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Kunstlicht stört Bestäuber

03.10.2016

Kunstlicht

Foto: M. Hörler/GfÖ

Gestörte Bestäubung: Insekten werden von der künstlichen Lichtquelle angezogen und so von den Blüten weggelockt.

Straßenlaternen und andere Beleuchtung zieht Insekten an und hält sie davon ab, Pflanzen zu bestäuben. Das haben Forscher aus Bern herausgefunden. Pflanzen in der Nähe von künstlichen Lichtquellen bildeten der Studie zufolge 20 Prozent weniger Samen.

In Städten ist die Lichtverschmutzung groß – ob durch Straßenlaternen, Leuchtreklamen oder ganz einfach durch das Licht der Häuser. Das hat Folgen für die Bestäubung. Denn lichtempfindliche Insekten, die in der Nacht fliegen, lassen sich von den künstlichen Lichtquellen ablenken. Statt zu den Pflanzen fliegen sie im Dunkeln lieber zu den leuchtenden Objekten. Das stört in der Folge auch die Samenbildung der Pflanzen.

Zu diesen Ergebnisse kommen die Forscherinnen Eva Knop und Leana Zoller von der Universität Bern. Sie untersuchten Kohldisteln (Cirsium oleraceum) im Lichtkegel von Lampen. Diese bildeten zwanzig Prozent weniger Samen als solche in Dunkelheit. Die Kohldisteln werden vor allem von Nachtfaltern und Käfer bestäubt, die nachts die Pollen von Blüte zu Blüte tragen. Sie finden die farblich unauffälligen Pflanzen über ihren Geruch.

Lichtverschmutzung vertreibt lichtempfindliche Insekten

Für ihr Experiment stellten die Ökologinnen Straßenlaternen in den Berner Voralpen auf und beobachteten hier das nächtliche Treiben und dessen Folgen. Den Ort wählten sie, um möglichst wenig störende Lichtverschmutzung anzutreffen und genaue Ergebnisse zu bekommen. Zudem mutmaßen die Forscherinnen, dass lichtempfindliche Bestäuber aus den Städten möglicherweise bereits verschwunden sind.

Dass die Samenbildung derart stark zurückging, erklären Knop und Zoller damit, dass die Bestäubung am Tag die Verluste der Nacht nicht kompensieren könne. Kohldisteln werden sowohl tagsüber als auch nachts bestäubt. Noch ist unklar, wie viele Arten in welchem Ausmaß von der reduzierten Fruchtbarkeit durch das künstliche Licht betroffen sind.

Über die Forschungsergebnisse berichtet die Gesellschaft für Ökologie e.V.

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