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Öffentliche Anhörung für Petition Pestizidkontrolle

29.03.2019

Pestizide

Foto: Sabine Rübensaat

"Wir brauchen endlich transparente und wirksame Sicherheitsprüfungen von Pestizidwirkstoffen", fordert Thomas Radetzki.

Imkermeister Thomas Radetzki hat mit seiner Petition beim Bundestag die erste Hürde gemeistert und über 70.000 Unterschriften gesammelt. Nun kann er mit einer öffentlichen Anhörung rechnen. Er fordert, dass Pflanzenschutzmitteln vor ihrer Zulassung besser untersucht werden müssen. Sein Vorhaben unterscheidet sich von anderen, ähnlichen Petitionen. Das steckt dahinter.

Bis 1. Mai hatte Thomas Radetzki Zeit, um 50.000 Unterschriften zu sammeln. Erreicht hat er 71.669 und damit mehr als genug. Nun muss sich die Politik mit seinen Forderungen beschäftigen und er bekommt die Chance auf eine öffentliche Anhörung. Zu seinen Vorschlägen im Rahmen der Petition mit dem Titel "Reformierung der Risikoprüfung für Pestizide zum Schutz von Bienen und anderen Insekten" gehört, die komplette Umgestaltung der Zulassungsverfahren für Pestizide in Europa. Konkret:
  • Wirkstoffe umfassend auf subletale Wirkungen zu untersuchen, auch im Freiland,
  • Tankmischungen stärker zu prüfen,
  • und Interessenkonflikte besser auszuschließen.

Denn nach Ansicht von Radetzki braucht es endlich sinnvolle Richtlinien für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, die von unabhängigen Experten entwickelt werden. Nachgewiesenermaßen haben diese schließlich nicht nur Auswirkungen auf die Äcker, auf denen sie verteilt werden, sondern auf die gesamte Umgebung - Natur, Tier und Mensch.

Sicherheitsprüfungen der Pflanzenschutzmittel sind ungenügend

Der Imkermeister, der viele Jahre den Verein Mellifera e.V. geleitet hat und danach die Aurelia Stiftung gegründet hat, setzt sich - anders als bei vielen anderen Petitionen, die derzeit für Verbote bestimmter Pflanzenschutzmittel kämpfen, für eine Agrarwende und einen besseren Insektenschutz - mit seiner Petition namentlich für seine Forderungen ein. Er erhofft sich, als Experte ernster genommen zu werden, als die Zusammenschlüsse vieler verschiedener Verbände. Dennoch hat Radetzki bereits viele Unterstützer.

Thomas Radetzki hat die Forderungen seiner Petition deshalb auch sehr detailliert ausformuliert und nimmt sowohl Bezug auf Sicherheitsprüfungen der Pflanzenschutzmittel, die veraltet sind und den heute eingesetzten Mitteln nicht mehr gerecht werden. Zudem fordert er Prüfungen der Mittel direkt in der Praxis und nicht nur im Labor, bevor sie zugelassen werden. Er pocht darauf, dass das eigentlich EU-weit geltende Vorsorgeprinzip ernst genommen werden muss.

Umwandlungsprozess statt Agrarwende

Dabei geht es ihm nicht um eine radikale Agrarwende, denn alle Pestizide zu verbieten wäre aus seiner Sicht eine Illusion. Er fordert aber einen Umwandlungsprozess, der dafür sorgt, dass sowohl Mittel, die heute noch zugelassen sind, vom Markt verschwinden, als auch bei den Zulassungen neuer Mittel verschärfte Regeln anwendet.

Der vollständige Text der Petition steht auf petition-pestizidkontrolle.de

Ein ausführliches Interview mit Thomas Radetzki zu seiner Petition war in der Februar-Ausgabe des Deutschen Bienen-Journals zu lesen. >>>

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