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Winterverluste: Dramatisch hoch oder doch nicht außergewöhnlich?

29.03.2017

Totenfall

Foto: Sebastian Spiewok

Totenfall im Bienenstock ist nach dem Winter fast immer zu finden. Dass allerdings ganze Bienenvölker sterben, ist nur in einem bestimmten Rahmen "normal".

Wie war der Winter 2016/2017 für die Bienen? Was hat Einfluss auf die Überwinterung und welche Besonderheiten sind aktuell zu spüren? Fünf Fragen an Christoph Otten vom Fachzentrum für Bienen und Imkerei Mayen.

1. Es wird spekuliert, dass die Winterverluste in diesem Jahr sehr hoch liegen werden. Warum?

Es sind regionale Einzelmeldungen, die von den Medien aufgegriffen wurden. Die Winterverluste liegen zwar überdurchschnittlich hoch, aber sie sind nicht so dramatisch wie es teilweise klingt.

2. Was ergibt die Onlineumfrage des Fachzentrums Mayen dazu?

Bisher erkennen wir vorläufig einen Verlust von bundesweit rund 18 Prozent. Da wir von einer langjährigen Schwankungsbreite von 10 bis 25 Prozent ausgehen, sieht man, dass wir noch immer im Bereich liegen, der nicht außergewöhnlich ist. Man muss die regionalen Unterschiede stark berücksichtigen.

3. Welche Ursachen haben die Verluste?

Die wichtigste Ursache ist und bleibt die Belastung durch die Varroa-Milbe. Bei uns in Rheinland-Pfalz, aber auch in Nordrhein-Westfalen haben wir zudem festgestellt, dass es zu Verlusten kommt, weil die Bienen teilweise noch spät viel Honigtau als Winterfutter eingetragen haben – also nach dem Einfüttern durch die Imker. Der Honigtau belastet die Bienen allerdings stark.

4. Sehen Sie Unterschiede zu den Winterverlusten der vergangenen Jahre?

Wir haben schon im vergangenen Frühjahr gesehen, dass dieses verhältnismäßig früh gestartet ist. Damit konnten wir auch schon früh vorhersehen, dass die Winterverluste in diesem Frühjahr etwas höher liegen werden als in Jahren, in denen die Bienensaison spät startet. Bei jedem frühen Saisonstart liegt die Varroa-Belastung höher, da mit den Bienen auch die Milben eine längere Zeit zum Vermehren haben. So war klar, dass die Varroa-Milbe für einige Verluste sorgen wird.

5. Welche Einflussfaktoren sind ausschlaggebend dafür, dass es zu hohen Verlusten kommt?

Der Trachtbeginn und damit die Entwicklungszeit der Varroa-Milben sind wichtig. Eine weitere Rolle spielt das Winterfutter – entweder weil Honigtau eingetragen wird oder weil es zu knapp bemessen war und die Bienen hungern. Hungernde Bienen waren im Winter 2016/2017 allerdings bislang kaum ein Problem, wenn die Bienen im Vorjahr ganz normal eingefüttert wurden. Des Weiteren können Krankheiten wie die Nosema zum Problem werden. Grundsätzlich sind die Einflussfaktoren vielfältig und wirklichen Aufschluss geben nur Einzelfallanalysen.


Bislang haben schon viele hindert Imker an der Umfrage zu den Winterverlusten teilgenommen. Doch dies ist weiterhin möglich. Die Umfrage erreicht man über die Homepage des Fachzentrums für Bienen und Imkerei Mayen.>>>


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