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Februar – Futtervorräte kontrollieren

20.01.2017

Futterwabe

Foto: Harriet Richardson

Volle Futterwabe: Reicht das Futter noch bis zur ersten Tracht? Diese Frage stellen sich Imker meist im Februar.

Auch im Februar ist an den Völkern nichts oder nur wenig zu tun. Ich achte lediglich darauf, dass der Futtervorrat der Völker nicht vorzeitig zur Neige geht.

Bei der Futterkontrolle hebe ich die Völker von hinten an. Das leichteste Volk wird geöffnet, wenn es mir zu leicht erscheint. Der Verdacht bestätigt sich, wenn beim Blick von oben oder unter die aufgelegte Folie über und neben dem Bienensitz kein oder wenig verdeckeltes Futter zu sehen ist. Dann ziehe ich Waben und bestimme ihren Futtervorrat mit der "Achtelmethode" genau.

Dazu beurteile ich jede Wabe mithilfe eines Schätzrahmens, der mit vier Gummibändern in acht gleich große Bereiche unterteilt ist, und stelle fest, wie viel Futter die Wabe auf jeder Seite noch enthält. Das Restfutter eines leichten Volkes ist meist in kleinen Portionen auf mehrere Waben verteilt.

Nach der Durchsicht zähle ich die ermittelten Achtel zusammen. Bei der Zanderwabe entspricht ein Achtel 125 Gramm Futter. Dann folgt die Überlegung, wie lange die ermittelte Futtermenge reichen wird. Dazu ist die Kenntnis der Theorie notwendig.

Brüten kostet Energie und Futter

Wie viel Futtervorrat ein Bienenvolk während der Überwinterung verbraucht, hängt vom Klima und von der Witterung ab, außerdem von seiner Stärke und seinem Brutverhalten während der Überwinterung. In der Regel verzehren starke Völker im Winter mehr als schwache.


Mehr zur Überwinterung und der Frage, wie wichtig die Winterruhe ist, lesen Sie hier.>>>

Brüten im Winter kostet besonders viel Energie und damit auch Futter. Deshalb werden Völker besser kalt überwintert, damit sie nicht zu früh auf „Brutgedanken“ kommen. Seit drei Jahrzehnten haben sich bei mir "kalte Füße" (= ein offener Gitterboden) bewährt und seit sechs Jahren auch der "kalte Kopf" (= aufgesetzte Leerzarge).

Gegen Ende des Winters kann ein ungünstiger Witterungsverlauf wie ein Kälteeinbruch nach frühem Frühlingserwachen den Futterverbrauch eines starken Volkes auf einige Hundert Gramm täglich und in der Woche auf über zwei Kilogramm anwachsen lassen. Dann kann schnell Futternot eintreten. Das Verhungern im zeitigen Frühjahr ist nach der Varroose die zweithäufigste Ursache für Völkerverluste.

Grundsätzlich sollte man es vermeiden, die Völker im Frühjahr zu füttern. Die beste Vorbeugung besteht darin, Völker stark und deshalb auf zwei Zargen sitzend mit ausreichend Futter einzuwintern. Mehr dazu im Oktober.

Eine Fütterung mit Zuckerwasser, Futterteig oder Sirup unmittelbar vor einer Tracht gefährdet immer die Reinheit des Honigs, der aus dem anschließend eingetragenen Nektar hergestellt wird. Doch wenn im Frühjahr das Futter knapp wird, setzt man das Leben der Völker aufs Spiel, wenn man nicht nachfüttert. Hinsichtlich der Menge sind die Wetterprognose und die bei Flugwetter zu erwartende Tracht zu beachten.

So funktioniert die Notfütterung

Für die Notfütterung im Frühjahr kann Honig verwendet werden. Allerdings darf man nur eigenen, einwandfreien Honig füttern und auf keinen Fall fremden, bei dem immer die Gefahr besteht, dass er Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut enthält. Eine Verfütterung kontaminierten Honigs könnte die Völker anstecken. Wenn sie erkranken, kann die Seuche leicht auf benachbarte Bienenstände übertragen werden. Der Schaden wäre enorm und eine Sanierung sehr aufwendig.

Wer keinen eigenen Honig und keine sauberen Futterwaben zur Verfügung hat, weil alle Völker Hunger leiden, kann durchaus zu festem Futterteig greifen. Dieser kann ohne Verwendung einer Futtereinrichtung verabreicht werden.

Man legt einen dünnen Fladen unter der Folie einfach auf das Volk und deckt ihn mit dem gedrehten Innendeckel ab, der dann mit seiner Höhlung nach unten zeigt. Es reichen kleine Portionen von weniger als einem Kilogramm. Falls die Tracht weiterhin auf sich warten lässt, wird die Fütterung wiederholt. Zur Verarbeitung des Futterteiges brauchen die Bienen Wasser, deshalb sollte Flugwetter herrschen.

Alternative Flüssigfütterung

Eine andere Fütterungsvariante, die ohne Wabenziehen auskommt und bei der die Völker kein Wasser holen müssen, ist die Flüssigfütterung von unten. Dazu wird eine flache, mit Zuckerwasser oder Sirup gefüllte Schale in den Gitterboden direkt unter den Bienensitz gestellt.

Die lichte Höhe des Gitterbodens bestimmt die Tiefe der Schale. Je nachdem wie lang und breit sie ist, kann eine Schale bis zu zwei Liter Futter fassen. Als Schwimmhilfe dient eine Handvoll trockenes Laub oder grobe Holzspäne. Auch bei sehr kühlen Temperaturen nur wenige Grad über Null sitzt kurze Zeit nach dem Einstellen des Futters eine aus den Wabengassen hängende Bienentraube auf der Schwimmhilfe und leert die Schale in beeindruckender Teamarbeit. Bei normal starken Völkern ist sie nach einer Nacht leer und trocken, und die Bienentraube hat sich in ihre Wabengassen zurückgezogen.

Auch oder gerade bei der Fütterung von unten ist Vorsicht angeraten. Bei Flugwetter kann Räuberei ausgelöst werden. Dagegen hilft ein zuvor (wieder) eingeengtes Flugloch oder bei Flugbetrieb die Fütterung von oben oder von der Seite.

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