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Kunst in Honig eingelegt

24.02.2016

in Honig eingelegte Geheimnisse

Fotos: C. Victor Dahmen/Cony Theis

Das Werk "Good Guys / Bad Guys" zeigt in Honig eingelegte Geheimnisse.

„Gefangene Geheimnisse“ lautet der Titel der Ausstellung im Kunsthaus Kannen in Münster. Noch bis zum 1. Mai, jeweils Dienstag bis Sonntag von 13 bis 17 Uhr, kann man hier Werke bestaunen, die die Künstlerin Cony Theis gemeinsam mit Patienten der forensischen Psychiatrie – sie sind aufgrund einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung straffällig geworden – erarbeitet hat. Werke, die allesamt etwas mit Bienen zu tun haben.

Dazu gehören Porträtzeichnungen, die statt von einem Bilderrahmen in einer Wabe aus Holz eingefasst sind - sogenannte Objektkästen. Dazu gehören aber auch Briefbögen und andere Texte, die in großen Gläsern mit Honig schwimmen. Es sind „Geheimnisse“ der Patienten, Erinnerungen und Andenken, die sie in Honig eingelegt haltbar machen wollen.

Honig versteckt Geheimnisse


"Alle Objekte vereint, dass sich geheime, nur den Autorinnen und Autoren bekannte Texte und Bilder in Honiggläsern finden: dunkel transparentes Material, schwerflüssig, bernsteinfarben, nicht verderbend, Energieträger", beschreibt Cony Theis die Werke. Wichtig und "besonders" bezeichnet sie den forensischen und psychiatrischen Zusammenhang mit dem Thema Geheimnis. "Für die Patienten war es eine besonders interessantes, zum Teil auch ein heikles Thema", sagt die Künstlerin und weist darauf hin, dass keiner weiß, ob sich in den Objekten positive oder negative Geheimnisse befinden. Das bleibt den Patienten vorbehalten, denn aus dem Honig schimmern nur einzelne Wörter oder Zeichen hervor. Zudem konnten die Mitwirkenden bei der Arbeit "Good Guys / Bad Guys" selbst wählen, wie viel Honig in die Gläser gefüllt wird und ihre Geheimnisse bedecken soll.

Die Bilder in den Waben stellen einerseits die Patienten dar  gezeichnet von der Künstlerin selbst. Andererseits sind auch hier Geheimnisse von den Patienten festgehalten in Form von bunten Bildern, Mustern und vielen Zeichnungen, die nicht sofort verraten, was damit gemeint ist. Diese Porträts setzen sich aus Selbstporträts, Farbprofilen, biografischen Übersetzungen und eben Geheimnissen zusammen. Allen gemeinsam ist die Wabenstruktur. Zellwand an Zellwand sind sie in der Ausstellungshalle angebracht.
 

Wabe: die stabilste Form überhaupt

Das Material Honig und die Form der Wabe hat Cony Theis ganz bewusst gewählt. Für sie ist beides positiv besetzt. „Diese Wertschätzung fand ich ein geeignetes Mittel, um als Künstlerin in einen negativ besetzten Raum zu gehen“, sagt sie und weist auf den Künstler Joseph Beuys hin, der mit seinem Werk „Honigpumpe“ das Prinzip ausdrückte, im Blutkreislauf der Gesellschaft zu arbeiten.

Für die Porträts hat sie aus mehreren Gründen die Form der Wabe gewählt: „Weil sie als Form Innen und Außen in sich trägt, was gerade für das Thema der Forensik eine besondere Bedeutung hat. Weil sie eine Form ist, die stellvertretend für gesellschaftliche Verbindungen gesehen werden kann – auch Bienen leben ja in Gemeinschaften. Weil ich sie als eine der stabilsten Formen überhaupt kenne – darin haben auch „laienhafte“ künstlerische Äußerungen Halt und weil gleichzeitig durch die stabile Form das temporäre Wesen, die Zeitbezogenheit dieser Porträts sichtbar werden können.“

Mit dem Kunstprojekt will Cony Theis die psychisch kranken Menschen der forensischen Psychiatrie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit holen. Ziel des Projektes „Gefangene Geheimnisse“ sei die Entwicklung künstlerischer Arbeiten, die diese Menschen – zunächst im Kunstkontext – sichtbar werden lässt und damit die Erweiterung des Themas Porträt und Menschenbild.


Infos zu den „Gefangenen Geheimnissen“ gibt es hier.>>>

Mehr über Cony Theis und ihre Kunst lesen Sie hier.>>>

Nach der Ausstellung im Kunsthaus Kannen, 14. Februar bis 1. Mai 2016 folgt eine weitere Station im LVR Landesmuseum Bonn, 18. Mai– 31. Juli 2016.

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