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Haben Sie eine asiatische Hornisse gesehen?

27.08.2018

Asiatische Hornisse

Foto: Jean Haxaire

Asiatische Hornisse: In Deutschland sind weder die derzeitige Verbreitung noch mögliche Auswirkungen auf Honigbienen klar.

2014 wurde die Asiatische Hornisse, Vespa velutina, zum ersten Mal in Deutschland gesehen. Über das Ausmaß ihres Vorkommens in Deutschland herrscht jedoch Ungewissheit. Eine Umfrage soll das ändern.

Die Asiatische Hornisse wurde 2004 aus China in Südwestfrankreich eingeschleppt. Seither hat sie sich in fast ganz Frankreich erfolgreich etabliert. Darüber hinaus kommt sie inzwischen auch in Belgien, Deutschland, Italien, in den Niederlanden, in Portugal, Spanien und im Vereinigten Königreich vor. Die Hornisse macht am Eingang von Bienenstöcken Jagd auf Arbeiterinnen, die eine bevorzugte Beute darstellen. Durch die Bejagung kann es dazu kommen, dass die Völker in ihrer Stärke abnehmen und weniger Honigvorräte ansammeln, da die Arbeiterinnen durch die Räuber vom Sammelflug abgehalten werden.

Die Aktivität der Asiatischen Hornisse nimmt über den Sommer hinweg zu und erreicht ihr Maximum im Oktober. Somit ist auch der Zeitraum stark betroffen, in dem die Honigbienenvölker Winterbienen aufziehen, um sich auf den Winter vorzubereiten. Dies könnte ein zusätzliches Risiko für die Überwinterung von Honigbienenvölkern in Europa bedeuten. In Frankreich wird die Asiatische Hornisse V. velutina aufgrund möglicher Risiken für die Imkerei als "Gefährdung der Gesundheit zweiter Kategorie" sowie als "invasive gebietsfremde Art" eingestuft.

(Karte: Derzeitig bekannte Verbreitung der Asiatischen Hornisse Vespa velutina in Westeuropa.)

Asiatische Hornisse: Kaum Daten für Deutschland

In Deutschland sind weder die derzeitige Verbreitung der Asiatischen Hornisse noch mögliche Auswirkungen auf Honigbienen klar. Bisher beschränkt sich unser Wissen auf wenige, seit 2014 dokumentierte Nester in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Da dort an Bienenstöcken in unmittelbarer Umgebung keine jagenden Hornissen beobachtet wurden, gibt es bisher auch keinen Beleg für eine Beeinträchtigung von Bienenvölkern in Deutschland. Das könnte bedeuten, dass eine Bekämpfung, die auch unerwünschte Auswirkungen auf die heimische und geschützte Europäische Hornisse V. crabro haben könnte, in Deutschland nicht erforderlich ist. Da es bislang keine großflächige Erhebung zur asiatischen Hornisse in Deutschland gibt, können derzeit allerdings keine verlässlichen Schlüsse gezogen werden.

Um die Wissenslücke zu füllen und die Ausbreitung sowie das Jagdverhalten von V. velutina in Deutschland zu erfassen, gibt es nun eine Umfrage der Universität Würzburg und des Muséum national d'Histoire naturelle in Paris dazu. Die wenigen Fragen haben sich bereits bei einer gut funktionierenden Erfassung auf Basis freiwilliger Teilnehmer in Frankreich als wesentlich erwiesen. Hilfreich sind dabei nicht nur Meldungen über die Anwesenheit, sondern auch explizit über die Abwesenheit der Hornisse. Die Umfrage ist online verfügbar und nimmt nicht mehr als fünf Minuten in Anspruch. Sie soll die Umsetzung der Anordnung der Europäischen Kommission unterstützen, invasive Arten wie V. velutina zu überwachen.

Asiatische und Europäische Hornisse: Große Verwechslungsgefahr

Da Verwechslungsgefahr mit der äußerlich relativ ähnlichen Europäischen Hornisse, verschiedenen Wespenarten, Holzbienen und bestimmten Fliegenarten besteht, steht auch eine Identifikationshilfe zur Verfügung. Die Umfrageinitiatoren bitten darum, dass möglichst viele an der Umfrage teilnehmen und den Fragebogen auch an weitere möglicherweise interessierte Personengruppen weitergeben, wie zum lokale Imkervereine.

Die Ergebnisse der Erhebung spielen eine wichtige Rolle bei der Einschätzung des Risikos der asiatischen Hornisse für die deutsche Imkerei. Sie werden außerdem dabei helfen, die biologischen Faktoren, die die Ausbreitung der Hornisse in Westeuropa bestimmen, besser zu verstehen.

Autoren/Kontakt: Dr. Fabrice Requier, Dr. Fabian Nürnberger und Prof. Dr. Ingolf Steffan-Dewenter vom Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie am Biozentrum der Universität Würzburg und Quentin Rome vom Muséum national d'Histoire naturelle in Paris; fabrice.requier@remove-this.uni-wuerzburg.de

Machen Sie mit!

Hier finden Sie die Umfrage >>>

Eine Identifikationshilfe steht hier bereit >>>



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