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Oktober: Für den Winter gerüstet?

20.09.2018

Herbstastern

Foto: Sabine Rübensaat

Herbstastern sind eine der Pflanzen, die den Bienen jetzt noch Pollen als Nahrung bieten.

Wenn auch an manchen Tagen noch schönes Herbstwetter herrscht und zu Wanderungen einlädt, können die Nächte bereits sehr kühl ausfallen. Graue, regnerische Tage mit stürmischen Winden sind ganz normal. In manchen Gegenden treten die ersten Nachtfröste auf, und bei extremen Kälteeinbrüchen fällt der erste Schnee. Den Bienenstand kontrolliere ich in regelmäßigen Abständen, besonders nach heftigen Witterungsperioden (Sturm, starker Schneefall).

Die Deckel meiner Segeberger Beuten beschwere ich mit Klinkersteinen, damit sie von Winterstürmen nicht abgeweht werden. Spätestens jetzt sollte der Mäuseschutz am Flugloch angebracht sein. Ich verwende dazu Fluglochkeile aus Holz mit einer Durchgangshöhe von 7,5 mm, die ich zum Schutz vor späten Räubern bis zum Jahresende mit Schaumstoffstreifen einenge.

Vorsichtig kontrollieren und nicht die Fugenabdichtungen aus Propolis zerstören

Meine gesamten Völker sind nun gut für den sauerländischen Winter gerüstet: Sie hatten eine natürliche Brutpause im Frühsommer und besitzen eine junge Königin aus dem gleichen Jahr; ich habe bei ihnen im Laufe des Sommers regelmäßig Drohnenbrut entnommen und nach der letzten Honigernte eine oder mehrere Ameisensäurebehandlungen durchgeführt. Eine dreitägige Gemülldiagnose zeigt den Erfolg dieser Maßnahmen an. Jedes Volk aber, das ab Ende des Monats pro Tag mehr als eine Milbe verliert, beherbergt noch mehrere Hundert Parasiten und muss im Winter nachbehandelt werden.

Die in den vergangenen Wochen von den Bienen mühevoll angebrachten Fugenabdichtungen aus Propolis sollten nicht mehr zerstört werden. Die Völker reagieren auf jede Beunruhigung sofort mit spontaner Futteraufnahme. Häufen sich im Laufe des Winters Störungen, so wird durch die vermehrte Nahrungsaufnahme das Fassungsvermögen der Kotblase überfordert und es kann zum Abkoten im Stock kommen.

Weiselrichtig oder nicht?

Bei kaltem Wetter kann bereits im Oktober das Brutgeschäft gänzlich zum Erliegen kommen. Warme Tage, die Ausflüge zulassen, nutzen die Bienen, um nochmals abzukoten. An geeigneten Trachtquellen wird Pollen, meist von Herbstastern, eingetragen. Bei kühler Witterung ziehen sich die Völker bereits zu einer Traube zusammen. Die Gewichtskontrollen habe ich durchgeführt.

Eine Völkerdurchsicht nehme ich nur noch bei auffälligen Völkern vor. Ist ein Volk um diese Zeit weisellos, braust es beim Öffnen auf. Sind noch Drohnen vorhanden, zeigt das eine mögliche Weisellosigkeit an, oder die Königin hat kein Sperma mehr zur Befruchtung ihrer Eier. Das passiert meist, wenn während der Begattungszeit Schlechtwetterphasen herrschten. Im Oktober kann man solche Völker durch Wegnahme der fehlerhaften Königin problemlos mit einem anderen Volk vereinigen.

Schwieriger zu handhaben sind weisellose Völker mit bereits vorhandenen Drohnenmütterchen. Hier gebe ich kräftig Rauch und kehre die Waben bei Flugwetter etwas entfernt vom Stand ab. Die zurückfliegenden Bienen betteln sich bei den Nachbarvölkern ein. Die Drohnenmütterchen dagegen werden von den Fluglochwachen abgewehrt.

Imkermaterial und Geräte reinigen

Weitere Arbeiten im Oktober dienen der Reinigung und Instandhaltung der imkerlichen Geräte. Abgenommene Zargen werden vor der Einlagerung von Wachs und Propolisresten gereinigt. Da die Bienen ihren Flug eingestellt haben, kann ich viele Arbeiten wieder im Freien durchführen. In erster Linie sind dies die Wachsarbeiten.

Ich schmelze Altwaben mithilfe eines Dampfgenerators in einer Zarge aus. Meine mit Edelstahldraht ausgestatteten Rähmchen bleiben über Jahre erhalten. Entnehme ich die Rähmchen aus der Schmelzzarge, klopfe ich anhängende Tresterreste sofort ab und reinige das Holz mit dem Stockmeißel. Die Rähmchen sind nach der Reinigung mittels Natronlauge und anschließendem Abspülen mit klarem Wasser für das Einlöten der Mittelwände im kommenden Frühjahr wieder einsatzbereit.

Honigpflege und Vermarktung

Rückblick: Nach der Schleuderung habe ich meinen Honig per Doppelsieb von Wachsteilchen gereinigt, ihn abgeschäumt und in 25-kg-Hobbocks gelagert. Nach Bedarf hole ich die Hobbocks aus dem Lager. Kandierten Honig erwärme ich leicht im Wärmemeister. Den Blütenhonig verflüssige ich nur so weit, dass er noch etwas trüb bleibt und die Kristallisation sofort nach dem Abfüllen wieder einsetzt. Damit ich die richtige Cremekonsistenz erreiche, rühre ich mit dem Edelstahlquirl zweimal am Tag. Der richtige Abfüllzeitpunkt ist entscheidend: Zu früh abgefüllter Honig wird später im Glas zu hart.

Mit Beginn der kühleren Jahreszeit kommt bei mir der Honigverkauf so richtig in Gang. Meine über Jahre treuen Haustürkunden holen sich die cremigen Blütenhonige aus der Frühjahrs- und Sommertracht persönlich ab. Außerdem beliefere ich Hotels und Gaststätten, die den Honig an ihre Gäste zur Verkostung oder als Treuegeschenk weitergeben. Kunden kaufen auch gern Imkereiprodukte wie selbst gegossene Kerzen, Wachs, Propolisprodukte und Wabenhonig.

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