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Zecken: Gefahren für Imker

11.03.2018

Zecken

Foto: BFBD

Zecken, die FSME übertragen, sind nicht mehr hauptsächlich nur im Süden Deutschlands zu finden. Außerdem sind sie nicht nur im Sommer aktiv.

Neue Zeckenarten, mehr FSME-Fälle und mehr Risikogebiete  die kleinen Blutsauger stellen Forscher vor Rätsel. Die Gefahren, die von Zecken ausgehen, werden oft unterschätzt. Imker sind besonders gefährdet.

Imker sind oft in der Natur unterwegs. Nicht selten stehen Bienenstände auf Wiesen mit hohem Gras oder an Waldrändern. Doch auf Grashalmen und Büschen lauern oft Zecken. Imker gelten deshalb auch als besondere Risikogruppe für die von Zecken übertragenen Krankheitserreger Borreliose und Hirnhautentzündung (FSME).

Sommer mit Kältephasen: Mehr Krankheitsausbrüche

Forscher der Universität Hohenheim und des Konsiliarlabors für FSME in Deutschland wiesen nun darauf hin, dass in Deutschland wieder mehr FSME-Fälle auftreten und dass sich dabei die Gebiete verändern, die als Hotspots für ein Erkrankungsrisiko gelten. Zudem wandern neue Zeckenarten ein, bei denen noch nicht geklärt ist, ob und welche Krankheitserreger sie eventuell übertragen.

So war das Jahr 2017 zwar kein besonders starkes Zeckenjahr, doch das Sommerwetter mit zwischenzeitlichen Kältephasen zeigte einen großen Krankheitsausbruch bei FSME. Das lag der Zeckenforscher aus Hohenheim zufolge daran, dass es nach den kalten Tagen Menschen gerade zu dem Zeitpunkt massiv ins Freie trieb, als die jahreszeitlich höchste Aktivität von Ixodes ricinus, der am weitesten verbreiteten Zeckenart, stattfand. Die aktiven Zecken konnten dann viele Menschen draußen antreffen. So verzeichneten sie im vergangenen Jahr in der Bundesrepublik 497 Erkrankungen mit FSME – die zweithöchste je registrierte Zahl von Erkrankungsfällen.
Die Krankheitsfälle zeigten sich regional sehr unterschiedlich verbreitet. 85 Prozent der Fällen traten in Bayern und Baden-Württemberg auf, wobei Bayern am meisten Erkrankte hatte. Dennoch bleiben auch andere Gebiete nicht verschont und das Konsiliarlabor registrierte eine Verschiebung bei den Zecken Hot-Spots, d.h. den Regionen, in denen FSME-Erkrankungen gehäuft auftreten. So verlieren einige Hotspots an Bedeutung und neue kommen hinzu. Die neuen Hotspots liegen in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Insgesamt breitet sich die Krankheit FSME also nach Norden aus.

Keine Winterpause mehr für Zecken

Die Forscher aus Hohenheim hatten schon im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, dass Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sind. Zudem sind sie nicht mehr nur tief im Wald oder auf Wiesen mit hohem Gras zu finden. Das untersuchten die Zeckenexperten in rund 100 Gärten im Großraum Stuttgart.

Aufgrund des Klimawandels seien Zecken bereits ab Februar und bis in den Dezember hinein aktiv. Das Problem: Kaum jemand ist im frühen Frühjahr oder im Winter gegen Zecken geschützt, wenn er in der Natur unterwegs ist. "Der Klimawandel hat die Zecke in Deutschland zu einem quasi ganzjährig aktiven Tier gemacht", kommentierten die Wissenschaftler ihre Ergebnisse.

Diese zeigen außerdem, dass Zecken genauso gerne in Gärten leben wie in der freien Natur. "Inzwischen können wir in 60 Prozent aller Gärten Zecken nachweisen – in Einzelfällen fanden wir 1.000 Tiere in einem Garten in einem Jahr", sagt Ute Mackenstedt, Parasitologin der Universität Hohenheim, zu den Untersuchungen im Raum Stuttgart, die jedoch auch auf andere Regionen übertragbar seien. Gefunden wurden Zecken sowohl in verwilderten Gärten am Waldrand als auch in akkurat gepflegten Stadtgärten. Ein Grund für die große Verbreitung seien Haus-, Wild- und Nagetiere, die die Spinnentiere in die Gärten und so zum Menschen bringen. 


Neue Zeckenarten - neue Gefahren?

Weitgehend unbekannt ist vielen Menschen den aktuellen Untersuchungen zufolge noch immer die Bandbreite der Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden. Neben dem FSME-Virus und der Borreliose konnten die Wissenschaftler auch in Zellen lebende Bakterien, wie Rickettsien, Anaplasmen, Ehrlichien und Coxiella burnetii und Erreger der Hasenpest nachweisen.

Dennoch stehen sie aktuell vor einige Rätseln und wollen in mehreren Projekten ihre Zeckenforschung intensivieren. So registrieren sie einerseits neue Zeckenarten in Deutschland wie Ixodes inopinatus, die wohl aus dem Mittelmeerraum eingewandert ist. Andererseits wissen sie noch nicht, ob und welche Gefahr dadurch entsteht: Sind die Arten Überträger von FSME? Gelangen mit ihnen neue Krankheiten nach Deutschland? Das wird nun erforscht werden.

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