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Politik wichtiger als Pestizide und Parasiten

02.02.2016

Bienenvölker im Winter

Foto: Sebastian Spiewok

Auch ein harter Winter ändert nichts an der Zahl der Bienenvölker. Die meisten Imker gleichen einen Verlust aus.

Pestizide, Parasiten und der Klimawandel gefährden Bienen. Ihr Einfluss auf die weltweite Zahl der Bienenvölker ist allerdings nicht so hoch wie der von Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichen Veränderungen.

Mehr Bienenvölker

Weltweit wächst die Zahl der Bienenvölker und es wird immer mehr Honig produziert. Doch trotzdem übersteigt der Bedarf an der Betäubungsleistung der Bienen ihre Anzahl bei weitem. Denn während dieser in der Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren um über 300 Prozent angewachsen ist, stieg die Zahl der Bienenvölker insgesamt nur um 60 Prozent an.

Außerdem ist die Verteilung der Völker regional sehr unterschiedlich. Vor allem in Europa und den USA geht die Zahl zurück, während sie in anderen Ländern ansteigt. Einfluss darauf hat unter anderem der Honighandel: Länder, in denen relativ einfach und kostengünstig geimkert werden kann, haben auch viele Bienenvölker. Sie exportieren entsprechend viel Honig.

Das sind die Ergebnisse einer Auswertung statistischer Angaben der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die Biologen der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angefertigt haben. Sie haben dazu Daten zu Honigproduktion und Honighandel der letzten 50 Jahre aus rund 100 Ländern ausgewertet.


Ohne Subventionen weniger Honig

Den Rückgang der Bienenvölker in Europa – allein zwischen 1989 und 1995 hat sich die Zahl um rund sieben Millionen Bienenvölker verkleinert – erklären die Forscher mit dem Ende der Sowjetunion und der DDR. Vor der Wende der politischen Systeme wurde der Honig stark subventioniert und Imker konnten ihn staatlich gestützt zu hohen Preisen verkaufen.

Nach der Wiedervereinigung ging die Anzahl der Bienenvölker in den neuen Bundesländern um bis zu 50 Prozent zurück. Auch heute ist Deutschland noch immer ein Land, das viel Honig importiert.

Pestizide und Parasiten nicht so bedeutsam

Dass die Zahl der Bienenvölker aufgrund von Pestiziden, Parasiten oder Wetterextremen hierzulande abnimmt, bezweifeln die Forscher hingegen. Sie sehen politische und sozioökonomische Faktoren als bedeutsamer an, als der Einfluss von Pflanzenschutzmitteln, der Varroa-Milbe oder harten Wintern.

Eine Begründung: „Würde ein Bienenvolk zum Beispiel in Folge eines besonders harten Winters sterben, so gleichen die Imker dies in der Regel im Folgejahr aus“, schreiben die Forscher. So würden zwar Bienen sterben, aber dennoch bleibe die Zahl der Völker über einen längeren Zeitraum gleich.

Dabei kommt es allerdings auf das gezielte Eingreifen der Imker an, so dass man das Phänomen nur auf die von Imkern gehaltene Honigbienen übertragen kann. Sie lassen keine Rückschlüsse auf das Sterben von Wildbienen zu.

Das Fazit: Ob ein Land die Honigproduktion durch Subventionen unterstützt, ob die Produktions- und Exportbedingungen einfach sind und auch, ob dort Krieg herrscht oder andere gesellschaftliche Unruhen, hat mehr Einfluss auf die Zahl der Bienenvölker als die Bedingungen, die vermeintlich immer als Auslöser für das Bienensterben angenommen werden: Pestizide, Parasiten und Wetterextreme. Über den Anbau von Pflanzen, die den Bienen Nahrung bieten, wird nichts gesagt.

Ihre Erkenntnisse haben die Forscher im Journal "Agriculture, Ecosystems & Environment" veröffentlicht.

Weitere Informationen zur Auswertung der Biologen aus Halle gibt es hier.>>>

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