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So war das Bienenjahr 2016

26.12.2016

Sonnenblumen

Foto: Dr. Jens Radtke

Die Sonnenblume zeigte 2016, dass sie durchaus in der Lage ist zu honigen.

Rauf und runter ging es im vergangenen Jahr mit den Temperaturen. Viel Regen und eine schwierige Ausgangslage für eine erfolgreiche Varroa-Behandlung prägten das Bienenjahr 2016. Dr. Jens Radtke vom Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf gibt einen Jahresrückblick.

Wie in der Januarausgabe 2016 des dbj vorhergesagt, wurde es noch richtig winterlich: Der Jahreswechsel 2015/16 brachte drei Wochen lang Dauerfrost mit bis zu -10 °C und wurde zeitweilig von Schnee begleitet. So war der Januar um 1 °C kälter als das langjährige Mittel. Doch der Rest des Jahres 2016 wurde wärmer als je zuvor.

Bereits am 6. und 7. Februar erfolgte in unserer Region vielfach ein großer Reinigungsflug. Anschließend zogen sich die Bienen aber bei milder Kälte zurück, um erst am 17. März erneut zu starten und legten anschließend bis zum Monatsende die nächste Pause ein.

Imkerwetter 2016: ein Pingpongspiel

Das Frühjahr forderte weiterhin Geduld und reichhaltige Wintervorräte. Zwar setzten ab 27. März Flugwetter und ab 20. April die Rapsblüte ein, doch erst ab 5. Mai gab es einen deutlichen Temperatursprung von zuvor 10–15 °C auf nun 20–25 °C. Das brachte dann auch die Apfelbäume zum Blühen. So durften sich die Imker doch noch über eine sehr gute Frühtracht freuen, aber mitunter auch über eine ausgeprägte Schwarmneigung ihrer Völker ärgern. Die Eisheiligen ließen den Honig gut reifen, sodass auch die Qualität stimmte.

Die Tagesmaxima glichen im Mai einem Pingpongspiel. Hohe Temperaturen und starke Niederschläge beendeten die sehr unterschiedlich ausfallende Robinienblüte am 3. Juni und ließen auf die drei Tage später erblühende Linde hoffen. Die Sonnenblume zeigte nach wiederholten Niederschlägen wieder einmal, dass sie durchaus in der Lage ist zu honigen – wenn die von ihr gewünschten Bedingungen stimmen. Diese stimmten auch für die darauffolgende Besenheide.

Juli und August brachten fast täglich Niederschlag oder zumindest bedeckten Himmel mit hoher Luftfeuchtigkeit. Daher gelang nicht jedem Imker eine optimale Verdunstung der Ameisensäure – ähnlich wie in den Jahren 2013 und 2014, auf die das verlustreiche Frühjahr 2015 folgte.

Varroabefall noch in den Griff bekommen

Erst die letzte Augustdekade wurde durchweg trocken, was bis Ende September andauerte. So boten sich erst relativ spät optimale Möglichkeiten zur Behandlung der Völker mit Ameisensäure. Das heißt aber nicht, dass eine erfolgreiche Behandlung nicht schon vorher möglich gewesen wäre – allerdings nur mit entsprechender Kontrolle der Verdunstung und mit einer Vergrößerung der Verdunstungsfläche.

Denn was leider vielfach vernachlässigt wird: Die tägliche Verdunstungsmenge und damit die Säurekonzentration in der Stockluft sind für den Behandlungserfolg entscheidend. Wer das nicht bedachte, musste mitunter schon in diesem Winter mit erhöhten Völkerverlusten rechnen, zumindest aber mit erhöhtem Restbefall.

Darauf galt und gilt es zu reagieren: mit Kontrollen des Varroabefalls und konsequent durchgeführten Behandlungsmaßnahmen. In aller Regel flogen die Völker nochmals um den 22. November 2016. Lassen wir den überlebenden Völkern beste imkerliche Hilfe angedeihen, um große Schäden zu vermeiden.

Dr. Jens Radtke
Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf


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