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Editorial 2017-07

14.06.2017

Chefredakteurin Silke Beckedorf

Foto: Sabine Rübensaat

Chefredakteurin Silke Beckedorf

Ein Verbot ist überfällig

Glyphosat ist längst ein Politikum geworden. Der Deutsche Bauernverband (DBV) möchte – wenig verwunderlich – das beliebteste Herbizid der Landwirte erhalten. Der Deutsche Imkerbund spricht sich dagegen aus, weil Glyphosat Bienennährpflanzen reduziert.

Von einer Anwendungsform sind die Imker jedoch noch ein- mal besonders betroffen: der sogenannten Sikkation, sprich Vorerntebehandlung. In den Fällen, die wir Ihnen in diesem Heft schildern, freuten sich Imker über prächtigen Kornblumenhonig – bei dem es sich im Übrigen um eine besonders wertvolle, heilkräftige Sorte handelt. In beiden Fällen verloren die Sommerhonige ihre Verkehrsfähigkeit, weil die Landwirte, auf deren Feldern die Kornblumen blühten, kurz vor der Ernte Glyphosat eingesetzt hatten.

Ein solcher Zustand ist unhaltbar. Niemand haftet für den Schaden, die Imker fallen buchstäblich in eine Lücke des Gesetzes. Es tröstet nur wenig, dass der DBV sich mit dem Satz "Der pauschale Einsatz von Glyphosat zur Sikkation entspricht nach dem Verständnis des DBV nicht der guten fachlichen Praxis" von der Vorerntebehandlung distanziert. Ein pauschaler Einsatz ist bereits heute unzulässig. Auch die Ausnahmen reichen jedoch, um Imker zu schädigen.

Sollte die Zulassung für Glyphosat weiter verlängert werden, muss die Sikkation daher verboten werden, und zwar ausnahmslos. Auch die Einführung eines Grenzwertes, der höher liegt als die jetzt geltende Rückstandshöchstmenge, ist keine gute Lösung, denn der Ruf des Honigs leidet trotzdem. Daher gehört jedes Einsatzgebiet auf den Prüfstand, vom Wald bis zum Feld, sodass Imker rückstandsfreie Honige schleudern und ihre Sommertracht sorglos ernten und genießen können.

Ihre Silke Beckedorf
Chefredakteurin

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