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Neonicotinoide im Honig: Weltweit gefunden

11.10.2017

Honig im Labor

Foto: Sabine Rübensaat

Honig im Labor: Rückstandsanalysen zeigten, dass viele Honige Neonicotinoide enthalten.

Honigbienen sind weltweit mehreren unterschiedlichen Neonicotinoiden chronisch ausgesetzt. Zu diesem Schluss kommen Forscher der schweizerischen Universität von Neuchâtel aufgrund ihrer Analyse von 198 Honigproben.

Über Kollegen, Freunde und Verwandte erhielten die Wissenschaftler lokale Honige von Produzenten aus der ganzen Welt. Diese untersuchten die Forscher auf Acetamiprid, Clothianidin, Imidacloprid, Thiacloprid und Thiamethoxam. In 75 Prozent aller Fälle wiesen sie Rückstände von mindestens einem Neonicotinoid nach, 45 Prozent der Honige enthielten zwei oder mehr dieser Wirkstoffe. Der Anteil belasteter Honige aus Europa lag bei 79 Prozent, wobei die Proben aus der Zeit vor dem EU-Moratorium stammten.

Die durchschnittliche Gesamtkonzentration der fünf Neonicotinoide in den positiven Proben betrug 1,8 ng/g und reichte bis zu 56 ng/g. Damit lag die Belastung zwar durchgehend unter den erlaubten Rückstandshöchstmengen in Lebensmitteln für den menschlichen Verzehr, aber 48 Prozent der Proben wiesen Mengen auf, die in anderen Versuchen Bienen negativ beeinflussten.

Beunruhigende Ergebnisse

Da die Rückstände im Futter der Völker vorkommen, ist davon auszugehen, dass diese den Wirkstoffen über eine lange Zeit hinweg ausgesetzt sind. Die Autoren bezeichnen ihre Ergebnisse als "beunruhigend". Um die Auswirkungen von Pestiziden jedoch handfest untersuchen zu können, beklagen sie fehlenden Zugriff auf entsprechende Daten: "Die nationalen Landwirtschaftsbehörden sollten endlich die Mengen an ausgebrachten Neonicotinoiden und anderen Pestiziden öffentlich bekannt geben. Zudem sollten diese Daten mit einer sehr viel feineren geografischen Auflösung Epidemiologen zugänglich gemacht werden, damit korrelative Studien zwischen lokalen Vorkommnissen und ausgebrachten Pestizidmengen möglich werden." Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Science 358.

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