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Trotz Kälte in Schwarmstimmung

09.05.2017

Bienenschwarm

Foto: Sabine Rübensaat

Auch in diesem kalten und bisher nassen Mai muss man mit Bienenschwärmen rechnen.

Der Mai ist der Monat der Bienenschwärme. 2017 entwickelt sich das Frühjahr allerdings langsam  es ist kalt, nass und bislang wenig sonnig. Die Bienen hatten bisher keine guten Möglichkeiten auszufliegen. Das heißt jedoch nicht, dass Imker nicht mit Schwärmen rechnen müssen. Christian Dreher, Fachberater für Imkerei am Bieneninstitut Kirchhain, erklärt warum und was bei der Schwarmvorsorge grundsätzlich wichtig ist.

1. Muss man bei dieser späten Frühjahrsentwicklung und dem kalten Wetter, das bis jetzt anhält, mit Bienenschwärmen rechnen?

Dreher: Ja, denn die Bienen entwickeln sich ja trotzdem weiter. Gerade wenn es dann länger nicht möglich ist, dass sie ausfliegen, kann es sein, dass beim ersten Sonnenscheintag ein Schwarm ausfliegt. Ausschlaggebend dafür, dass Bienen schwärmen, ist das Verhältnis von Pflegebienen und offener Brut. Sind viele Bienen geschlüpft und haben diese nichts zu tun, dann steigt die Schwarmstimmung. Ich habe in diesem Jahr schon von den ersten Schwärme gehört.

2. Wie früh im Jahr muss man grundsätzlich an die Schwarmvorsorge denken?

Dreher: Das hängt stark vom Standort und von der Entwicklung der Völker ab. Der April ist der Monat, in dem man aber auf jeden Fall aufmerksam sein sollte. In den Gebieten, in denen es schon früher wärmer ist und sich die Natur entsprechend schneller entwickelt – wie etwa in der Rheinebene – kann Anfang April schon der Zeitpunkt gekommen sein, in dem man an die Schwarmvorsorge denken sollte und in späten Gebieten – wie in der hohen Röhn – kann das erst ab Anfang Mai der Fall sein. Allerspätestens, wenn der Raps die ersten Blüten zeigt, gilt es die Bienen besonders gut im Auge zu haben.

3. Wann und wie kann man dazu die Völker erweitern?

Dreher: Bei Zwei-Zargern wird spätestens zur Kirschblüte der Honigraum freigegeben werden. Bei Ein-Zargern wird in der Regel erst der zweite Brutraum gegeben. Bei einem gut entwickelten Volk kann das bereits zur Salweidenblüte nötig sein. Entsprechend später kommt dann der Honigraum drauf. Es kann aber auch sinnvoll sein, bei einem Ein-Zarger erst den Honigraum zu geben. In einem sehr warmen Frühjahr ist oft die Vegetation schneller als die Bienen. Wenn eine starke Tracht einsetzt und die Völker den Brutraum großflächig bebrütet haben, wird viel Nektar in den oberen Brutraum eingelagert. Er wird zusehends zum Honigraum. Das muss unbedingt verhindert werden, denn das würde den Schwarmtrieb wieder sehr fördern. Muss man unterscheiden, ob schon Tracht vorhanden oder in greifbarer Nähe ist oder nicht. Wenn sich die Bienen bereits stark vermehren, aber noch nicht sehr viel Nahrung finden, ist es besser einen zweiten Brutraum zu geben. Das sollte man aber vermeiden, wenn das Volk eher langsam wächst und dafür schon viel Nektar zu holen ist - denn dann kann es sein, dass sie diesen im Brutraum einlagern und dieser verhonigt.

4. Welche Rolle spielt der Drohnenrahmen?

Dreher: Der Drohnenrahmen hat verschiedene Funktionen wie etwa zur Varroa-Reduzierung. Aber auch bei der Schwarmvorsorge hilft er, da er dem Imker klare Zeichen für eine Schwarmstimmung geben kann. Wenn der Drohnenrahmen zügig ausgebaut wird und wenn die Baulinie geschlossen verläuft, ist das Volk wahrscheinlich nicht in Schwarmstimmung. Eine abgerissene oder gar girlandenartige Baulinie deutet dagegen auf ein baldiges Schwärmen hin. Weitere Zeichen sind, dass der Drohnenbau nicht mehr bestiftet ist oder dass hier schon die ersten Schwarmzellen zu finden sind. Anders herum kann man aber auch sagen, dass der Drohnenrahmen ein wichtiges Mittel zur Schwarmvorsorge ist. Wenn die Bienen viele Drohnen pflegen müssen, verbraucht das viel Futtersaft – sie sind beschäftigt und haben weniger Ressourcen frei fürs Schwärmen.

5. Wann bilde ich wie die ersten Ableger und wie mache ich das?

Dreher: Wenn die Bienenvölker gut entwickelt sind, kann man Ende April bis Anfang Mai die ersten Ableger bilden und so dafür sorgen, dass kein Überschuss an Pflegebienen entsteht. So kann man den Schwarmtrieb verhindern oder zumindest verzögern. Dazu genügt schon das Entnehmen einer Brutwabe, denn daraus kann sich noch bis zum Ende des Bienenjahrs ein neues starkes Volk entwickeln. Wenn ein Volk schon stark in Schwarmstimmung gekommen ist, muss man allerdings mehr als nur eine Wabe entnehmen.

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