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März: Bienen schonen und das Flugloch beobachten

21.02.2018

Fluglochbeobachtung

Foto: Sabine Rübensaat

Was tut sich am Flugloch? Eine der wichtigsten Fragen für Imker im März.

Das Leben der Bienen ist ein stetiger Kreislauf. Daher kann man nicht sagen, zu welchem Zeitpunkt das Bienenjahr beginnt. Mit den Kalenderhinweisen habe ich bereits im Winter begonnen. Da hatte ich die meiste Zeit, um über den Jahresverlauf nachzudenken. In der Natur fangen nun die Knospen der Bäume an zu schwellen. Winterheide, Weide, Märzenbecher, Hyazinthen und viele andere Pflanzen entfalten ihre Schönheit. Wenn uns dann noch das Summen der Bienen begleitet, ist Frühling. Mit zunehmender Helligkeit und Tageswärme werden auch unsere Bienen immer aktiver.

Die Königin erhöht ihre Legetätigkeit. Die Bruttemperatur im Volk muss ständig auf 35 °C gehalten werden. Das vorhandene Futter und der Pollen für die Aufzucht der Brut müssen von den Bienen umgetragen werden. Alles folgt einem Kreislauf. Trotzdem kommt es vor, dass nicht alles so läuft, wie es sollte.

Wann findet der erste Reinigungsflug statt?

Im März widme ich mich verstärkt der Fluglochbeobachtung. Im Vorjahr fand der Reinigungsflug im Sauerland bereits Mitte Februar statt. Oft passiert dies allerdings erst im März. Wenn es sich einrichten lässt, beobachte ich den Reinigungsflug bei meinen Völkern. Kommen die Bienen mit Pollen zurück und zeigen ein ruhiges Flugverhalten beim Ein- und Ausflug, so ist alles in Ordnung.

Was im März typischerweise schon blüht, zeigt diese Bildergalerie >>>

Völker, die bis Ende März immer noch nicht geflogen sind oder bei denen sich vielleicht Drohnen zeigen, nehme ich genauer unter die Lupe. Ich stelle fest, ob die Völker eine intakte Königin haben. Dazu öffne ich den Beutendeckel und ziehe die Folie ab. Strecken die Bienen ihren Hinterleib hoch und lassen aus ihren Stacheln eine kleine Menge Bienengift entweichen, hat das Volk eine Königin.

Je mehr unverbrauchte und langlebige Winterbienen sich um diese Jahreszeit in einem Bienenvolk befinden, umso rasanter erfolgt dessen Aufwärtsentwicklung. Ganz wichtig bleiben eine noch üppige Futterbevorratung dank einer gut bemessenen Wintereinfütterung, ein reichhaltiger Polleneintrag sowie ansteigende Temperaturen. Junger Wabenbau mit ausreichend freien Zellen zum Brüten ist eine weitere Voraussetzung für eine zügige Entwicklung. An meinem Hausstand befinden sich meist zweizargig überwinterte Wirtschaftsvölker mit letztjähriger Königin sowie Einzargenvölker, ebenfalls mit junger Königin. Die Einzargenvölker gebe ich nach Untersuchung und Erhalt eines Gesundheitszeugnisses an Imkerkollegen ab.

Kontrollmaßnahmen im März: Das gehört dazu

Durch meine langjährig erprobte Betriebsweise und die an den Standort angepasste Biene ist mir seit Jahren kein Volk mehr eingegangen. Kontrollmaßnahmen finden bei mir im März durch Fluglochbeobachtungen, Abhorchen mittels Stethoskop, Brutkontrolle mit der Thermokamera und Kontrolle der Volksgröße mithilfe einer Taschenlampe statt.

Bei der Taschenlampenkontrolle gehe ich wie folgt vor. Den Fluglochkeil aus Holz entferne ich mit Beginn der Weidenblüte. Ich kann nun in voller Breite und Tiefe durch das Flugloch die letzte Ecke des Beutenbodens ausleuchten und den Bienensitz erkennen. Bei den meisten Völkern stelle ich bereits einen Bienenbart zum Flugloch hin fest. Sollte ich einmal ein zu kleines, aber gesundes Volk vorfinden, setze ich dies im März/April einfach über einem Absperrgitter auf ein großes Volk auf. Dabei erhält das aufgesetzte Volk direkte Pflegeunterstützung von dem unteren Volk.

In der Regel legt die Königin in dem aufgesetzten Volk schnell ein akzeptables Brutnest an. Zur späteren Vermehrung scheidet das Volk allerdings bei mir aus. Spätestens im April entnehme ich die obere Königin mitsamt dem Absperrgitter.

Imker- und bienenschonend arbeiten

Da jetzt ein vielfaches Anheben der Beuten sowie Säuberungsarbeiten anfallen, achte ich auf ein imker- und bienenschonendes Arbeiten. Das Heben, Abstellen und Bearbeiten sollte mit geradem Rücken und ohne Verdrehen erfolgen. Bewährt hat sich dafür bei der Magazinbetriebsweise eine Bearbeitung von der Seite. Ich achte aber auch auf eine bienenschonende Arbeitsweise.

Wenn Bienen stark gedrückt werden, geben sie ein Alarmpheromon ab, das Aufregung und Verteidigungsbereitschaft im Bienenvolk hervorruft. Um diese Jahreszeit besteht leicht die Gefahr, dass die Königin dabei eingeknäuelt und erstickt wird. Zudem ist das Bearbeiten aufgeregter Bienen unerfreulich und meist mit Stichen verbunden.

Wegen der oft noch niedrigen Temperaturen im März sollten Beuten nicht unnötig lange offen stehen. Dazu stelle ich mir für einen nötigen Eingriff alle erforderlichen Materialien bereit; ein zuverlässiger Smoker sollte vorhanden sein. Wichtig ist ein zielgerichtetes Arbeiten ohne Hektik. Bevor ich anfange, schaffe ich Platz für das Abstellen von bienenbesetzten Zargen und Waben.

Kurz zusammengefasst die Märzarbeiten: Standkontrolle; Futterkontrolle, besonders bei starken Völkern; bei toten Völkern Beuten desinfizieren, Waben ausschmelzen; alle Fluglochkeile/Mäusegitter entfernen; Unterböden von Totenfall befreien und auf Krankheiten achten.

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