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April: Das große Blühen beginnt

19.03.2018

Krokus

Foto: Sabine Rübensaat

Krokus ist eine der ersten Pflanzen, die den Bienen im Frühjahr Nahrung bieten.

Für den April ist ein häufiger Wechsel zwischen strahlendem Sonnenschein und stürmischem Schneetreiben typisch. Gesunden und starken Völkern macht das wechselhafte Wetter nichts aus. Durch die schon kräftigen Sonnenstrahlen und die vielen Niederschläge wird das Wachstum der Pflanzen beschleunigt. Haben die Bienen Ende März aus der Weide reichlich Pollen und Nektar sammeln können, sorgt das im April für sehr große Brutnester. Gab es zur Weidenblüte eher kaltes oder verregnetes Wetter und somit wenig Weidentracht, wird der Brutumfang eher langsam anwachsen.

Das blüht im April und bietet den Bienen Nahrung.>>>

Futterbedarf? Bienenvölker brauchen Reserve

Mit der Brutnestgröße steigt auch der Futterbedarf. Nach langjähriger Beobachtung meines Waagvolkes kann ein großes Volk bis zu sechs Kilogramm Futter benötigen. Hat so ein starkes Volk nur noch wenig Vorrat, schränkt es zunächst die Brutmenge ein. Setzt trotzdem in den nächsten Tagen keine Tracht ein und gibt der Imker keine Notfütterung mit Honig, kann dieses Volk noch kurz vor Trachtbeginn verhungern. Man muss also unbedingt darauf achten, dass ein Volk im April mindestens sechs Kilogramm Honig als Reserve hat!

Da der Bautrieb bei einsetzender Tracht erwacht, lasse ich viele Mittelwände im Honigraum ausbauen. Ich veranschlage für jedes Jahr und Volk den Austausch einer Zarge Altwaben.

Erste Massentrachten: Kirsche, Löwenzahn, Ahorn

Im Sauerland beginnt die erste große Massentracht mit der Kirschblüte. Fast zeitgleich beginnt der Löwenzahn zu erblühen. Hinzu kommen noch verschiedene Ahornarten. Zur Wildkirschenblüte erhalten meine bis dahin in zwei Brutzargen sitzenden Völker über dem eingelegten Absperrgitter einen Honigraum, ausgestattet mit elf selbst gegossenen Mittelwänden.

Ich öffne das Volk, lasse die untere Zarge aber unberührt. Überschüssige Randfutterwaben aus der oberen Brutzarge entferne ich. Dabei ziehe ich mit dem Wabenheber zuerst die zweite Randwabe, sie lässt sich leichter lösen als die Waben direkt an der Zargenwand. Einen mit einer Reißzwecke markierten Drohnenbaurahmen hänge ich an die zweite Stelle der oberen Brutraumzarge. Dort ist er bei einer späteren Entnahme leichter zugänglich als unten und wird auch viel besser bebrütet.

Nun lege ich das Absperrgitter auf. Ohne Gitter könnte die Königin auch im Honigraum stiften. Diese Honigwaben mit Brut könnten bei der Frühtrachternte nicht mitgeschleudert werden. Bei der zweiten Schleuderung würde dann Frühtrachthonig mit in den Sommerhonig kommen. Das möchte ich wegen des unterschiedlichen Geschmacks auf jeden Fall vermeiden.

Will ich ein Volk mit einem Teil bereits ausgebauter Waben im Honigraum erweitern, gebe ich die ausgebauten Waben in die Mitte der Zarge und fülle die Ränder mit Mittelwänden auf. Bei guter Tracht bauen die Bienen pro Nacht bis zu drei Mittelwände aus. Die Mittelwände stammen aus meinem eigenen Wachskreislauf. Bereits bebrütete Waben hänge ich aus hygienischen Gründen nicht in den Honigraum.

Die richtige Zeit für den Einsatz des Baurahmens

Beim Drohnenrahmen wäre zwar ein gedrahteter Rahmen beim Abfegen der Bienen stabiler, ungedrahtet macht er aber weniger Arbeit. Ich schneide die verdeckelten Baurahmen aus, lasse aber am oberen Rahmen etwas Wachs als Bauhilfe stehen. Wenn im Laufe der Zeit der erste Baurahmen ausgebaut und bestiftet ist, setze ich an der gegenüberliegenden Zargenwand ebenfalls an zweiter Stelle einen weiteren Baurahmen ein.

Jetzt können die Baurahmen im Wechsel entnommen werden. Dies geschieht bei mir alle zwölf bis 20 Tage nach dem Einhängen des Rahmens. Der Drohnenrahmen zeigt mir aber auch die oft am Ende des Monats auftretende Schwarmstimmung an. Meist macht sie sich durch ein verringertes Tempo beim Bauen und durch geteilte Herzwaben bemerkbar.

Jetzt wichtig: Milbenbefall kontrollieren

Da die Anzahl der Brutzellen jetzt ständig zunimmt, haben auch die Varroaweibchen wieder bessere Möglichkeiten, sich zu vermehren. Damit ich eine Übersicht über die Anzahl der Milben im Volk erhalte, zähle ich den natürlichen Milbenfall pro Tag. Dazu schiebe ich die Einlagen über 14 Tage unter die Völker. Die Zahl der dabei gefundenen Milben teile ich durch 14 und erhalte so den täglichen Milbenabfall.

Liegt dieser unter sechs Milben, kann ich beruhigt sein. Hier reicht eine spätere Behandlung nach der Sommerernte aus. Finde ich dagegen mehr als sechs Milben, schneide ich bei diesen Völkern verstärkt Drohnenbrutwaben aus. Beobachtet man bei einem Volk jetzt schon einen Milbenfall von mehr als zehn Varroen pro Tag, hilft nur eine radikale Brutentnahme. Dieses Volk wird zwar nicht mehr die Masse an Honig holen, aber ich verhindere damit einen verstärkten Varroadruck auf die Nachbarvölker.

Durch das regelmäßige Ausschneiden des verdeckelten Drohnenbaus kann ich bereits mit drei Rahmen den Jahresendbefall mit Milben um etwa 50 Prozent reduzieren. Einen Ausgleich der Völker durch Brutwabenverteilung lehne ich ab. Forscher haben herausgefunden, dass diese Art der Übertragung solche Milbenlinien fördert, die sich stark vermehren, bevor sie zu einem anderen Wirt wechseln und dadurch im Volk einen noch größeren Schaden anrichten.

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