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Wer Pestizide verteilt, soll zahlen

14.01.2016

Foto: Sabine Rübensaat

In den letzten 15 Jahren ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln merkbar gestiegen.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in den vergangen Jahren stark gestiegen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) empfiehlt daher eine Sonderabgabe auf die Mittel, die Mensch, Tier und Umwelt schaden.

In Dänemark, Frankreich und Schweden müssen Hersteller, Händler und Anwender von Pflanzenschutzmitteln wie Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern schon dafür zahlen, dass sie diese für Mensch, Tier und Umwelt schädlichen Stoffe in den Verkehr bringen und verwenden. Auch Deutschland täte gut daran, eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel einzuführen, rät das UFZ. Damit könnte die Politik einen wichtigen Impuls setzen, um den weiter steigenden Einsatz von ökologisch und gesundheitlich bedenklichen Pestiziden zu begrenzen, raten die Forscher.

Sie haben im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume in Schleswig Holstein ein Gutachten zu diesem Thema erstellt. Dr. Robert Habeck, der zuständige Minister aus Schleswig-Holstein schließt sich der Forderung an und plädiert für die Abgabe bzw. Sondersteuer: „Wir müssen geeignete Wege finden, um die Einträge in die Umwelt zu reduzieren“, sagte er. Das Gutachten soll nun von Bund und Ländern diskutiert werden.

Sterben von Bienenvölkern eindämmen


Grundlage des Gutachtens war unter anderem die Ermittlung der externen Kosten des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, also der Folgekosten. Dazu zählen unter anderem das Sterben von Bienenvölkern, der Verlust von Bodenfruchtbarkeit oder nötig werdende Trinkwasserreinigungen und Lebensmittelprüfungen. Mit dem Einsatz von Pestiziden und Co. steigen auch die Folgekosten. Eine Abgabe auf Pflanzenschutzmittel wäre ein Weg deren Gebrauch einzudämmen. Mit ihr ließen sich laut UFZ aber auch Schutzmaßnahmen sowie Forschung zu alternativen Pflanzenschutzkonzepten finanzieren.

Alleine im Jahr 2014 wurden in Deutschland über 100.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel mit knapp 35.000 Tonnen Wirkstoffen verkauft, schreiben die Forscher. Seit dem Jahr 2000 sei dieser Absatz erkennbar angestiegen.

Und das obwohl sowohl die EU als auch Deutschland Ziele formuliert haben, den Gebrauch einzuschränken. Das Europäische Recht verlangt nicht nur, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren, sondern auch deren Eintrag in die Umwelt zu minimieren und die Nutzer an den gesellschaftlichen Kosten zu beteiligen. Pflanzenschutzmittel dürfen zudem nur bei fehlenden Alternativen und fachlicher Notwendigkeit eingesetzt werden. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Risiken, die die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln für den Naturhaushalt mit sich bringt, bis 2023 um 30 Prozent zu reduzieren. Bisher ist Deutschland noch weit davon entfernt.

Einnahmen von einer Milliarde Euro


Die Abgabe sollte laut UFZ bei den inländischen Herstellern und Importeuren bzw. den Groß- und Einzelhändlern erhoben werden, damit diese die Kosten auf den Verkaufspreis aufschlagen. „Dadurch erfahren die Anwender der Mittel wie gewünscht ein Preissignal, und Ernteprodukte, bei deren Erzeugung besonders viele Pestizide eingesetzt werden, verteuern sich am Markt“, erklären die Autoren des Gutachtens. Die Abgabe würde den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln den Ergebnissen zufolge um rund 40 Prozent je Hektar verteuern. Die möglichen Einnahmen aus der Abgabe schätzen die Forscher pro Jahr auf eine Milliarde Euro.

Aus imkerlicher Sicht wäre es zu begrüßen, wenn weniger gefährliche Pestizide verwendet werden. Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes, sagte dazu: „Pflanzenschutzmittel mit besonders hohem Risiko sollten erst gar nicht in den Verkehr gebracht werden.“ Generell betrachtet er die Abgabe jedoch als eine Maßnahme hin zu einer nachhaltigeren Betriebsweise in der konventionellen Landwirtschaft.

Details der Studie können Sie hier nachlesen.>>>

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