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Februar – Aus dem Vollen schöpfen

02.02.2015

© Sabine Rübensaat

Honigkranz

Es geht nicht ohne Theorie



Auf Dauer wirklich erfolgreich kann ein Imker nur sein, wenn er sich an der Biologie der Bienen orientiert. Nicht umsonst prägte der „Bienenbaron“ August von Berlepsch bereits 1860 den nach wie vor gültigen Satz: „Vor allem lernt Theorie, sonst bleibt Ihr praktische Stümper Euer Leben lang.“ Seit jener Zeit haben die Erkenntnisse zur Biologie wesentlich zugenommen – es gibt viel zu lernen. Hier kann ich jedoch nur auf einige Gesichtspunkte der Lebensweise eingehen.

Gesundheit und Leistungsfähigkeit gehören unzertrennlich zusammen. Darum sei es noch einmal wiederholt: Aufgabe des Imkers ist es, die Bienenvölker in ihrer Entwicklung zu unterstützen und die volle Entfaltung ihrer Leistungsfähigkeit zu fördern. Denn erst eine hohe Leistungsfähigkeit des Bienenvolkes ermöglicht einen schnellen Bienenumsatz – verbunden mit einem schnellen Abgang möglicher Träger von Krankheitserregern, einem guten Putztrieb, einer stetigen Erneuerung des Wabenbaus, der erfolgreichen Verteidigung des Stockes gegen Räuber und nicht zuletzt einem ansehnlichen Ertrag.

Grundsätze der Bienenhaltung beachten



Wie viele Bienenvölker verhungern im Frühjahr, wenn das Brutgeschäft richtig in Gang kommt? Nicht die Notfütterung ist der Schlüssel zur erfolgreichen Durchlenzung, sondern die ausreichende Bevorratung des Volkes im vorangegangenen Sommer. Als oberster Grundsatz gilt: Das Bienenvolk soll ständig aus dem Vollen schöpfen können. Das gilt selbstredend auch nach jeder Honigernte. Denn was danach kommt, weiß niemand – der Imker kann immer nur hoffen. Mindestens (!) fünf Kilogramm Vorrat müssen nahe der Brut ständig vorhanden sein. Das Bienenvolk legt sein Brutnest kugel- bis eiförmig an, umgibt es mit einem Pollenkranz und bekrönt es mit der Honigglocke. So können die Pflegebienen jederzeit auf kurzem Wege „nachtanken“. Wer diese Ordnung achtet, erspart den Bienen viel Stress.

Des Imkers Pflicht ist es, einen optimalen Standort für die Bienen zu wählen: trocken, windgeschützt, zeitweilig sonnenbeschienen, mit reichem Nahrungsangebot und nicht zu hoher Völkerkonzentration. Doch die Wahlmöglichkeiten sind begrenzt. Hier obliegt es den Imkern und ihren Vereinen, für die Verbesserung in der Umgebung ihrer Bienenstände zu sorgen. Sträucher und Bäume bieten auf kleinster Fläche viele Blüten. Unter den Bäumen sind die verschiedenen Ahorn- und Lindenarten besonders interessant. Unterschiedliche Arten der genannten Gattungen verlängern die Blütezeit. Baumschulen, Gartenmärkte und andere Firmen unterstützen öffentlichkeitswirksame Pflanzaktionen.

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