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Diese Vorteile bringt der Naturwabenbau

06.03.2018

Naturbau

Foto: Silke Beckedorf

Waben ohne Mittelwände: Ein bisschen weniger Honig kann man so ernten, aber dafür gibt es kein Problem mit Rückständen oder Wachsverfälschungen.

Durch die bekannt gewordenen Wachsverfälschungen der vergangenen Jahre bekommt der Rohstoff Bienenwachs einen neuen Stellenwert. Das Interesse der Imker an eigenen Wachskreisläufen, aber auch am Naturwabenbau steigt.

Günter Friedmann ist Berufsimker und hält seine Bienen nach den Demeter-Richtlinien. Diese Erfahrungen hat er mit dem Naturwabenbau gemacht. Fünf Fragen und Antworten.

1. Welche Vorteile hat es, den Bienen keine vorgegebenen Mittelwände anzubieten? Und gibt es Nachteile?

Friedmann: Ich setze Naturwaben nur im Brutraum ein und im Honigraum bestehen meine Mittelwände aus Entdeckelungswachs oder aus dem umgearbeiteten Naturwabenbauwachs aus dem Brutraum. Das Wachs, was einmal eine Mittelwand war, gelangt bei mir nicht mehr in den Bienenstock, sondern wird dann aussortiert. So erhalte ich eine hohe Wachsqualität und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln oder anderem sind kein Thema. Von der Wachsqualität hängt dann wiederum die Honigqualität ab. Im Brutraum ermöglicht mir der Naturwabenbau, dass ich jedes Bienenvolk individuell betrachten kann. Ich arbeite nichtschematisch bei jeden Bienenvolk und so erkenne ich auch Probleme schneller, denn diese sind manches Mal am Wabenbau sichtbar. Von Vorteil ist zudem, dass es im Naturwabenbau keinen Wabenschimmel gibt. Dafür ist man beim Bearbeiten des Brutraums etwas eingeschränkt, denn man kann keine Brutentnahme machen, etc, Es gibt mehr Drohnenbrut - was man mit einem geschickten Wabenmanagement allerdings gut handhaben kann – und ich musste leider auch feststellen, dass die Bienen durch Naturwabenbau nicht gesünder sind als konventionell geführte Völker. So ist z.B. die Belastung m mit der Varroa-Milbe genauso vorhanden.

2. Erntete man mit Naturwaben weniger Honig?

Friedmann: Ja, etwa vier bis sechs Kilogramm sind es bei mir weniger pro Bienenvolk. Da ich aber in meiner Betriebsweise einen Überschuss an Wachs produziere, kann ich das Wachs verkaufen – und die Preise dafür sind in den vergangenen Jahren um rund ein Drittel gestiegen auf bis zu 30 Euro pro Kilogramm.

3. Wie gelingt die Umstellung auf den Naturwabenbau?

Friedmann: Am einfachsten gelingt die Umstellung über einen Schwarm, den man in eine Beute setzt und ihn frei bauen lässt. Man kann aber auch Ableger bilden etwa mit zwei Brutwaben und ihn dann weiter selbst bauen lassen. Die beiden alten Brutwaben auf Basis von Mittelwänden entnimmt man dann einfach bzw. schiebt sie Stück für Stück an den Rand und sortiert sie aus.

Sind die Waben im Naturbau genauso stabil?

Friedmann: Meine Rähmchen sind zwei Mal quer gedrahtet, denn ansonsten erreiche ich keine stabilen Waben im Naturbau.

5. Erleben Sie ein gestiegenes Interesse am Naturwabenbau durch den Wachsskandal?

Friedmann: Ja. Wie gesagt, die Wachspreise sind stark gestiegen und ich bekomme viele Anfragen von anderen Imkern, die Interesse an meiner Betriebsweise haben. Das Wachs ist eine wichtige Grundlage für die Imkerei und das haben viele in den vergangenen Jahren unterschätzt. Beim Wachseinkauf spart man nicht. Die Verwendung von Mittelwänden macht es den Imkern zwar einfacher, aber man verliert damit auch den Blick für bestimmte Vorgänge im Bienenstock.

Einen ausführlichen Bericht zum Thema Naturwabenbau lesen Sie auch in der Februar-Ausgabe des dbj.>>>

Günter Friedmann hat zu seinen Erfahrungen mit der Demeter-Imkerei auch ein Praxishandbuch geschrieben. Infos dazu gibt es hier.>>> 





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