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Pestizide gegen Menschenrechte

28.04.2017

Pestizideinsatz

Foto: Sabine Rübensaat

Jedes Jahr sterben viele Menschen an akuten Vergiftungen durch Pestizide. Der massive Einsatz in der Landwirtschaft soll nach Ansicht von UN-Sonderberichterstatterin, Dr. Hilal Elver, stark eingeschränkt werden.

Massiver Pestizideinsatz in der Landwirtschaft ist ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechte. Zu diesem Schluss kommt die UN-Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung, Dr. Hilal Elver.

Die Forschungsprofessorin an der Universität von Kalifornien beschäftigt sich vor allem mit Umweltgesetzen und Menschenrechten. In ihrem Bericht an die UN-Generalversammlung und den UN-Menschenrechtsrat führt sie Schätzungen an, wonach jedes Jahr etwa 200.000 Menschen weltweit an akuten Vergiftungen durch Pestizide sterben. Daneben würden chronische Belastungen durch Pestizide mit Krebs, Alzheimer, Parkinson, Hormon- und Entwicklungsstörungen sowie Sterilität in Verbindung gebracht.

Destabilisierte Ökosysteme

Vor allem Landarbeiter in armen Ländern und Saisonarbeiter seien häufig betroffen, da sie nicht in der Lage sind, die Etiketten und Sicherheitsbestimmungen zu lesen. Doch selbst in den Körpern der Ureinwohner der Arktis findet man Rückstände von Pestiziden, die in dieser Region nie eingesetzten wurden, schreibt Elver. Die Menschen dort erkrankten überdurchschnittlich häufig an Krebs.

Zudem zeigen Studien, dass Nahrungsmittel häufig mit verschiedenen Pestizidrückständen gleichzeitig belastet sind. Handelt es sich dabei um systemisch wirkende Mittel, nutzt auch kein Abwaschen mehr, um die Nahrung zu säubern. Neben der menschlichen Gesundheit stört massiver Pestizideinsatz die Balance zwischen den Schädlingen und deren natürlichen Gegenspielern. Dadurch werden ganze Ökosysteme destabilisiert.

Elver kommt daher zu dem Schluss, dass der Pestizideinsatz das Recht der heutigen Bevölkerung und künftiger Generationen auf Gesundheit und gesunde Ernährung untergräbt.

Zudem führt die UN-Sonderberichterstatterin an, dass auch eine erhöhte Nahrungsproduktion bislang nicht dazu geführt habe, den Hunger in der Welt zu besiegen. Grundsätzlich gebe es genug Nahrung – das Problem sei deren Verteilung. Zudem habe der verbreitete Einsatz von Pestiziden in den letzten 40 Jahren nicht zu geringeren Ernteverlusten geführt.

Einzige Lösung: Biolandwirtschaft

Die einzige Lösung sieht die Berichterstatterin in der Biolandwirtschaft. Sie beruft sich auf Studien, denen zufolge auch mit diesen Methoden genügend Nahrung produziert werden kann. Die Behauptung der Agrochemie, der massive Einsatz von Pestiziden sei für eine ausreichende Nahrungsversorgung notwendig, verweist Elver hingegen in das Reich der Legenden.

Um das Recht auf Gesundheit und gesunde Nahrung durchzusetzen, müssten gefährliche Pestizide aus dem Verkehr gezogen werden. Bestehende Gesetze und Leitlinien reichen nach Ansicht der Juristin nicht aus, um die Menschen und die Umwelt vor den negativen Folgen des massiven Pestizideinsatzes zu schützen.

Den Bericht der UN können Sie hier im Detail nachlesen.>>>

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