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Mai – Völkerführung zur Schwarmzeit

19.06.2017

Bienenschwarm

Foto: Sabine Rübensaat

Ein Bienenschwarm im Baum: Kein untypisches Bild im Mai. Doch das kann man verhindern.

"Ein Schwarm im Mai ein Fuder Heu. Kein Schwarm im Mai, der Fuder zwei!" Die Völkerführung während der Schwarmzeit gehört zur hohen Schule der Bienenhaltung. Mit Maßnahmen zur Vorbeugung und Verhinderung will ich die Völker vom Schwärmen abhalten, und zwar ohne dass ihre Leistungsfähigkeit dadurch gemindert wird.

Um Schwärme zu verhindern, gibt es eine Vielzahl von Rezepten: Zwischenbodenableger, Brutdistanzierung, Doppelvolk-Betriebsweise in verschiedenen Varianten, die sogenannte Purzelbaum-Imkerei und diverse Schröpfungsmethoden (Saugling, Brutling, Treibling, Fegling, Flugling). Ich habe mich nach deren gründlicher Überprüfung dafür entschieden, einmal früh, das heißt gegen Ende April/Anfang Mai, und sanft - durch die Entnahme von ein oder zwei Brutbrettern mit ansitzenden Bienen – zu schröpfen.

Schwarmkontrolle alle sieben Tage

Während der Schwarmzeit von Ende April bis Anfang Juli führe ich konsequent alle sieben Tage Schwarmkontrollen durch. Dabei setze ich zwei Baurahmen zeitlich versetzt ein. Bei zwei von drei Schwarmkontrollen entnehme ich verdeckelte Drohnenbrut. Das wirkt schwarmvorbeugend und verlangsamt den Anstieg des Varroabefalls. Wer die Drohnenbrut nicht als Varroafalle nutzt, hat im Spätsommer mindestens doppelt so viele Milben und erntet weniger Wachs.

Eine Bildergalerie zur Bienenweide im Mai gibt es hier.>>>

Die Wirtschaftsvölker kontrolliere ich im Mai und Juni regelmäßig alle sieben Tage auf Schwarmstimmung. Bei der Kippkontrolle kann ich von Larven besetzte Schwarmzellen sehr leicht erkennen. Mit einer Lesebrille auf der Nase und einer LED-Taschenlampe in der Hand bleiben auch bestiftete Weiselbecher nicht unentdeckt. Wer unsicher ist, sollte die Kippkontrollen im Abstand von vier Tagen durchführen.

Wabenziehen und Zellenbrechen

Wenn ich Schwarmzellen entdecke – eine genügt! –, muss ich alle Waben des Brutraumes in die Hand nehmen und nach Abschütteln der Bienen genau untersuchen. Das nimmt Zeit in Anspruch (pro Volk fünf Minuten), muss aber sein. Das Wabenziehen und Zellenbrechen ist nur bei den Völkern notwendig, die Schwarmzellen angelegt haben. Selbst wenn diese Völker längere Zeit in Schwarmstimmung sind, macht das Zellenbrechen weniger Aufwand als andere Methoden der Schwarmverhinderung. Es wirkt sich nicht negativ auf die Volksentwicklung und die Sammelleistung aus.

Ich ziehe nur von meinen eigenen Völkern nach und verzichte auf die kontrollierte Paarung. Im langjährigen Mittel gerät etwa ein Drittel meiner Völker in Schwarmstimmung.

Völker, die schwärmen wollen, rechtzeitig daran zu hindern ist für mich ein Wettkampf: Jedes Volk kontrolliere ich von Ende April bis Anfang Juli alle sieben Tage. Wer aufgibt, verliert, und das hat Folgen. Das abgeschwärmte Volk fällt wochenlang für die Honigproduktion aus. Der abgegangene Schwarm ist dem Tod geweiht, wenn er nicht gefangen wird. Beim Schwarmfang besteht Unfallgefahr. Diese drei Argumente sollten als Begründung für "Durchhalten" ausreichen.

Völkervermehrung in vier Schritten

Im Mai ist es Zeit für die Völkervermehrung. Am Tag x schröpfe ich und bilde einen Sammelbrutableger.

Am Tag "x+9" breche ich die Nachschaffungszellen, belarve die Zuchtrahmen und hänge sie mittig ein. Beim Zellenbrechen wird das Pflegevolk um eine Zarge nach unten erweitert. Wenn dafür keine ausgebauten, mit etwas Futter gefüllten Waben zur Verfügung stehen, bestücke ich die Erweiterungszarge mit acht Mittelwänden und mit einer mit Sirup gefüllten Futtertasche, natürlich mit Schwimm- und Aufstieghilfe.

Am Tag "x+19" verschule ich die Königinzellen mit drei bis fünf Begleitbienen. Wurden die Zellen verbaut, schneide ich sie mit einem erwärmten Taschenmesser frei.

Am Tag "x+21" sind die Königinnen und die gesamte Arbeiterinnenbrut des Pflegevolkes geschlüpft. Ich teile es in Begattungsvölkchen auf. Jedes besteht aus einer Bienenwabe mit über 1.000 Bienen, einer Jungkönigin und einer extra Futterwabe. Dafür eignen sich auch halbwegs gefüllte Randwaben aus dem Honigraum von Wirtschaftsvölkern. Wenn im Pflegevolk mehr Königinnen geschlüpft sind, als ich ausreichend starke Begattungsvölkchen bilden konnte, entnehme ich die fehlenden brutfreien Bienenwaben den stärkeren Wirtschaftsvölkern.

Die Begattungsvölkchen bringe ich zu viert über einem Viererboden in einem Magazin unter. Drei Schiede teilen es in vier Abteile. Jedes Abteil hat ein eigenes Flugloch. Beim Auflösen des Pflegevolkes habe ich die brutfreien Bienenwaben, bevor sie eingehängt wurden, mit Milch- oder Oxalsäure besprüht. Das garantiert einen varroaarmen Start. Die nächste Varroabehandlung steht dann erst im September an.

Von welchem Volk nehme ich den Zuchtstoff? Vom richtigen! Das ist ein Volk, das im vergangenen Jahr durchweg ein friedliches Verhalten gezeigt hat. Deshalb wurde es im Oktober nicht umgeweiselt.

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