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Viel Blütenstaub: Kein Zeichen fürs Bienensterben

02.06.2017

Blütenstaub

Foto: Sabine Rübensaat

Blütenstaub von Gräsern der Wiesen gelangt auch in die Städte und sorgt für laufende Nasen bei Pollenallergikern.

Ein Frühjahr voller Blütenstaub. Von April bis Juni sieht man ihn ganz besonders gut auf Autos, an Fensterscheiben und auf anderen glatten Flächen – in diesem Frühjahr scheinbar in besonders dicken Schichten und in großer Menge. Als Begründung dafür kursierte schnell ein Gerücht durch die Medien: das Bienensterben. Doch das ist falsch.

Das Bienensterben beschäftigt nicht nur Imker, Landwirte und Umweltschützer, sondern wird auch von den Medien seit einiger Zeit immer wieder gerne aufgegriffen. Vor allem dann, wenn es scheinbar neue Erklärungen dafür gibt oder Hinweise darauf, wie es sich auf uns alle auswirkt. So machten kürzlich Meldungen aus der Region Berlin die Runde, dass das Bienensterben in diesem Frühjahr anhand des vielen Blütenstaubs in den Städten sichtbar wurde, der durch die Luft flog und sich auf Autos, Fensterscheiben und Ähnlichem niederschlug. Die Begründung: Es gibt zu wenig Bienen, die den Blütenstaub sammeln. Angeblich würden Umweltschützer darauf hinweisen.

Vorsicht Falschmeldung

Doch Vorsicht: Bei diese Meldungen missachten einige biologische Tatsachen und sind schlicht und einfach falsch. Denn auch wenn Pollen von so manchem Insektenblütler wie z.B. Raps auch durch Wind übertragen werden kann und sich somit auch in die Luft begibt, so stammt der in der Luft befindliche Blütenstaub vorwiegend von Windblütlern. "Dieser ist für Bienen und andere Insekten von geringem Nährwert, mangels Haftfähigkeit schlecht zu transportieren und daher für selbige weitgehend uninteressant", erklärt Jens Radtke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Landesinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf.

Gerade im späten Frühjahr von April bis Juni würden zahlreiche Windblütler wie Birken, Kiefern und Gräser gleichzeitig blühen, so dass der Pollengehalt der Luft besonders auffalle. Anhaltend trockene Witterung verbunden mit Wind habe zudem dazu geführt, dass sich der von den Pflanzen teils katapultartig ausgestoßene Pollen lange schwebend in der Luft halten konnte und über weite Strecken verbreitet wurde. "So konnte gerade in diesem Jahr der Pollen aus Kiefernwäldern und von Getreidefeldern in großen Mengen in die Städte gelangen", erklärt Radtke.

Bienenweide gegen Pollenallergie

In den Städten wiederum ist der Anteil von Windblütlern wie Platanen, Birken und Nadelgehölzen hoch und nimmt stetig zu. Sie zieren öffentliche Grünanlagen ebenso wie heimische Gärten. Und darunter wachsen vorwiegend Gräser. "Mit der Pflanzung insektenblütigen Bäumen wie den verschiedenen Ahorn- und Lindenarten sowie der bezaubernd schönen Robinie könnte die Blüten-Staubbelastung der Luft und damit auch die Leiden der Pollenallergiker reduziert werden", rät deshalb der Wissenschaftler. Obstbäume in den Gärten, bunt blühende Hecken-Sträucher und Stauden statt Koniferen und Rasen würden ihr übriges tun.

"Zugleich würden wir damit Bienen, Schmetterlingen und Vögeln Nahrung bieten und hätten mehr Chancen auf spannende Naturbeobachtungen direkt vor der Haustür", bringt Radtke das Bienensterben wieder ins Gespräch, denn dieses hat unter anderem damit zu tun, dass den Bienen geeignete Nahrung fehlt.

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