Mittel gefährdet auch Bienen.

Auch in diesem Jahr richtet die Kirschessigfliege wieder Schäden an. In Rheinland-Pfalz müssen Winzer derzeit gegen einen starken Befall kämpfen. Sie behandeln ihre Traubenpflanzen vielfach mit bienengefährlichen Mitteln. Was Imker jetzt tun sollten.

Die Kirschessigfliege ist ein Schädling, der alle beerenartigen bzw. weichschaligen Früchte befallen kann. Seit etwa dem Jahr 2008 wurde die Fliege von Asien über Amerika kommend nach Europa eingeschleppt. 2011 wurde sie erstmals auch in Deutschland nachgewiesen und hat sich mittlerweile stark verbreitet.

Landwirte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verzeichnen dieses Jahr starke Schäden. Aktuell sind vor allem Winzer bei den dunkel gefärbten Rebsorten mit der Bekämpfung der Kirschessigfliege beschäftigt. Mit zunehmender Reifeentwicklung werden diese attraktiv für den Schädling. 

Bienengift im Einsatz

Die Kirschessigfliege ist etwa drei Millimeter groß und hat bei der Wahl der Ablageplätze für ihr Eier einige Besonderheiten auf Lager. Im Gegensatz zu heimischen Essigfliegen, die nur vorgeschädigte Beeren befliegen, geht die Kirschessigfliege auch an Früchte, die sich noch an der Pflanze befinden. Sie sticht sie an und legt ihre Eier hinein. Nach dem Schlupf der Larven fressen sich diese in die Früchte und verpuppen sich dort. Die Früchte werden matschig und sind nicht mehr zu ernten.

Deshalb sind Obstbauern und Winzer nicht erfreut über den Schädling und bekämpfen die Kirschessigfliege mit chemischen Mitteln. Doch diese können gefährlich für Bienen werden. Aktuell wurde in Teilen von Rheinland-Pfalz ein hoher Befalls- und Schädigungsdruck durch die Kirschessigfliege bei roten Traubensorten festgestellt. "Winzer müssen vielfach Ihre Weinberge behandeln", teilt das Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen mit und rät Imkern, das Geschehen vor Ort aufmerksam zu verfolgen und das Gespräch mit den Winzern zu suchen.

Neue Standorte suchen oder Bienenvölker schließen

Häufig werden gegen die Kirschessigfliege Mittel wie Spintor eingesetzt, das giftig für Bienen ist (zugelassen nach Art. 51 EU). SpinTor ist ein Kontaktgift mit dem Wirkstoff Spinosad und der Einstufung B1; es ist also als bienengefährlich bewertet. Laut Bienenschutzverordnung darf das Präparat nicht in Trachtquellen von Bienen ausgebracht werden.

Da Bienen keine Blüten von Weinreben als Nahrungsquelle nutzen, gilt die Verordnung nicht in Weinbergen. Doch Bienen halten sich hier dennoch häufig auf: im blühendem Unterwuchs der Weinberge oder auf der Randbegrünung. Zudem sammeln sie manchmal die austretende Säfte der Weinbeeren.

Außerdem sind über Notfallzulassungen (nach Art 53) die Mittel Mospilan (Acetamiprid) und Karte Zeon (Lambda Cyhalothrin) zugelassen. Sie sind zwar als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft. Sie dürfen allerdings nicht mit einem Ergosterol-Biosynthesehemmer gemischt werden, da sich sonst die Gefährdung von Bienen ändern kann. „Die Ausbringung aus dieser Fungizidgruppe spielt aber jetzt keine Rolle mehr, trotzdem sind die Winzer darüber informiert“, sagt Dr. Friedrich Louis, Leiter des Instituts für Phytomedizin bei der rheinland-pfälzischen Weinbauberatung.

Das Fachzentrum in Mayen rät Imker mit Bienenständen in der Nähe von Rotweinanlagen, dem Winzer einen möglichen Beflug zu melden. Am besten werde abgesprochen, wann die Behandlung stattfindet. Denn dann könnten Imker mit ihren Bienenvölkern an andere Standorte wandern oder Völker mit Gitterboden an schattigen Standorten, und nach Aufsetzen von Leerzargen, vorübergehend verschließen. Um die Gefahr des Verbrausens zu vermeiden, sollten die Bienenvölker aber sicherheitshalber beobachtet werden.

Kirschessigfliege: Noch bis Mitte September Mittel im Einsatz

Für Spintor und Mospilan gilt eine Wartezeit von 14 Tagen; für Karte Zeon sind es sieben Tage. Die Wartezeit ist der Zeitraum der letzten Behandlung bis zum Beginn der Ernte. Die Wirkungsdauer der Mittel ist laut Friedrich Louis allerdings kürzer. Sie werden meist in den kühleren Abendstunden oder sehr früh am Morgen angewendet.

Imker müssen noch einige Tage damit rechnen, dass die Mittel gegen die Kirschessigfliege zum Einsatz kommen. "Da die Traubenreife zurzeit noch etwas verzögert ist, gehe ich von möglichen Behandlungen mit Spintor bis etwa Mitte September aus", sagt Louis. Es hänge von der Befallsentwicklung und der Traubenreifeentwicklung ab.

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