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Kerzen tauchen

21.09.2017

© Klaus Kaldenbach

Kerzen tauchen mit der Anleitung von Klaus Kaldenbach.

Für meine Kerzenproduktion habe ich ein Aufspanngestell aus Metall für acht Stumpenkerzen oder 16 schlanke Kerzen gebaut.

Materialliste:
  • Ober- und Unterträger: Vierkantstab 9 x 9 mm (5 cm kürzer als Kesseldurchmesser);
  • 8 Splinte: 5 mm;
  • 16 Gewindeschrauben;
  • Gewindestange, Muttern und Flügelmuttern: jeweils M5;
  • Feilenheft aus Holz;
  • Ständer zum Wiegen: Holzplatte im Zuschnitt.

So funktioniert der Nachbau

(1) Das Gestell besteht aus einem Ober- und einem Unterträger aus 9 x 9 mm Stahl. (2) Im Feilenheft ist ein Schraubhaken befestigt, um das Gestell zum Abkühlen und zum Wiegen aufzuhängen.

(1) Das Gestell besteht aus einem Ober- und einem Unterträger aus 9 x 9 mm Stahl. Im Unterträger sitzen acht 5 cm lange Splinte quer, und zwar so, dass sie zu beiden Seiten gleich weit herausragen. Im Oberträger sind 16 Gewindeschrauben angebracht, und mittig sitzt ein Feilenheft als Griff. (2) Im Feilenheft ist ein Schraubhaken befestigt, um das Gestell zum Abkühlen und zum Wiegen aufzuhängen.


(3) Die beiden Träger sind mit zwei Gewindestangen verbunden. Am Unterträger sind die Gewindestangen fest verschraubt.
(4) Der Oberträger sitzt auf einer Mutter und wird von oben mit einer Flügelmutter fixiert.

(5) Auf jeder Gewindestange befindet sich eine Mutter. Damit wird die Eintauchtiefe festgelegt. (6) Die Dochte werden an den Schrauben mit einem Knoten befestigt,

(7) unter Spannung im Splintfestgeklemmt und dann abgeschnitten. (8) Wenn alle Dochte angebracht sind,

(9) kann das Tauchen beginnen. (3) Die beiden Träger sind mit zwei Gewinde- stangen verbunden. Am Unterträger sind diese fest verschraubt. (4) Der Oberträger sitzt auf einer Mutter und wird von oben mit einer Flügelmutter fixiert. (5) Auf jeder Gewindestange befindet sich eine Mutter. Damit wird die Eintauchtiefe festgelegt. (6) Die Dochte werden an den Schrauben mit einem Knoten befestigt, unter Spannung im Splint (7) festgeklemmt und dann abgeschnitten (8) . Wenn alle Dochte angebracht sind (9), kann das Tauchen beginnen.

(10) Ich benutze einen 40-Liter-Kessel auf einer elektrischen Heizplatte mit stufenloser Temperaturregelung. Ich benutze einen 40-Liter-Kessel auf einer elektrischen Heizplatte mit stufenloser Temperaturregelung (10). Die optimale Wachstemperatur beträgt 55 °C. Wer Kerzen nur für den Eigenbedarf herstellen möchte, kommt mit einem kleineren Gestell und Gefäß aus, etwa einem Spargeltopf.





Nun kann die Produktion beginnen

(11) Die Gestelle werden bis zur Unterkante der Stellmutter eingetaucht, (12) zu Beginn für etwa fünf Sekunden, zum Ende für zehn Sekunden. Wenn die Kerzen bleistiftdick sind, werden sie mit einem heißen Messer oberhalb des Splintes abgeschnitten. Die Flügelmuttern werden gelöst und der Unterträger mit den Gewindestangen abgenommen. Die Länge der Kerze steht jetzt fest, die Stellmutter wird nicht mehr benötigt. Beim weiteren Tauchen ist es wichtig, immer nur bis zum schon vorhandenen Wachs einzutauchen, damit die Kerze nicht zu lang und oben zu dünn wird.

