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Die Honig Diät

27.11.2016

Die Honig Diät
Ach nee, noch ´ne Diät!", war mein erster Gedanke, als ich gebeten wurde, das Buch "Die Honig Diät" von Mike McInnes einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Nun ja, ich muss zugeben, dieser erste Gedanke relativiert sich beim Lesen recht schnell. McInnes versteht es sehr gut, dem Leser die Vorzüge seiner Honigdiät auf eine Weise schmackhaft zu machen, dass man gar nicht anders kann, als ihm zu glauben. Ich muss allerdings gestehen, dass er bei mir diesbezüglich offene Türen einrennt.

Schon lange bin ich, genau wie der Autor, der Meinung, dass ein hoher Honigverzehr das beste Mittel gegen alle Arten von Krankheiten und Alterserscheinungen ist, solange man Nichtraucher ist. Aus diesem Grund und auch, weil ich in meiner Ernährung eigentlich nicht sehr viel ändern musste, ist es mir nicht schwer gefallen, die ersten Ratschläge des Autors zu befolgen.

Abnehmen mit Honig - zwei Diätphasen für Körper und Hirn

Die Honigdiät teilt sich in zwei Phasen. Die Phase 1 ist theoretisch ganz einfach ... gäbe es keine Schokolade! Denn es ist ja im Prinzip nicht schwer, auf jeglichen Zucker zu verzichten - wir haben ja Honig. Bekannt ist auch, dass Gemüse und Vollkornprodukte gesünder sind als süßes Obst und Weißmehl und dass Fast Food dick macht. Jedem von uns ist klar, dass man ausreichend Wasser trinken soll und dass die von der profitorientierten Lebensmittelindustrie angebotenen kalorienreduzierten Produkte letztendlich kontraproduktiv sind. Hält man sich daran und trinkt zusätzlich abends vor dem Schlafengehen ein bis zwei Esslöffel in Wasser gelösten Honig, dann ist, voilà, die Phase 1 der Honigdiät von McInnes erledigt.

Der Honig soll das Gehirn über Nacht mit ausreichend Energie versorgen. Dadurch sei der Körper für die Fettverbrennung im Schlaf bestens vorbereitet, weissagt der Autor, und auch Schlafprobleme gehören ab sofort der Vergangenheit an. Leider liege ich trotz des Honigtrunks immer noch wach, während mein Mann, der keinen Tag ohne süßes Betthupferl zu Ende bringt, neben mir innerhalb von zwei Minuten eingeschlafen ist. Ich glaube trotzdem an die gute Sache. Leider hat diese Sache einen Haken. Mit Phase 1 bleibt man zwar lange gesund und geistig fit. Wer aber abnehmen möchte, muss zu Phase 2 der Diät übergehen.

Honig mit Wasser und Zitrone

Hier gibt es ganz andere Hürden zu nehmen: Wöchentlich einen stärkefreien Tag kann ich mir noch vorstellen. Aber was esse ich zum Spargel, wenn Kartoffeln generell tabu sind? Und vier Mal wöchentlich Fisch?! Ich esse gerne Fisch, aber ist dies in Anbetracht der überfischten Meere politisch korrekt? Nach einem Frühstück, bestehend aus zwei bis drei Esslöffeln Naturjoghurt - immerhin mit ein paar Beeren oder natürlich mit Honig - und einem Süppchen oder Salätchen mit Ei zu Mittag, kann man sich abends, bei der dritten erlaubten Mahlzeit, an einer handtellergroßen Portion Fisch (und ich habe kleine Hände) so richtig satt essen.

Ich vergaß, zwei Dinge darf man jederzeit essen: Gemüse, Salat, Gemüse, Salat, Gemüse ... Und sollte man doch noch einen Snack zwischendurch brauchen, dann ist eine kleine Handvoll Nüsse ja immerhin erlaubt. Natürlich, so McInnes, werden wir vor allem deswegen abnehmen, weil wir abends und in Phase 2 zusätzlich auch morgens einen leckeren Drink aus in Wasser gelöstem Honig mit einem herrlichen Spritzer Zitrone zu uns nehmen.

Das Buch hat 160 Seiten. Es liest sich gut, wenn auch einige sehr medizinische Erläuterungen nicht unbedingt dazu gedacht sind, von jedem verstanden zu werden. Ein paar schöne Rezepte sind ebenfalls dabei.

Argumente für reichlichen HonigkonsumWer Argumente für reichlichen Honigkonsum oder für verkaufsfördernde Kundengespräche braucht, sollte das Buch unbedingt gelesen haben. Auch sollten wir uns als Imker wünschen, dass die Honigdiät in der Bevölkerung großen Anklang findet, denn immerhin empfiehlt der Autor, den Honig beim lokalen Imker seines Vertrauens zu beziehen, worin ich mit ihm, natürlich nicht zuletzt aus Eigeninteresse, hundertprozentig übereinstimme.

"Sollte uns das Buch dazu verhelfen, wenn schon nicht rank und schlank, dann dennoch bis ins hohe Alter agil und gesund zu bleiben, ist uns das nicht 16,99 Euro wert?", denke ich so bei mir, während ich dem Blaumeisenpärchen, das in unserem Rolladenkasten nistet, dabei zuschaue, wie es in einer aberwitzigen Frequenz mit Würmern im Schnabel angeflogen kommt. Dick sehen die beiden dabei nicht gerade aus. Das könnte doch auch eine prima neue Diätidee sein: "Die Wurmdiät!"

Autorin: Dr. Annette Schroeder, Lebensmitteltechnologin an der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim

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