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Dezember – Winterbehandlung und Weihnachten

09.12.2014

© Henrike Lüderitz

Im Winter sitzen die Bienen eng in der Wintertraube zusammen.

Die Winterbehandlung mit Oxalsäure findet im Advent ihren optimalen Zeitpunkt. Wahrscheinlich sind die Völker jetzt brutfrei. Wo mir zu viele Milben unten auf dem Schieber liegen, träufele ich vorsichtshalber. Immerhin trifft diese Behandlung den Bien nicht in voller Aktion, sondern zur Zeit seiner geringsten Lebensaktivität. Vielleicht gewinne ich demnächst den Mut, auch auf Oxalsäure zu verzichten.

Das Gesundheitszeugnis wird im Landkreis Lüneburg fast ausschließlich auf der Basis von Futterkranzproben angefordert. Nur das ist aussagekräftig. Für mein Zeugnis beprobe ich im Advent. Auch beim Bienenkauf muss immer ein Gesundheitszeugnis dabei sein!

Die Amerikanische Faulbrut
sind wir im Landkreis Lüneburg seit Jahren los. Engmaschige Beprobungen waren dafür die Voraussetzung, vor allem aber die kompetent durchgeführte Kunstschwarm-Sanierung als Mittel der Wahl bei allen Völkern, die noch zu retten sind. Wo die Faulbrutvölker von Amts wegen abgeschwefelt werden müssen, da bevorzugen viele Imker das Verschweigen und Verbergen.

Winterverluste kann man im Dezember schon erkennen. Meine Erfahrung lautet: Ein Volk, das im Advent noch da ist, lebt auch noch im April. Habe ich mehrere Schwächlinge, die nur auf drei Waben sitzen, dann lege ich sie jetzt zusammen. Dabei ist die Störung, einschließlich eines Transportes von einem Stand zum anderen, in Kauf zu nehmen. Das zusammengelegte Volk aber hat seine Aktennotiz weg. Es kommt für die Nachzucht nicht infrage. Zum Glück bin ich bisher von größeren Bienenverlusten verschont geblieben. Ich glaube auch nicht, dass der Imker immer selbst schuld ist, wenn seine Völker den Winter nicht überleben! In der Natur sind Winterverluste ein hartes Sieb der Selektion. Die Natur tilgt Schwächlinge aus der Population, die der Imker mit durchschleppt. Wollen wir naturnah imkern, dann sind 100 %
Überwinterungserfolg ein fragwürdiges Ziel. Zehn Prozent Verlust sind bei mir eingeplant. Mehr fände aber auch ich ärgerlich.

Vermehrung ist kein Hexenwerk. Aus einem guten Volk im April lassen sich bei Bedarf drei bis vier machen bis zum Herbst. Für die alten Heidjer war das ihr täglich Brot.

Verkauf von Bienenvölkern wird nichts bringen, glaubte ich daher als Anfänger. Jeder kann ja mehr Völker einwintern, als er im Frühjahr braucht! Aber immer wieder beginnt schon nach Weihnachten die Nachfrage nach Bienenvölkern. Bei moderaten Preisen bin ich noch nie auf überzähligen Völkern sitzen geblieben. Sogar Ableger im Sommer sind gefragt, bei mir aber zunehmend aus Interesse an meinen Zuchtergebnissen.   

Propolisprodukte müssten wegen ihrer wertvollen Eigenschaften besonders gefragt sein, glaubte ich als Anfänger. Leider ist Propolis in der Bevölkerung kaum bekannt, und der Imker darf nicht für eigene Salbe und Tinktur werben. Und so wird das kaum gekauft.

Kerzen aus Bienenwachs ziehen wir nicht. Auch aus Mittelwänden rollen wir keine mehr. Unser Eigenwachs ist uns dafür zu schade, und da wir nicht auf Märkte ziehen, brauchen wir auch keine Kerzen.

Allergien sind nicht selten unter Imkern und ihren Ehefrauen. Wer allergisch auf Bienengift reagiert, braucht Vollschutz und besonders sanftmütige Bienen. Ullas Bienengiftallergie ist von Stich zu Stich weniger geworden, aber Propolis verträgt sie gar nicht.

Gemeinsam tätig zu sein, das ist wunderbar, auch wenn unser Wohnzimmer im Winter zeitweise zur Rähmchenwerkstatt mutiert. „Unsere Frauen sind nach Gott das Beste, was wir haben“, sagte der alte Wolfgang Golz.

Am Heiligabend des Jahres null wurde Jesus Christus als Sohn Gottes und der Jungfrau Maria in Bethlehem geboren und in eine Krippe gelegt, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Das ist keine historische Wahrheit, aber es ist eine bewegende Tradition. Suchen wir das Licht in der Finsternis! Im grellen Supermarkt, wo „Stille Nacht“ lärmt, werden wir es nicht finden.

Die Weihnachtsgeschichte enthält eine tiefe spirituelle Weisheit: Das Neue, Wegweisende kommt nicht großartig in die Welt, nicht im Königspalast und nicht im Tempel des Hohepriesters. Es beginnt klein, unscheinbar, verletzlich. Doch alle Menschenmacht kann das nicht aufhalten, was noch nie auf Erden war, was aber werden kann und was aus der Tiefe des Geistes heraus werden soll.
Gesegnete Festtage wünscht

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