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Februar: Haben die Bienen genug Futter?

22.01.2018

Futterwabe

Foto: Harriet Richardson

Ist eine Notfütterung nötig, nimmt man dazu am besten Futterwaben aus Völkern, die noch etwas übrig haben.

Meist ist bei uns im Sauerland der Februar der schneereichste und kälteste Wintermonat. An den Bienen gibt es Anfang des Monats noch nicht viel zu tun.

Ich stelle fest, ob die Völker noch leben. Dazu hebe ich vorsichtig die Deckel an und schaue auf die Rähmchen. Bei einzargigen Völkern sehe ich die Bienen unter der Folie sitzen. Bei Zweizargigen kann es sein, dass sie im unteren Raum sitzen, dann höre ich kurz hinein. Sollte einmal ein Volk tot sein, räume ich es ab, damit es später nicht zu Räuberei und Krankheitsübertragungen kommen kann.

Gegen Mäuse benutze ich Fluglochkeile aus Holz. Bei Flugwetter sehe ich nach, ob die Schlitze verstopft sind. Ansonsten könnten solche Völker leicht verbrausen. Außerdem prüfe ich die Beutenabdeckung. Hat sich etwa ein Specht in Standnähe ans Werk gemacht?

Wann ist eine Notfütterung erforderlich?

Wer seine Völker stark und mit reichlichen Vorräten eingewintert hat, muss sich jetzt kaum Gedanken machen. Ausnahmen bilden Völker, die im Spätsommer das letzte Futter nicht mehr abgenommen haben und besonders leicht wirkten, und solche, die bei milder Witterung lange gebrütet haben und zu wenig Vorräte besitzen könnten. Bin ich mir nicht sicher, hebe ich an einem milden Tag die Beute an, ohne sie zu öffnen. Es genügt, die Beuten hinten leicht anzuheben und untereinander oder mit einem "Leervolk" zu vergleichen.

Wenn eine genaue Kontrolle nötig ist – wie dies vor allem bei sehr leichten oder bei einzargigen, schwachen Völkern der Fall sein kann –, reicht mir ein Blick durch die Folie, um zu sehen, ob noch Futterwaben und -kränze vorhanden sind und die Bienen am Futter sitzen. Wirken die Waben ziemlich leer, ist eine Notfütterung erforderlich. Das gelingt am besten mit Futterwaben, die direkt an den Bienensitz gehängt werden. Notfalls kann man sich auch mit Futtersirup in einer Leerwabe behelfen.

Jetzt ist oftmals auch schon der richtige Zeitpunkt, den Wintertotenfall aus dem Volk zu entfernen. Dazu hebe ich mit einer zweiten Person die Zarge/n vom Boden, nehme diesen weg und stelle den Zargen einen sauberen Boden unter. Der herausgenommene Zargenboden kann dann problemlos für das nächste Volk gesäubert werden.

Weisellose Völker erkennen und vereinigen

In vielen Regionen haben die Völker bereits mit dem Brutgeschäft begonnen. Die Kerntemperatur in der Bienentraube beträgt nun etwa 34 °C. Zu Beginn wird nur ein kleines Brutnest angelegt; es wird jedoch bei milder Witterung schnell größer. Der Reinigungsflug findet an milden Tagen statt. Dabei entleeren die Bienen ihre prall gefüllte Kotblase.

Beim Reinigungsflug mache ich die ersten Beobachtungen am Flugloch. Fallen hierbei ein oder mehrere Völker auf, kontrolliere ich sie bei nächster Gelegenheit. Zu diesem frühen Zeitpunkt können weisellose Völker noch problemlos mit anderen Bienenvölkern vereinigt werden. Man muss aber unbedingt darauf achten, dass diese Völker gesund sind. Werden kranke Bienenvölker mit gesunden vereinigt, infizieren sich die gesunden ebenfalls und werden dadurch geschwächt.

Sollten Völker von der Ruhr oder der Nosema befallen sein, werden sie mit einem Schwefelstreifen abgetötet. Die dann leeren Beuten reinige ich unverzüglich. Vorhandene Futterwaben werden aus seuchenhygienischen Gründen vernichtet. Habe ich keine Zeit zur Reinigung, verschließe ich die Beuten bienendicht. Lässt man sie dagegen offen stehen, werden sie schnell von anderen Völkern beräubert. Für die räubernden Bienenvölker besteht dann die Gefahr, sich bei den kranken Völkern mit Krankheitserregern zu infizieren.

Tote Bienenvölker: Woran lag es?

Sind über den Winter Völker eingegangen, muss man nach den Ursachen forschen. Oft liegt es an einer zu geringen Volksstärke bei der Einwinterung. Zu schwache Völker haben Schwierigkeiten, in der Bienentraube ausreichend Wärme zu erzeugen. Auch eine unzureichende Varroabekämpfung stellt oft den Grund für Völkerverluste dar. Meist sehen solche Völker zur Zeit der Auffütterung noch relativ stark aus.

Sobald jedoch die Sommerbienen und die durch Varroa geschädigten Winterbienen abgehen, bleiben zu wenig gesunde Winterbienen übrig, um gefahrlos zu überwintern. Völker, die durch Varroa eingegangen sind, erkennt man leicht: Sie haben meist volle Futterwaben und kaum tote Bienen im Stock.

War dagegen Futtermangel die Todesursache, erkennt man das an den Bienen, die allesamt mit dem Kopf voran in den Zellen stecken. Verhungerte Völker waren meist kurz vor ihrem Tod recht stark. Die verhungerten Bienen findet man in den Zellen, auf den Wabengassen und im Unterboden. Aber auch die Witterungsverhältnisse spielen eine Rolle.

Längere frühlingshafte Temperaturen im zeitigen Frühjahr verleiten die Völker, größere Brutflächen anzulegen. Folgt dann eine längere Kaltphase, versuchen die Bienen zuerst, die Brut entsprechend zu wärmen. Dadurch kann die Wintertraube unter Umständen vom Winterfutter abreißen. So sind zwar starke Völker noch immer die beste Gewähr für eine sichere Überwinterung. Sie verbrauchen jedoch auch das meiste Futter.

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