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September – Einwintern nach der Heidetracht



Heide

Foto: Sabine Rübensaat

Spätes Einwintern: Die Heide blüht spät im Jahr, bietet den Bienen aber viel Nektar, den sie gerne sammeln.

Bis Mitte September stehen die Bienen noch in der Heidetracht. Die auf dem Stand gebliebenen Völker sind schon seit August eingewintert.

Mitte September kehren nun die letzten Völker von der Wanderung in die Heide zurück. Sie müssen das Einwinterungsprogramm in aller Eile durchlaufen. Spätestens am zweiten Tag nach der Rückkehr werden die Völker abgeerntet. Bei diesen Völkern müssen auch die Deckwaben links und rechts vom Brutnest entnommen werden. Bienen überwintern nämlich auf Heidehonig schlecht.

Honigsorte "Herbstblüte"

Da die Brutnester seit dem Sommer kontinuierlich zusammengeschmolzen sind, haben die Völker in der Regel nur noch drei bis fünf Brutwaben. Alle anderen Waben können entnommen werden. Auch alle dunklen, löchrigen oder auf andere Weise unansehnlichen Waben entferne ich.

Da wir ja im Sommer beim Schröpfen viele neue Mittelwände eingehängt haben, sind die daraus entstandenen Waben höchstens zweimal bebrütet worden. Diese werden ausgeschleudert.

Der so gewonnene Honig kommt später als „Herbstblüte“ in den Verkauf. Es ist eine Mischung aus Linden-, Sonnenblumen- und Heidehonig. Geschmacklich dominiert die Heide, doch die anderen Honige mildern deren herben Geschmack ab. Herbstblüte verkauft sich gut, am besten im Herbst.

Die abgeernteten Völker werden sofort mit 60 ml Ameisensäure im Liebig-Dispenser behandelt. Dann füttern wir Zuckerwasser im Eimer von oben. Nimmt ein Bienenvolk mindestens 15 kg ab, behandeln wir anschließend noch einmal mit 30 ml Ameisensäure.

Auflösen oder vereinigen

Leider nehmen nicht alle Völker das Futter gleich gut an. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass schlechte Zehrer nur schwer durch den Winter kommen. Es scheint, als hätten sie sich selbst aufgegeben. Ähnlich sieht es bei Ablegern aus, die von Wespen attackiert werden. Finden sich in den Futterbehältern viele ertrunkene Wespen, dann taugen diese Ableger nichts.

Jungvölker, die trotz guter Startbedingungen wie einer ausreichenden Bienenmasse und stetiger Fütterung bis September nicht in die Gänge gekommen sind, werden nichts mehr. Sie gehören ebenfalls aufgelöst. Solche Völker fege ich vor die Fluglöcher von Völkern mit gesundem Appetit ab.

Alternativ vereinige ich Völker im Herbst. Die Völker werden dann so, wie sie sind – also ohne neuntägige Brutpause oder Besprühen mit Thymianöl-Wasser –, zusammengehängt. Umnebelt von Ameisensäuredämpfen lassen sich auf diese Weise starke Völker für die Einwinterung erzielen. Allerdings gelingt es nicht, aus zwei oder mehr kümmerlichen Einheiten ein überwinterungsfähiges Volk zu bauen.

Ableger, die sich gut entwickelt haben, sollten nicht aufgelöst werden. Das gilt auch, wenn sie weniger als fünf Rähmchen belagern. Dann hänge ich immer zwei solcher Ableger in eine zehn Rähmchen fassende Zarge. Die beiden Völkchen werden durch ein Schied aus Hartfaserplatte voneinander getrennt, das bis zum Boden durchgeht, sodass die Völkchen nicht miteinander in Berührung kommen.

Die beiden Einheiten wärmen sich im Winter gegenseitig, und in den allermeisten Fällen kommen sie gut durch den Winter und holen die im Herbst verpasste Entwicklung im zeitigen Frühjahr rasch auf.

Räuberei vermeiden

Den im Sommer im Hochboden von Bienen angelegten Wildbau schneide ich aus. Manches Mal befinden sich darin noch nennenswerte Honigvorräte. Diese lasse ich ausfressen, indem ich die Waben in eine Zarge werfe, die ich einem Bienenvolk aufgesetzt habe. Dazu wird eine Ecke der Abdeckfolie umgeschlagen, sodass die Bienen an die Waben gelangen.

Auch einzuschmelzende Waben mit nennenswerten Honigvorräten schneide ich aus und stelle sie kopfüber in die Leerzargen. Verdeckelte Honigzellen müssen aufgekratzt werden. Bienen sind ordnungsliebend. Sie mögen keine auf dem Kopf stehenden Waben und fressen sie sauber aus.

Im September irren Bienen suchend am Stand umher. Um zu verhindern, dass diese die Ableger ausräubern, enge ich die Fluglöcher ein. Bewährt hat sich dafür Zeitungspapier. Dazu rolle ich eine Zeitungsseite auf. Eine Ecke wird so umgeknickt, dass später ein zwei bis drei Zentimeter breiter Spalt als Flugloch offen bleibt.

Die Rolle wird etwas zusammengedrückt und in das Flugloch geschoben. Dabei entrollt sie sich etwas und dichtet das Flugloch ab. Im Winter, spätestens aber im kommenden Frühjahr wird das Papier entnommen und auf dem Kompost oder in der Mülltonne entsorgt.

Mit jungen Königinnen überwintern

In der Regel versuche ich mit null- bis einjährigen Königinnen in den Winter zu gehen. Meistens habe ich Mitte September immer noch einige Begattungskästchen mit begatteten Königinnen am Stand stehen. Wenn sich im Imkerverein niemand mehr findet, der sie mir abkauft, löse ich die Kästchen spätestens nach der Auffütterung der Heidevölker auf. Das Heraussuchen und Abdrücken der Königin erspare ich mir. Das bringt nur Unruhe ins Bienenvolk.

Stattdessen nehme ich das Begattungskästchen und stelle es kopfüber in einer Leerzarge über den Bienensitz. Der Platz ist ja nun frei, nachdem die Futtereimer entnommen sind. Die Bienen, die ungern in einer kopfstehenden Welt leben, ziehen daraufhin innerhalb von drei Wochen in den großen Kasten um.

Was jetzt noch blüht und den Bienen Nahrung bietet, zeigt eine Bildergalerie mit Beispielen von typischen Trachtpflanzen im September. >>>

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