Die Gestelle werden bis zur Unterkante der Stellmutter eingetaucht (11), zu Beginn für etwa fünf Sekunden, zum Ende für zehn Sekunden. Wenn die Kerzen bleistiftdick sind (12), werden sie mit einem heißen Messer oberhalb des Splintes abgeschnitten. Die Flügelmuttern werden gelöst und der Unterträger mit den Gewindestangen abgenommen. Die Länge der Kerze steht jetzt fest, die Stellmutter wird nicht mehr benötigt. Beim weiteren Tauchen ist es wichtig, immer nur bis zum schon vorhandenen Wachs einzutauchen, damit die Kerze nicht zu lang und oben zu dünn wird.

Zwischen den Tauchgängen sollten die „jungen“ Kerzen nicht ganz durchkühlen, damit sich die neue Wachsschicht mit der bereits vorhandenen verbinden kann. Wenn das nicht geschieht, werden die Kerzen fleckig.

Kerzen sollten beim Abbrennen weder tropfen noch rußen. Um dies zu verhindern muss man auf das Verhältnis von Dochtstärke zum mittleren Durchmesser der Kerze achten. Die Kerze sollte zudem eine möglichst zylindrische Form haben, das bedeutet, dass sie in der Längsachse an jeder Stelle denselben Durchmesser hat. Deshalb habe ich für jeden Kerzentyp die passende Dochtstärke, den Kerzendurchmesser, die Eintauchtiefe (= Länge der Kerze) und das Gewicht einer Kerze in der Tabelle auf der rechten Seite festgelegt.

Tauchen und wiegen

(13) Während der Produktion jedoch ständig den Durchmesser der Kerzen kontrollieren zu müssen ergibt wenig Sinn. Ich ermittele stattdessen laufend das Gewicht der Kerzen samt Oberträger, indem ich diesen nach einigen Tauchgängen an eine Schrauböse an der Waage aufhänge. (14) Die Öse ist an einem Holzgestell befestigt, das ich aus einer Holzplatte gebaut habe und auf die Waage stelle. Hängen am Oberträger beispielsweise 16 Leuchterkerzen mit einem Sollgewicht von jeweils 60 g, müssen zum Ende des Tauchens 1415 g auf dem Display der Waage stehen. Dieses Sollgewicht berechnet sich aus der Anzahl der Kerzen, dem Sollgewicht einer einzelnen Kerze und dem Gewicht des Oberträgers. Auf diese Weise erhalte ich gleichmäßig dicke Kerzen.

Während der Produktion jedoch ständig den Durchmesser der Kerzen kontrollieren zu müssen ergibt wenig Sinn. Ich ermittele stattdessen laufend das Gewicht der Kerzen samt Oberträger, indem ich diesen nach einigen Tauchgängen an eine Schrauböse an der Waage aufhänge (13). Die Öse ist an einem Holzgestell befestigt, das ich aus einer Holzplatte gebaut habe und auf die Waage stelle. Hängen am Oberträger beispielsweise 16 Leuchterkerzen mit einem Sollgewicht von jeweils 60 g, müssen zum Ende des Tauchens 1415 g auf dem Display der Waage stehen. Dieses Sollgewicht berechnet sich aus der Anzahl der Kerzen, dem Sollgewicht einer einzelnen Kerze und dem Gewicht des Oberträgers. Auf diese Weise erhalte ich gleichmäßig dicke Kerzen (14). (15) Der Vorteil dieses Systems ist, dass ich eine gleichbleibende Qualität erreiche

Der Vorteil dieses Systems ist, dass ich eine gleichbleibende Qualität erreiche – und trotzdem sind die Kerzen das kleine Quäntchen schief und krumm, sodass man die Handarbeit noch erkennen kann. Außerdem ist das System flexibel: Damit lässt sich jede Kerzenlänge und -dicke produzieren (15). Die Kerzen aus der eigenen Produktion verwenden wir selbst: So haben wir immer eine gute Qualitätskontrolle.


>>> Alle Einzelschritte der Anleitung finden Sie auch nochmal in unserer Bildergalerie: Kerzen tauchen.


>>> Die komplette Anleitung finden Sie hier auch nochmal als PDF-Datei als Download

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