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So klappt das Wandern mit den Bienen

28.06.2017

Bienenwanderung

Foto: Sabine Rübensaat

Mit den Bienen zu wandern, ist ein Abendteuer. Rechtlich gibt es einiges zu beachten.

Um Sortenhonig zu ernten und bei der Bestäubung zu unterstützen, wandern viele Imker mit ihren Bienen zu Feldrändern, Obstbaumplantagen oder in die Wälder. Doch was ist beim Wandern mit Bienen wichtig und was braucht man dazu? Christian Jockheck, der Obmann für Wanderung des Landesverbands der Imker Weser-Ems erklärt es.

1. War das Wandern mit Bienen in früheren Zeiten verbreiteter als heute und wenn ja, warum?

Jockheck: Bienen wurden schon immer verstellt, sei es um eine bessere Tracht und Sortenhonig zu bekommen oder für die Bestäubung von Nutzpflanzen. Selbst im alten Ägypten wurden Bienen bereits auf dem Nil "gewandert". Ob das Wandern mit Bienenvölkern früher verbreiteter war als heute entzieht sich meiner Kenntnis – allerdings kann ich mir das Verbringen größerer Völkerzahlen ohne moderne Verkehrsmittel nur sehr schlecht vorstellen. Auch muss man unterscheiden: wandert der Hobbyimker oft nur von seinem Heim- zum Ablegerstand, zur Begattung der Königinnen auf eine Belegstelle oder innerhalb des Kreisgebietes kenne ich keinen Berufsimker, der nicht wandert und dabei große Entfernungen zurücklegt.

2. Was braucht man zur Wanderung mit Bienen?

Jockheck: Die Wanderung mit Bienen ist ein Abenteuer, welches man gut planen sollte aber auch sehr gut planen kann. Es gilt der Grundsatz: Keine Wanderung ohne gültiges Gesundheitszeugnis. Außerdem muss die Beute zweckmäßig, d.h. für die Wanderung geeignet sein. Erforderlich sind ein offener Wanderboden, ein Wanderdeckel, Zurrgurte, Verschlusskeil oder Schaumgummistreifen sowie Transport- und Hebetechnik. Vergessen Sie nicht, die Beute muss auch wieder zurück. Darüber hinaus müssen Sie sich beim zuständigen Kreisveterinär anmelden. Außerdem sollten Sie auch den Wanderwart des ansässigen Imkervereins über ihr Vorhaben informieren.

3. Gibt es eine Entfernungsgrenze, wie weit man mit Bienenvölkern wandern sollte und wie oft im Jahr?

Jockheck: Eine Entfenungsgrenze gibt es nicht – entscheidend ist letztendlich ihre körperliche Konstitution. Bienen wandert man grundsätzlich nur vor Beginn oder nach Ende des Bienenfluges – im Sommer also überwiegend nachts. Prinzipiell können Sie Ihr Bienenvolk täglich an einen neuen Ort verbringen – die Bienen fliegen sich neu ein, solange die Entfernung zum alten Platz drei Kilometer überschreitet – dass wird aber hoffentlich niemand machen. Üblicherweise werden Bienen zur Ausnutzung der Trachten Früh-, Sommer-, Spättracht in der Abfolge Obst und Raps, Robinie, Linde und Edelkastanie, Sonnenblume und Heide bis zu maximal vier Mal gewandert.

4. Welches sind die wichtigsten rechtlichen Vorschriften, die es beim Wandern zu beachten gilt?

Jockheck: Die wichtigsten rechtlichen Dinge die beim Verbringen von Bienenvölkern beachtet werden müssen regelt 1. das Bürgerliche Gesetzbuch – der Grundstückseigentümer muss der Nutzung zustimmen. 2. Paragraf 5 der Bienenseuchenverordnung - die Wanderung muss unverzüglich unter Vorlage eines gültigen Gesundheitszeugnisses angezeigt und am Bienenstand ein Schild mit Namen und Adresse des Imkers sowie der Anzahl der Bienenvölker angebracht werden und 3. das Wandergesetz basierend auf dem niedersächsischen Gesetz zur Regelung der Bienenwanderung und zum Schutz der Belegstellen. Vergleichbare Regelungen gibt es auch in einigen anderen Bundesländern. Eine beabsichtigte Wanderung kann außerdem verweigert werden, wenn nicht ausreichende Tracht vorhanden ist oder naturschutzrechtliche oder forstwirtschaftliche Belange dagegen sprechen.

Sein Tipp: Alle wichtigen Gesetze und Verordnungen finden Sie unter imker-weser-ems.de.

5. Gibt es auch Risiken, die man durch das Wandern eingeht?

Jockheck: Wenn Sie mit gültigem Gesundheitszeugnis, der richtigen Beute und Wandertechnik in Ihr Abenteuer starten sind Sie gut gewappnet. Denken Sie aber immer daran, eine Tracht kann auch "ins Wasser fallen", d.h. ausbleiben – lassen Sie daher immer genügend Futter im Volk, wandern Sie niemals ohne vorherige Absprache mit dem Kreisveterinär und Ortswanderwart und wandern Sie nachts. Vergessen Sie nicht: Auch wenn Ihre Bienen einige hundert Kilometer entfernt stehen. Sie bleiben der verantwortliche Tierhalter. Man wandert nur mit gesunden, starken Völkern und lässt seine Bienen nicht schwärmen.

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