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Neuigkeiten zu den Vorfahren der Bienen

05.06.2018

Ammoplanidae

Foto: Naturkundemuseum Berlin

Ammoplanidae: Grabwespen sind die nächsten Verwandten der Bienen.

Wissenschaftler vom Museum für Naturkunde Berlin haben neue Erkenntnisse zum evolutiven Ursprung der Bienen gewonnen. Sie erklären nun, wie aus einst fleischfressenden Wespen vegetarische Bienen wurden.

Es ist zwar bislang nur eine wissenschaftliche Hypothese, doch ein Forscherteam aus Berlin hat nun nach eigenen Angaben eines der faszinierendsten Rätsel in der Evolutionsforschung der Wespen und Bienen gelöst. Es geht um die Frage, wie aus den ursprünglich fleischfressenden Grabwespen vegetarische Bienen wurden. Die Grabwespen haben die Wissenschaftler, zu denen die Biologen Michael Ohl vom Museum für Naturkunde Berlin sowie Manuela Sann gehören, als älteste Vorfahren der Bienen identifiziert und ihre evolutionäre Entwicklung dargestellt.

Die Forscher werten die Entwicklung der Insekten hin zu einer rein vegetarischen Ernährung als wichtigsten Ausgangspunkt dafür, dass die Bienen eine so große Bedeutung bei der Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen erlangen konnten. In einer genetischen Studie, in der 195 Gene von mehr als 180 Wespen- und Bienenarten untersucht wurden, konnten sie einen detaillierten Stammbaum rekonstruieren.

Dabei zeigte sich, dass die nächsten Verwandten der Bienen zu einer Wespengruppe zählen, genauer gesagt zu den Grabwespen (Ammoplanidae). Diese sind nur wenige Millimeter groß und jagen als Nahrung für ihre Larven blütenbesuchende, pollenfressende Thripsen (Gewittertierchen), die sie in ihre Nester eintragen.

Mehr Pollennahrung: Biene kann sich entwickeln

Die Hypothese der Wissenschaftler lautet nun, dass durch den Transport von Thripsen, die Pollen gefressen hatten sowie von Pollen bedeckt waren, der Pollen zufällig von den Wespenlarven mitgefressen wurde. "Dies war der erste Schritt auf dem Weg zur obligatorischen Pollenernährung und damit zur Entstehung der Bienen", teilen die Forscher mit. Es folgte eine Umstellung auf eine rein vegetarische, pollen- und nektarfressende Lebensweise, was den frühen Bienen nicht nur neue Lebensräume, sondern auch eine einfachere Strategie zum Eintragen von Nahrung für ihre Larven im Vergleich zur Jagd nach lebendigen und wehrhaften Beutetieren ermöglichte.

Gestützt wird die Hypothese durch einen Fossilbefund, nach dem die ältesten bekannten Bienen aus kreidezeitlichem Bernstein ebenfalls Arten mit sehr geringer Körpergröße waren. Für die Forscher wird auch dadurch deutlich, dass Grabwespen die ältesten Vorfahren der Bienen waren.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Journal BMC Evolutionary Biology veröffentlicht.

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